Josselin und seine Burganlage - Begegnung mit Geschichte.

Ein lohnenswerter Tagesaufenthalt ist das mittelalterliche Städtchen Josselin, im Süden der Bretagne am Fluss Oust gelegen.

Die Gemeinde sichert sich ihren Wohlstand durch die Fleischkonservenherstellung, die Kartonagenfabrik und den Tourismus. Ein Teil der Einnahmen fließt in die Instandsetzung des Wahrzeichens des Städtchens. Das berühmte Schloss der Familie Rohan liegt in malerischer Lage am Ufer des Oust. Das Gelände umfasst das Schloss, die Wohnburg mit hohen Türmen, Wehrgängen und die Burgmauer, viele alte schiefergedeckte Häuser, die alte Kirche Notre-Dame-du-Roncier, drei verschiedene Gärten und ein Puppenmuseum. Im 14. Jahrhundert wurde das Schloss bis auf die Grundmauern zerstört und wieder aufgebaut.

Bereits beim Betreten der Ste-Croix-Brücke, die über den Oust führt, eröffnet sich dem Besucher der erste Eindruck auf die gewaltige Burganlage. Von der Brücke aus schreitet der Besucher auf den Wegen der Vergangenheit durch drei wunderschön angelegte Gärten. Besonders in den Sommermonaten locken der französische und englische Garten sowie der Rosengarten mit ihren farbenfrohen Blumen und Düften. Josselin wäre jedoch nicht Josselin, wenn nicht der historische Teil im Vordergrund stehen würde.

So steht dem Geschichtsinteressierten das beeindruckende Wohnhaus der Rohan zur Besichtigung offen. Schon von außen lassen sich die schöne Fassade, die im gotischen Stil und mit Kreuzblumen bestückten Giebel und der steinerne Fensterschmuck bewundern. Das Wohnhaus der Rohan, im 19. Jahrhundert restauriert, findet sich auf zahlreichen Postkarten wieder. Nirgendwo sonst in der Bretagne taucht eine vergleichbare Bearbeitung des Granitgesteins auf. Betritt der Besucher das Erdgeschoss des Wohnhauses, fällt zuerst das reichhaltige Mobiliar auf. Über das Vorzimmer mit einer Gemäldegalerie und Porträts der Familie Rohan gelangt der Besucher in den großen Salon. Restauriertes mittelalterliches Mobiliar und der feinskulpierte Kamin mit dem Leitspruch der Rohan fallen ins Auge: Roi ne puis, prince ne daigne, Rohan suis – König kann ich nicht sein, Prinz zu sein ist meiner unwürdig, denn ein Rohan bin ich.

Die sich an den großen Salon anschließende Bibliothek umfasst um die 3.000 Bände und einige Porträts der Familie Rohan. Auch ein Besuch des in den Stallungen untergebrachten Puppenmuseums ist einen Abstecher wert. 500 alte Puppen mit ihren Accessoires aus der Rohan-Sammlung erzählen die Geschichte Josselins. Nicht unweit des Wohnhauses liegt das Schloss. Früher von einer Mauer umgeben, ist davon heute nur noch ein kleiner Teil vorhanden. Ein guter Blick auf das Schloss bietet sich von der Ste-Croix-Brücke. Die Burganlage wird durchzogen von einer Befestigungsmauer mit mächtigen, hohen Türmen, Wehrgängen und Pechnasen. Auch sehr schön anzusehen sind die über die Mauer hinausragenden Fenster und Lukarnen.

Die imposanten Befestigungstürme lassen sich besichtigen. Von oben schweift der Blick über die Nordostfassade des Schlosses mit dem hübsch angelegten Innenhof und bis weit in die Ferne. Wer die beeindruckende Burganlage der Rohan erkundet, sollte sich die Kirche Notre-Dame-du-Roncier und die Kapelle Ste-Croix nicht entgehen lassen. Der Grundstein wurde im 11. Jahrhundert gelegt, später wurde die Kirche im Flamboyant-Stil mehrmals umgebaut. Bemerkenswert sind die stark vorspringenden Wasserspeier an drei verschiedenen Seiten. Die dort stattfindende Wallfahrt ist in der ganzen Gegend bekannt. Sie heißt eigentümlicherweise Pardon der bellenden Mädchen. Der Name steht für die Heilung dreier Kinder, die 1728 vom Symptom der Fallsucht geheilt wurden. Im Inneren der Kirche steht ein Marmorgrabmahl von Olivier de Clisson und seiner Gemahlin. Sehenswert sind auch der Chor, die Kapelle und eine schöne schmiedeeiserne Kanzel. Vor der Kirche befindet sich der Brunnen Notre-Dame-du-Roncier. Erbaut wurde er im 17. Jahrhundert und ist Ziel der Wallfahrt.

Die Kapelle Ste-Croix liegt an einem Hang und ist von einem Friedhof mit einem kleinen Kalvarienberg umgeben. Vor allem der Rundblick von oben ist lohnenswert. Zu sehen ist das Schloss mit dem daneben fließenden Oust und das benachbarte Ste-Croix-Viertel. Dieses malerische anmutende Viertel besticht durch seine engen Gassen und die alten Häuser mit ihren vorragenden Obergeschossen. Zu empfehlen sind die beiden schönen Häuser aus dem Jahr 1624 in der Rue des Trente. Der Besucher erreicht in etwa 1 ½ Stunden über die Schnellstraße N 24 von Rennes kommend Josselin.

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Autor: nbretagne24  15.02.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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