Honduras - Mayas, Schmetterlinge und rosarote Boas
Es ist ein lohnendes, wenn auch nicht ganz ungefährliches Ziel: Honduras - Mayas, Schmetterlinge und rosarote Boas sind nur ein winzig kleiner Teil dieses faszinierenden Landes.
Das tropische Land zwischen Nicaragua im Süden und Guatemala und El Salvador im Norden und Westen beherbergt noch fast unberührten Regenwald, weiße Strände, Korallenriffe und uralte Kulturen. Hauptsächlich Lenca, aber auch Mayas und Olmecen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Besonders die Ruinenstadt von Copán ist vollständig freigelegt und gut erreichbar über die hübsche Regionalhauptstadt Santa Rosa de Copán. In der alten Tempelanlage und Stadt der Mayas gibt es viel zu sehen: Altäre und Opferplätze, hieroglyphenbehauene Treppen und Standbilder genauso wie ein Spielplatz des berüchtigten präkolumbianischen Ballspiels Pok Ta Tok. Dieser in Form eines H`s gebaute Platz wurde an beiden Seiten durch eine Schräge begrenzt, die dann an einer Mauer endete. An diesen Mauern waren Steinringe recht hoch befestigt, durch die der kleine, harte Kautschukball befördert werden musste. Allerdings durfte der Ball wahrscheinlich nur mit der Hüfte angestossen werden, die speziell zu diesem Zweck mit einem mit Steinplatten versehenen Gürtel bestückt wurde. Ziemlich sicher ist, daß entweder die Verlierer oder die Gewinner nach dem Spiel geköpft und somit geopfert wurden, was allerdings als große Ehre angesehen wurde.
Die heutige Bevölkerung lebt hier, ausgenommen die Souvenierverkäufer, hauptsächlich von der Tabak- und Kaffeeproduktion im dafür hervorragend geeigneten Bergland Honduras, das die gesamte Insel von West nach Ost durchzieht. Zigarrenmanufakturen stehen interessierten Reisenden offen und bieten nicht nur den Arbeitsablauf, sondern auch viel Wissenswertes rund um die Geschichte des Tabakanbaus bis zurück in die Sklavenzeit Honduras an. Im gleichen Gebiet befindet sich auch das “Macaw Mountain Bird Conservatory”, eine Rettungsstation für exotische Vögel mit teilweise beeindruckend buntem und langem Gefieder. Copán ist sowohl über San Pedro Sula im Norden, als auch über Honduras Hauptstadt Tegucigalpa im Süden erreichbar, wobei San Pedro Sula vielleicht die interessantere Alternative darstellt. Die Entfernung von nur 40 km zur Karibikküste und damit der Zugang zu den Islas de Bahia machen San Pedro Sula gerade für Taucher, Rucksacktouristen und Naturliebhaber zum idealen Anlaufpunkt in Honduras. Mayas, Schmetterlinge und rosarote Boas sind jedoch nicht alles hier.
In San Pedro Sula gilt es gerade nachts Vorsicht walten zu lassen, einsame Straßen sollte man gänzlich meiden und auch keine großen Mengen an Bargeld mit sich führen. Die Maras, Jugendbanden, die nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen haben, halten sich zwar vornehmlich in einschlägigen Vierteln auf, dennoch ist unter der Bevölkerung die Armut und damit die Versuchung groß, den ein oder anderen Gringo um seine Brieftasche zu bringen. Trotzdem sollte man sich davon nicht abhalten lassen, Honduras zu bereisen, denn man würde sehr viel verpassen. Mit gesundem Menschenverstand und einfachen Vorsichtsmaßnahmen gerüstet, kommt man im Normalfall auch wieder mit heiler Haut nach Hause.
Im Umland von San Pedro Sula werden Kaffee, Zuckerrohr und Bananen angebaut, auch die Holzproduktion und die Leichtindustrie hat hier ihr Zentrum in Honduras. Mayas, Schmetterlinge und rosarote Boas aber findet man im ganzen Land: Weiter westlich liegt die Stadt La Ceiba mit ihren riesigen Ananasfeldern zwischen mehreren Nationalparks, wie dem Pico Bonito Nationalpark, dem Wildtierreservat Cuero y Salado und dem karibischen Meeresreservat Cayos Cochinos. Die Stadt selbst ist zwar nicht allzu sauber, dafür feiert man hier gerne und oft. Der Parque Nacional Pico Bonito kann mit smaragdgrünen Hängen unter wabernden Nebelschleiern und einer Unmenge an tropischem Leben aufwarten. Naturliebhaber können sich hier in einer Lodge einmieten und ihren Urlaub inmitten tropischen Dschungels verbringen. Das nicht sehr hohe Gebirge, ein Teil der Cordillera Nombre de Dios, ist so dicht bewachsen, daß man für eine Tour zum Gipfel eine ganze Woche benötigt und manche Gebiete wurden tatsächlich noch niemals von Menschen betreten.
