Hansestädte in Deutschland: Auf den Spuren der Hanse
In ihrer Blütezeit gab es ungezählte Hansestädte in Deutschland. Noch heute finden sich zahlreiche mittelalterliche Zeitzeugen in den Kaufmannsstädten auf den Spuren der Hanse.
Freie und Hansestadt Hamburg oder Hansestadt Lübeck, das sind klingende Namen, die voller Stolz auf eine wichtige Epoche dieser Städte zurückblicken. Hamburg und Lübeck waren zwei von vielen Städten des mittelalterlichen und nördlichen Deutschlands, die dem Hansebund angehörten. Weder das Gründungsjahr der Hanse noch Anzahl der angehörenden Hansestädte in Deutschland lassen sich genau festmachen. Noch um 1000 bis etwa 1100 waren Kaufleute und Händler meist fahrendes Volk. Der Handel ging nicht von einem festen Ort aus, sondern die momentane Anwesenheit des Kaufmannes und seiner Waren war der jeweilige Handelsort. Das Reisen in dieser Zeit, sei es zu Lande oder Wasser, war beschwerlich und sehr gefährlich. Mehr Sicherheit hatten die Händler, wenn sie in Gruppen reisten, ein Verbund waren. So entstanden erste Gedanken einer frühen Gemeinschaft, die sich Hanse nannte. Im 12. und 13. Jahrhundert standen die Kaufleute unter dem Schutz der Stauferkönige und -kaiser.
Aus fahrenden Händlern wurden zunehmend sesshafte Kaufleute, die sich in den größeren Städten des norddeutschen Raumes niederließen. Der lockere Bund der Hansestädte Deutschlands wurde größer und mächtiger, gewann auch politisch an Einfluss. Es entstand die Städtehanse, die ihre Blütezeit zwischen 1250 und 1400 erlebte. Viele Hansestädte in Deutschland lagen an Nord- und Ostsee, wie Hamburg, Stralsund, Danzig, Lübeck, Rostock und manche andere. Doch selbst Braunschweig, Köln und Hildesheim, weit im Inland, waren Hansestädte. Man bringt sie heute gar nicht mehr in Verbindung mit dieser Organisation, denkt meist nur an die Küstenstädte. Wenn man auch kein Datum einer Gründung festlegen kann, so war doch die Gründung Lübecks 1143 beziehungsweise der Wiederaufbau 1159 ein Meilenstein in der Geschichte der Hanse. Dies hing vor allem zusammen mit der führenden Stellung der Kaufleute Lübecks. Zunehmend wurden Transporte mit den berühmten Hansekoggen über das Wasser abgewickelt. Vor allem im Handel der Hansestädte in Deutschland mit wichtigen Kaufmannsstädten außerhalb Deutschlands, wie Städten in Flandern und Nordrussland, war der Seeweg wesentlich einfacher zu bewältigen als der Landweg.
Mit dem Sesshaftwerden der Kaufleute stieg auch deren Einfluss in den Städten, edle Patrizier- und Kaufmannsgeschlechter sind eng mit den Hansestädten verknüpft. Oft gingen aus solchen Kaufmännern Ratsherren hervor, wie die der 1633 geadelten Kaufmanns- und Patrizierfamilie v. Schumann aus Danzig. Mit vermehrter Konkurrenz und Neidern, zum Beispiel den dänischen Kaufleuten, kam es zunehmend auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Auch Seeräuber, wie etwa Störtebeker, machten für die Hansestädte in Deutschland zusätzlich das Leben schwer. Mit der Entdeckung Amerikas und dem aufkommenden Handel über den Ozean wurden andere Länder, wie etwa die Niederlande, zunehmend stärker und die deutsche Hanse verlor an Bedeutung. Sie wurde nie aufgelöst, konnte aber dem Druck des handelsstarken Auslands nicht standhalten. Ende des 17. Jahrhunderts war sie praktisch nicht mehr existent.
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Geblieben sind bis heute der Stolz und der offizielle Zusatz Hansestadt in den Namen, wenn auch bei weitem nicht alle früheren Hansestädte in Deutschland dies nutzen. Auf den Spuren der Hanse begegnet man auch heute noch zahlreichen Zeitzeugen meist architektonischer Natur, wie die Lübecker Altstadt mit dem Holstentor oder die Danziger Rechtstadt. 1980 gründete sich in Zwolle eine internationale Gemeinschaft "Neue Hanse" und 1983 in Herford ein "Westfälischer Hansebund". Diese sollen in der alten Tradition auf den Spuren der Hanse den Handelsgedanken fortführen und den traditionsbewussten Tourismus fördern.
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