Kambodscha-Bamboo Train

Die etwas andere Art sich fortzubewegen bietet der Bamboo Train in der Provinz Battambang. Ein unvergessliches Abenteuer mitten in der schönen Natur Kambodschas.

Unsere Reise hat uns nach Kambodscha in die kleine Provinz um Battambang geführt. Eigentlich sind alle Mitreisenden durch ein paar skurrile Lebensmittel geschwächt, aber ein Highlight dieser touristisch wenig erschlossenen Gegend dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Eine Fahrt mit dem Bamboo Train! Was genau das ist, wissen wir zunächst auch nicht. Aber wir machen uns erst mal auf den Weg in die Stadt und versuchen ausfindig zu machen, wo genau dieser Bamboo Train abfährt.

Kaum auf der Straße sagen uns einige Experten sie wüssten genau, was wir meinen und schon sitzen wir zu je 2 Personen mit einem Fahrer auf einem Moped. Das Resultat unseres ersten Versuchs ist: eine Runde durch die Stadt und eine anschließende Diskussion, man wisse nun doch wo es ist. Wir lassen uns die Laune nicht verderben, bezahlen den üblichen Dollar und versuchen es bei einem Tuk Tuk-Fahrer. Der weiß ein bisschen besser Bescheid und schon geht die Tour los, auf in den kambodschanischen Dschungel.

Dort begegnen uns schon allerhand interessante Dinge. Eine Eselskutsche zum Beispiel und eine Wiese, auf der die Kids Fußball spielen, auch eine alte Frau die kaum noch laufen kann, aber ein Fahrrad schiebt, das aussieht wie aus einem längst vergangenen Jahrhundert. Langsam nähern wir uns den Schienen und betrachten das bunte Treiben, das sich an dieser Randsiedlung von Battambang abspielt. Es ist heiß, wie immer. Aber wir haben Glück, da es nicht regnet. Es ist nämlich September, also eigentlich Regenzeit.

Ehe wir uns versehen sitzen wir schon in…oder besser gesagt auf besagtem Bamboo Train. Es ist eine Art Holzplateau, ähnlich einem Floß, welcher auf zwei Achsen auf der Schiene aufliegt. Die Konstruktion sieht nicht gerade vertrauenswürdig aus, aber irgendwie interessant. Schnell wird noch eine Matte für die Fahrgäste ausgelegt und schon geht es los.

Mit einem für uns schier ungeheuren Speed donnern wir über die Gleise. Die Gleise stammen noch aus der Zeit als die Franzosen hier eine Eisenbahn errichten wollten und sind wohl auch schon so lange nicht mehr gewartet wurden. Es rumpelt ab und an ganz heftig und staucht ein wenig am Po, aber es macht einen Riesenspaß! Wie eine Achterbahnfahrt, nur nicht in luftiger Höhe, sondern durch die atemberaubende Landschaft Kambodschas. Wir kommen an Reisfeldern und dörflichen Siedlungen vorbei und genießen den Fahrtwind, der uns um die Nase weht.

Plötzlich schauen sich unsere zwei Begleiter verdutzt an und der Motor, mit dem der Bamboo Train betrieben wird, surrt immer leiser. Es ist ganz normal, dass angehalten wird, wenn ein anderer Bamboo Train entgegenkommt. Das ist auch ganz unkompliziert. Alle absteigen, Matte runter, Bamboo Train runter, Leute durchlassen, alles zurück und weiter. Aber diesmal kommt uns doch tatsächlich eine schnaufende Eisenbahn entgegen, was hier, wo der Schienenverkehr so gut wie lahm gelegt ist fast nie passiert. Da unsere Begleiter so irritiert sind, sind wir es plötzlich auch. Das wird anscheinend eng. Im Nu wird der Motor an die andere Seite montiert und wir machen uns aus dem Staub, Platz für die Eisenbahn. Da wir jedoch viel schneller sind, hat sich der Puls bei allen schnell beruhigt. Eine Eisenbahn ist anscheinend auch für die ortsansässigen Kambodschaner ein Ereignis und so kommen alle herbei gestürmt und warten was passiert. Die Bahn ist vollgeladen mit Holz und Menschen. Vielleicht Holz für einen neuen Bamboo Train ;)

Reisebericht als PDF
Autor: MadameFarbenfroh  23.09.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein

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