Dieser Umstand und der Zusammenschluss mit anderen Reservaten und behutsam genutztem Agrarland zum “Mesoamerican Biological Corridor” machen den Pico Bonito zu einem Rückzugsort für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Allein über 700 Schmetterlingsarten kommen hier in noch sehr großer Zahl vor, nachts leuchten Millionen Glühwürmchen in den Bäumen und ergänzen das Nachtkonzert der Insekten, Frösche, Vögel und Säugetiere visuell. Das Wildtierreservat Cuero Y Salado besitzt passend dazu ein Schmetterlingskonservatorium, wer also mehr über diese zum Teil riesigen, bunten Insekten erfahren möchte, ist hier gut aufgehoben.
Trotz des sehr ernstgenommenene Naturschutzes wird der Nationalpark Pico Bonito auch zum Kajakfahren, Rafting und Wandern genutzt und es gibt einige Touranbieter, die sich auch gleichzeitig um Unterkunft und Verpflegung kümmern. Cuero y Salado erstreckt sich über feuchtes Sumpfland und ist ideal zum Beobachten von Vögeln und Kaimanen, Schildkröten, Affen und, wer Glück hat, Jaguaren. Auch das vom Aussterben bedrohte Manati, eine Seekuh- Art, lebt in diesem von über 15 Flüssen durchzogenen Feuchtgebiet. Mangroven bieten vielen verschiedenen Schlangen, Reptilien und Süßwasserfischen Schutz und Zuflucht. Erreicht werden kann das Biotop über die Straße von La Ceiba nach Tela. Die regenreichsten Monate sind Oktober bis Dezember, wegen eventueller Überschwemmungen sollte man diese für eine Reise vielleicht meiden, außerdem sind dies die Monate mit der höchsten Sturmdichte.
Das Meeresreservat Cayos y Cochino und die Islas de Bahia im Norden Honduras sind ein karibisches Paradies, wie es im Buche steht. Das glasklare, warme Meer brandet auf lange, weiße Sandstrände, Kokosnusspalmen lehnen sich über das flache Wasser und ein lauer Wind rauscht in den Blättern. Unter Wasser bieten sich Tauchern Korallenriffe und Schiffswracks zur Erkundung an, mit etwas Glück kann man die hier ganzjährig vorkommenden Walhaie beobachten, echte Riesen der Meere. Besonders die Inseln Utila und Roatán sind bei Rucksacktouristen wegen der günstigen Unterkünfte bei den Garifunas, Abkömmlinge afrikanischer Sklaven, die vor den Inseln schiffbrüchig gingen, beliebt.
Bretterhütten direkt am Strand mit freundlicher Einbindung in das Dorfleben gibt es auf den Inselchen schon für wenig Geld, umgerechnet zwischen 8 - 15 Euro pro Tag, auf Luxus muss in diesem Fall natürlich verzichtet werden. Auf Roatán kann man auf dem Rio Cangrejal raften gehen, außerdem soll es hier die schönsten Sonnenuntergänge der ganzen Karibik geben. Auf den kleinen Inseln zwischen dem Festland und Utila & Roatán, den eigentlichen Cayos Cochinos (“Schweineinseln”), ist die berühmte rosarote Boa, zuhause, eine Laune der Natur, die so nur hier vorkommt. Dieser Farbvariante der Kaiserboa fehlen die dunklen Farbpigmente, so dass sie milchig weiß mit rosa Flanken und Bauch erscheint.
Zu einer Honduras Rundreise gehört unbedingt auch ein Besuch des größten Binnensees Honduras, des Yoyoa- Sees im Landesinneren der Region Santa Barbara. Allein die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis für sich: Wasserfälle wie der Pulhapanzak und dichter Dschungel begleiten den Reisenden bis zu dessen Ufern, der ein Mekka für Vogelkundler darstellt. Kleine Lodges können direkt am und in den Bergen über dem See gemietet werden. Die Umgebung ist voller Höhlen und Grotten im porösen Kalksteinboden, die für Klettertouren und Höhlenwandern genutzt werden können. Manche dieser Höhlen führen Süßwasser, das sich in unterirdischen Teichen und Tümpeln ansammelt. Höhlentaucher kommen hier auf ihre Kosten, aber ein professioneller Tour- Guide ist zwingend erforderlich, da sie Systeme sehr weit unter die Erde führen und die Orientierung dort nicht mehr so leicht fällt. Honduras - Mayas, Schmetterlinge und rosarote Boas und noch viel, viel mehr.
Weiterführende Inhalte zu Honduras - Mayas, Schmetterlinge und rosarote Boas
Weitere Inhalte zeigen
Beliebt in Honduras
Verwandte Artikel
- Tauchen und Schnorcheln auf der Karibikinsel Roatan
- Tauchen in der Karibik für Backpacker – Die Insel Utila vor Honduras
- Iguana Research and Breeding Station Utila, Honduras
- Honduras - Das unentdeckte Land
- Dschungel-Trip in Honduras - Den Urwald hautnah erleben
- Antarctica - Berührender Film aus einem Land, in das nicht jeder reist
- Puebla City in Mexiko
- Bootstour nach Boa Vista
