Hólar im Hjaltadalur - Kleine Perle des Nordens

Hólar im Hjaltadalur ist schon seit langen Zeiten einer der geschichts-und kulturträchigsten Orte Nordislands. Wer in den Norden Islands reist, sollte sich diese Kulturperle nicht entgehen lassen.

Einzige Sandsteinkirche Islands- die Domkirche zu Hólar

Hólar im Hjaltadalur ( Hjaltatal) ist ein kleines 200 Einwohner Dorf im Norden Islands. Es ist aus kulturhistorischer Sicht einer der bedeutendsten Orte Islands, da es von 1106 bis 1801 als Bischofssitz des Nordens diente. Hier lehrten viele große Bischöfe Islands, wie zum Beispiel Jón Arason, der während der Reformation ermordet wurde, aber auch Guðbrandur Þorláksson, welcher als erster die Bibel in isländischer Sprache druckte. Auch eine Priesterschule (gegründet vom ersten Bischof Hólars) wurde in Hólar eingerichtet. Somit stellte Hólar einen der wichtigsten Orte Nordislands dar, religiös wie auch kulturell. Als der Bischofssitz in die Hauptstadt Reykjavík verlegt wurde und die Priesterschule im Jahre 1802 geschlossen wurde, wurde es etwas ruhiger in Hólar. Als 1882 die Landwirtschaftsuniversität eröffnete kam wieder Leben nach Hólar. In den letzten 15 Jahren entwickelte sich die Universität zu einer gleichgestellten Universität, an welcher man Pferdewissenschaften, Fischwissenschaften und Tourismus studieren kann. Aufgrund dessen gibt es in Hólar viele Studenten und auch in Sachen Islandpferdezucht- und Beritt ist Hólar über die Landesgrenzen bekannt.

Sehenswertes in Hólar

Obwohl man Hólar als ein kleines Dorf beschreiben kann, hat es viel zu bieten. Besonders sehenswert ist die Domkirche, welche die einzige rote Sandsteinkirche und auch kleinste Kirche Islands ist. Sie wurde 1757-1763 dort errichtet, wo auch die früheren Kirchen Hólars standen. In der Kirche gibt es einen Taufstein aus Speckstein, von dem vermutet wird, dass er mit einer Eisscholle aus Grönland angeschwemmt wurde, da es auf Island keinen Speckstein gibt. Ebenfalls sehr prachtvoll sind die geschnitzte Altartafel und der Kruzifix aus Alabaster. Eine Version aus der Reihe der erstgedruckten Bibeln Islands liegt in der Kirche aus. Seit 1950 verfügt die Kirche auch über einen Turm, der neben dem Hauptgebäude erbaut wurde. Seit 1986 ist Hólar Sitz des Weihbischofs.

Die ehemalige Arbeitsstube des Bischofs, das Holzhaus Auðunarstofa, wurde mit Holz aus Norwegen nachgebaut und ist heute wieder das Büro des Bischofs. Hólar beherbergt ebenfalls ein typisch isländisches Torfgehöft, welches um 1850 erbaut wurde. Ganz untypisch für Island verfügt Hólar über ein kleines Waldstück, in dem im Sommer gezeltet werden kann. Viele Wanderwege regen zu kleinen oder großen Wanderungen rund um Hólar an. In einer Ausstellung kann man mehr über das isländische Pferd lernen, oder an einem Freitagabend in einem der preiswertesten Bierclubs Islands Halt machen. Hólar ist in jedem Fall einen Besuch wert, wenn man sich in den Norden Islands begibt.

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Autor: Dominique  18.04.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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