Hiroshima - Japan verstehen lernen

Auf Schritt und Tritt hat man den Eindruck, auf verbrannter Erde zu stehen. Gedenkstätten, die Friedensglocke, der Atombomben-Dom und das Museum in Friedenspark: Hiroshima sehen heißt Japan verstehen zu lernen.

Hiroshima, eine der zwei Städte die von einer Atombombe getroffen wurde, verlässt man nicht unverändert. Überall sind Erinnerungen an die Katastrophe. Auch im eigenen Kopf ist die Geschichte präsent und hinterlässt ein merkwürdiges Gefühl, das nicht zum unbeschwerten Dasein als Reisegast passt. Zu erreichen sind die wichtigsten Landmarken in Hiroshima problemlos zu Fuß. Ein guter Ausgangspunkt für einen Rundgang ist der Atombombendom. Es ist die Ruine eines modernen Gebäudes, das im unmittelbaren Zentrum der Detonation stand. Die Stahlkonstruktion des Dachs ist erhalten und macht einen gespenstischen Eindruck. Weiter geht es in den Friedenspark. Der Weg ist gar nicht zu verfehlen, da viele japanische Schülergruppen auf dem gleichen Weg sind. Es gibt zahlreiche Gedenkstätten im Friedenspark von Hiroshima. Am anrührendsten ist die Erinnerung an ein Mädchen, das an den Strahlungsfolgen starb. Zu ihrem Gedenken bringen Kinder bunte Ketten mit Origami-Kranichen, dem Symbol für Glück und langes Leben, am Mahnmal an. Erlebenswert ist auch die Friedensglocke. Beim Anschlagen - jeder darf übrigens selbst Hand anlegen - herrscht eine fast feierliche Stimmung. Entweder sind die Schulkindergruppen sehr betroffen oder sehr diszipliniert.

Sehenswert ist das Friedensmuseum. Allerdings sollte man sich beim Besuch die japanische Geschichte und die entsprechenden Kriegshandlungen des Landes vor Augen halten. Diese werden nämlich leider unkritisch ausgespart. Nichtsdestotrotz ist das Friedensmuseum von Hiroshima ein ergreifendes Mahnmal, das es versteht, den leidvollen Einzelschicksalen hinter den reinen Zahlen Gesichter zu geben. Aus dem Umgang Japans mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, aus der Art des Rückblicks aber auch aus der Art des nach vorne Blickens kann man viel über die Japaner und ihr Selbstverständnis lernen. Hiroshima zu besuchen hat trotz mancher Beklemmungen geholfen, Japan besser zu verstehen.

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Autor: Nils Holgersson  28.02.2012 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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