Hechtangeln in Schottland

Hechtangeln in Schottland ist für den ambitionierten Raubfischangler ein ganz besonderes Highlight in unberührter Natur.

Schottland ist die Heimat natürlicher Flüsse und Seen; tatsächlich ist es vielerorts so dünn besiedelt und viele der Gewässer sind so weitläufig, dass Gastangler schnell den Eindruck bekommen, sie wären allein in dieser prächtigen Landschaft. Ungezähmt, rau und ungestüm – in den schottischen Hechten spiegelt sich der Charakter des Landes wieder. Vor allem werden sie groß. Mächtigen Eindruck hinterlässt ein Besuch in der Kelvin Grove Kunstgalerie in Glasgow. Der dort ausgestellte Hechtschädel wurde beim Fluss Endrick gefunden. Der Kopf gehörte einem waren Hechtmonster, der Fisch wird auf über 70 Pfund geschätzt. Über ganz Schottland verteilt, besteht die Möglichkeit in unzähligen Seen den Hechten nachzustellen. Namen wie Loch Lomond, Loch Awe, Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy, Loch Garry, Loch Quoich und Loch Maben, um nur einige zu nennen, sind in Fachkreisen bereits Legende. Fische mit über 20 Pfund sind fast normal und werden regelmäßig gefangen. Es gibt jedoch jedes Jahr immer wieder Fänge von Fischen mit über 40 Pfund. Solche Fische drillen zu dürfen, ist wohl der Traum eines jeden Anglers und es lohnt sich wirklich, wenn man sich zu einer Angelreise nach Schottland entschließt.

Die beste Zeit beginnt Anfang April und endet im Oktober. Nur die ganz Hartgesottenen stellen den Hechten auch im Winter nach, was unter Umständen auch noch sehr erfolgreich sein kann. Jedoch hüte man sich vor den Stürmen auf den großen Wasserflächen, die einen leicht in große Gefahr bringen können. Vielerorts gelten April und Mai als die besten Monate, wenn die Hechte aus den tiefen Zonen ins Flachwasser ziehen, um dort zu laichen. Manchmal beißen gleich hintereinander mehrere Hechte und das sind nicht nur die kleinen. Man sollte auf keinen Fall weitergehen, wenn man einmal mehrere kleinere Fische hintereinander gefangen hat. In den meisten Fällen befindet sich noch irgendwo ein kapitaler Fisch. Mit der Sommerwärme verlassen die Hechte die warme Uferzone und verteilen sich in den tieferen Zonen des Sees. Oft stehen sie tagsüber sehr tief und kommen nur am Morgen und in den Abendstunden ins flachere Wasser, um zu jagen. Saiblinge und Forellen bilden die Hauptnahrung in den Seen der Highlands, während sich die Hechte im Süden größtenteils an Barschen, Brassen und Rotaugen mästen.

Die besten Stellen findet man natürlich immer da, wo das Futter leicht zu bekommen ist. Die Hechte folgen den Beutefischen und jagen dort bevorzugt an deren Laichplätzen. In den Lochs der Highlands versammeln sich gegen Ende der Saison die Forellen vor den Flussmündungen zum Laichen. Die Hechte sind hier nicht weit entfernt und folgen den Forellen sehr oft in die Flüsse. Ohne Boot kommt man nur sehr schwer an die Hot Spots ran. Auch kann ein Echolot sehr hilfreich sein. Man sollte nach Steilkanten, Untiefen oder großen Felsen suchen. Ebenso erfolgversprechend sind versunkene Bäume. Hat man eine Schule an Futterfischen, wie Saiblinge oder Barsche ausgemacht, bedeutet dies auch immer, dass man hier etwas verweilen sollte. Große Jerkbaits oder Wobbler führt man in zwei bis fünf Metern Wassertiefe. In Buchten angelt man sehr flach unter der Oberfläche, was teilweise zu brutalen Bissen führt. Einige der Lochs dienen auch der Stromerzeugung durch Wasserkraft. Die Dammbereiche sind hier sehr erfolgversprechende Stellen. Man sollte auf Bereiche achten, an denen sich vor steilen Ufern einzelne Felsbrocken im Wasser streuen. Hier stehen die Hechte gern, um aus der Deckung heraus Beutefische zu jagen.

