Hamburg - St. Pauli - Reeperbahn

Die Hamburger Reeperbahn ist nicht umsonst das Wahrzeichen der Hansestadt. Hier gibt es an einem Wochenende mehr zu erleben, als zu Hause in einem Jahr.

Übernachtungsmöglichkeiten bietet Hamburg viele – von billiger Absteige bis zum absoluten Luxus-Tempel, doch wer ein Wochenende im Herzen von Hamburg – St. Pauli – verbringen möchte, sollte auch „im Herzen“ schlafen. Nicht umsonst heißt es: auf der Reeperbahn nachts um halb eins. Wer also seinen Schönheitsschlaf braucht, muss sich woanders einquartieren. Für die Nachteulen empfiehlt sich das A&O Hotel (Reeperbahn 154). Die Zimmer sind schlicht, verfügen aber zum größten Teil über eigene Dusche/ WC und Fernseher. Mit 24 Euro pro Person, auch für chronisch klamme, nicht zu teuer. Für 6 Euro kann man sich am Frühstücksbuffet für den aufregenden Tag stärken.

Für die Leute, die dann doch etwas mehr Schlaf benötigen, aber trotzdem auf‘m Kiez übernachten wollen, bietet sich das City Hotel Monopol an. Hier wohnten auch schon Stars wie Vitali Klitschko, Ingrid Steeger und Hildegard Knef. Gegenüber dem A&O Hotel verfügt das gehobene Mittelklasse-Hotel am Anfang der sündigen Meile über schallisolierte Fenster. Die 80 Zimmer, darunter 70 Doppel- und 10 Einzelzimmer sind mit Dusche/WC, TV und Telefon ausgestattet. Alle Zimmer verfügen über einen Internetanschluss, der gegen eine geringe Gebühr genutzt werden kann. Im Foyer des Hauses gibt es zudem ein Internet-Terminal, das gratis genutzt werden kann.

Im Gegensatz zum günstigen A&O Hotel bietet das Monopol seinen Gäste neben einem hauseigenen Restaurant auch ein tolles Straßencafe, dass sich hervorragend zum People-Watching eignet. Bei gutem Wetter sind die Plätze allerdings heiß begehrt. Ein weiterer Pluspunkt – das Cafe hat 24 Stunden geöffnet. Beim Frühstück verhält sich das Monopol wie seine günstige Schwester ein paar hundert Meter die Reeperbahn hinunter, auch hier gibt es von 6 bis 11 Uhr ein Frühstücksbuffet. Allerdings ist dies im Zimmerpreis von 88 Euro pro Nacht und Person im Business-Zimmer bereits enthalten.

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Frühstück auf der Reeperbahn

Wer dann doch lieber in Gesellschaft von Künstlern, Striptease-Tänzerinnen, Türstehern und professionellen Damen frühstückt, kann dies sehr gepflegt im Cafe Möller (Nobistor 4/ Ecke Große Freiheit) tun. Jeden Tag ab 8 Uhr kann man sich hier seinen morgendlichen Gelüsten hingeben – ob Rührei mit Speck, Pfannkuchen mit Blaubeeren, Brötchen mit Lachs oder Müsli mit Orangensaft – das Angebot ist vielfältig und reichhaltig. Wer es zwischen 8 und 10 Uhr aus dem Bett schafft, bekommt sein Frühstück sogar zum halben Preis. Eine Nummer exklusiver geht frühstücken in den River-Kasematten (Fischmarkt 28/ St. Pauli). Für Langschläfer genau das Richtige, denn hier beginnt das Frühstück samstags und sonntags erst ab 10 Uhr. Für Brunch-Fans gibt es für 18 Euro Brunchen all inclusiv.

Kiez-Tour mit Inkasso-Henry

Absolutes Highlight ist eine Kiez-Tour mit dem wohl letzten echten Kiezianer Inkasso-Henry. Er ist mit 35 Dienstjahren der älteste Portier (Table-Dance-Bar Lido/ Reeperbahn) auf der sündigen Meile. Seinen Namen hat Inkasso-Henry von seiner zweiten Tätigkeit. Seit 25 Jahren treibt er das Geld von säumigen Schuldnern ein. Seine inzwischen berühmte Kiez-Tour beginnt mit einer großen Hafenrundfahrt auf der Classic Queen, einer der ältesten Barkassen, danach geht’s weiter zum Kiez. Dort stehen das Pulverfass, die Herbertstraße, der Hans Albers Platz, die Große Freiheit sowie die legendäre Boxerkneipe „Zur Ritze“ auf dem Programm.