Köder und Methoden gibt es wie überall unzählige, doch einige Tipps können an dieser Stelle nicht schaden. Wo sich die Möglichkeit bietet, ist ein Boot immer von Vorteil, allerdings sind vom Ufer aus genauso gute Fänge möglich. Boote sind an den größeren Lochs, überall zu einem akzeptablen Preis (ca. 20,- Euro pro Tag) verfügbar. Die Einheimischen sind in dieser Hinsicht sehr hilfsbereit und geben Ihre Tipps und Kniffe sehr gerne weiter. Erlebt man einen Sternstundentag, sind ein dutzend Hechte an einem Tag wirklich keine Seltenheit. Um diese Tage möglich zu machen, benötigt man natürlich an erster Stelle Glück und vor allem den richtigen Köder. Hier ist man mit dem toten Köderfisch auf dem richtigen Weg. Egal ob Meeresfisch, Forelle, Barsch oder Weißfisch. Es fängt fast alles genau gleich gut.

In den meisten Fällen angelt man vom Boot aus und schleppt mit großen, tieftauchenden Wobblern. Exzellent sind die großen Rapalas, aber auch andere Modelle in blau-silber, gut vibrierend, finden in den Tiefen ihre Liebhaber. Große Spinner und Blinker sind auch sehr erfolgreiche Köder. Nur sollten sie nicht angelaufen sein. Das Wasser ist in den Lochs meist torfhaltig und hat eine bräunliche Färbung, was aber auf die Wasserqualität absolut keinen Einfluss hat. Je besser das Licht vom Köder reflektiert wird, je besser wird man fangen. Das ist in diesen Gewässern tatsächlich so. Hatte man Fischkontakt und konnte den Hecht nicht haken, verweilt man auf jeden Fall an dieser Stelle und untersucht das Gebiet mit dem gesponnenen Köderfisch oder einem Blinker sehr gründlich. Die Hechte stehen selten allein und es sind durchaus Mehrfachfänge möglich. Man beachtet, dass es strengstens verboten ist, Köderfische von einem Gewässer zu einem anderen zu transportieren. Außerdem ist der lebende Köderfisch auch in Schottland verboten und man sollte sich auch aus eigener Waidgerechtigkeit an diese Regel strengstens halten.

Das Gerät sollte auch in Schottland den Gewässergegebenheiten angepasst sein. Schottische Hechte kämpfen unglaublich und man benötigt in jedem Fall qualitativ hochwertiges Gerät. Am besten beraten ist man immer noch mit einer guten Steckrute. Eine hochwertige Teleskoprute ist jedoch auch ausreichend. Man sollte den höheren Transportaufwand bei Steckruten im Flugzeug natürlich nicht aus den Augen lassen. Man sollte besonders abriebstarke Hauptschnüre wählen. Ob man Geflochtene oder Monofil verwendet, bleibt einem überlassen. Allerdings wird in letzten Jahren immer mehr zur Geflochtenen auch in Schottland gegriffen. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass man ausreichend Schnur auf der Rolle hat. Die Lochs sind oft mehr als 200 Meter tief und ein gehakter Hecht rast sehr oft unaufhaltsam in die Tiefe. Man sollte seine Stahlvorfächer nach jedem Fang überprüfen, denn der nächste Hecht kann schon ein 30 Pfünder sein und diesen dann durch Bruch zu verlieren, wäre mehr als ärgerlich. Ein anderer sehr wichtiger Punkt sind die Haken bzw. Drillinge. Man sollte hier nur beste Qualität verwenden und diese bitte regelmäßig nachschärfen. Wenn man diese Punkte beachtet, kann der Erfolg nicht mehr ausbleiben.

Reisebericht als PDF
Autor: Scotsman  27.10.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein

Dein Kommentar zu Hechtangeln in Schottland

Weiterführende Inhalte zu Hechtangeln in Schottland

Loch Ness | SehenswürdigkeitLoch Ness liegt in den Highlands, in dem Nord von Schottland. Er ist...
Whisky, Kilt und Dudelsack -.. | Artikel Wie stellt man sich einen Traumurlaub vor? Lebendige Städte mit viel...

Weiterführende Reisetipps

loading...
;