Pulverfass - Cabàret der Travestie

Das Pulverfass – Cabàret der Travestie (Reeperbahn 147) bietet monatlich wechselnde Shows in plüschroter und samtweicher Atmosphäre. Männer, die eine Weiblichkeit präsentieren, dass jede Frau neidisch wird; Frauen, die eine Strip-Show hinlegen, dass jeder Mann sich glatt dazulegen möchte, Kostüme, die an den brasilianischen Karneval erinnern und endlos fließender Champagner in langen Flöten. Wer nicht vorab, in der sich im Foyer des Pulverfasses befindenden, Teatro Lounge einen kleinen Snack zu sich nehmen möchte, kann während der Show auch aus der Karte wählen. Die 3-Gänge-Menüs beginnen bei 39 Euro pro Person. Im Ganzen verspricht die Show visuell, akustisch wie auch kulinarisch ein ganz besonderes Erlebnis. Die Preise pro Show liegen zwischen 22 und 24 Euro. Normal gibt es zwei Shows am Abend, beginnend um 20.30 Uhr sowie um 23.30 Uhr. Samstags gibt es noch eine Spätvorstellung um 2 Uhr.

Die Herbertstraße

Ein anderer Stopp auf Inkasso-Henrys Tour war die berühmt, berüchtigte Herbertstraße. Mit nur knapp 60 Metern Länge zählt die Herbertstraße zu den kürzesten Straßen der Welt. Gleichzeitig gehört sie aber zu den bekanntesten. Hinter den roten Barrieren, die vor neugierigen Blicken und Besuchern schützen sollen und sich am Anfang und am Ende der Straße befinden, sitzen die Liebesdamen hinter Schaufenstern und bieten ihre Dienste an. Natürlich reizt ein Blick in diese kleine Welt, dennoch sollten sich besonders Damen an das Zutritts-Verbot halten, da ansonsten schon mal Flaschen, Schuhe oder ähnliche Gegenstände geflogen kommen. Auch Männer unter 18 Jahren sollten sich an das Verbot halten, da genau gegenüber die berühmte Davids-Wache liegt und es gerade dort am Wochenende von Polizei nur so wimmelt.   

Kult- und Boxer-Kneipe „Zur Ritze“

Der Eingang schreckt viele Kiez-Touristen von einem Besuch der Kneipe „Zur Ritze“ (Reeperbahn 140) ab. Gespreizte Frauenbeine mit halterlosen Strümpfen und Pumps weisen den Weg zu dem einstigen Zuhälter-Treffpunkt. In den siebziger und achtziger Jahren trafen sich hier die Zuhälter der Stadt. Wer die Kneipe, die einem Schlauch ähnelt, betritt, trifft auf zwei Tresen. Der hintere Teil war durch einen schweren Samtvorhang von dem vorderen Teil der Kneipe getrennt – und ausschließlich Refugium der damaligen Zuhälter. Man erzählt sich, dass dort täglich mehr als 150 Jahre Knast zusammen waren. Anfang der achtziger Jahre wurde dann eine ehemalige Parkgarage zu dem legendären Boxkeller umgebaut. Wer am Tresen nett fragt, darf mit großer Sicherheit mal in die Höhle der Löwen hinabsteigen. Heute trainieren hier neben Zuhältern und Türstehern auch Schauspieler wie Ben Becker, sofern er in der Stadt ist.

Die Wände der Kneipe sind tapeziert mit nationalen und internationalen Promi-Schnappschüssen, sowie Zeichnungen von Udo Lindenberg, einem engen Freund von Besitzer Hanne Klein. An Box-Samstagen ist die Ritze so gerammelt voll, dass nicht mal eine Ameise mehr Platz finden würde. Geöffnet hat die Boxer-Kneipe täglich ab 14 Uhr bis 4 Uhr, an den Wochenenden gerne auch mal bis 8 Uhr. Wer dann noch fit ist, geht ins Cafe Möller frühstücken.

Live Clubs auf’m Kiez

Auf dem Hans Albers Platz reihen sich eine Vielzahl von Clubs aneinander. Zu den Besten gehören auf jeden Fall das Academy (Hans Albers Pl. 20), einem Irish Pub mit Live Musik und dem London Pub (Hans Albers Pl. 18), einem English-Pub mit den besten Biersorten der Insel: Ciders vom Fass, Newcastle Brown, Stronbow, Beamish oder John Smith. Natürlich gibt’s auch deutsches Bier. Bei beiden Pubs muss man an Konzert-Tagen rechtzeitig kommen, sonst ist kein Reinkommen mehr. Außerdem haben beide Biergärten auf dem Hans Albers Platz, die gerade in den Sommermonaten zum Chillen einladen.

Das Docks (Spielbudenplatz 19) ist die bekannteste Hamburger Diskothek und spielt alle Musikrichtungen, die man tanzen kann. Zusätzlich sorgen zwei Käfige mit sexy Gogo-Girls für heiße Stimmung. An den Wochenenden tanzen hier täglich 1.200 Leute. Geöffnet ist donnerstags bis sonntags ab 22 Uhr. Ein Kommen lohnt sich ab Mitternacht. Auf der Großen Freiheit bietet die Große Freiheit 36 (auch die Adresse!) jedes Wochenende ein tolles, abwechslungsreiches Programm – von Konzerten über Motto-Partys bis zu Special Events. Das Programm ist so vielfältig und umfangreich, dass es sich lohnt, vorab einmal die Website zu besuchen.       

Reisebericht als PDF
Autor: Nadean  10.06.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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