Kirchen im Iran – Eine religiöse und kunstvolle Erfahrung

Die Kirchen im Iran sind alle einen Besuch wert. Besonders eindrucksvoll sind dabei die Vank Kathedrale sowie die armenische Klosteranlage.

Eine der berühmten Kirchen des Irans findet man in der Stadt Isfahan, im Bezirk Jolfa. Sie trägt den Namen Vank Kathedrale und ist eines der architektonisch bedeutsamsten Gebäude des Landes. Der Bau der Kathedrale, die auch als Amna Perkich und All Savior's Cathedral bekannt ist, begann im Jahre 1606 und wurde zwischen 1655 und 1664 fertiggestellt. Das Innere der Kirche ist kunstvoll mit Wandmalereien, Fliesenarbeiten und auch Tableaus, die das Leben Jesu Christi zeigen, geschmückt. Neben den Gemälden, welche Nachahmungen der italienischen Kunst darstellen, sind die Architektur des Gebäudes und alle anderen Dekoration durchweg iranisch. Die Vank Kathedrale hat auch eine gewölbte Kuppel, weshalb sie stark an eine Moschee erinnert. Die Kuppel ist mit einem zarten Blau sowie Gold bemalt und zeigt die biblische Geschichte von der Erschaffung von Adam und Eva sowie deren Vertreibung aus dem Paradies.

Ferner kann man auch ein kleines Museum innerhalb der Kathedrale besichtigen. Dort befindet sich unter anderem eine alte Druckmaschine und eine große Bibliothek. Letztere hat einen unschätzbaren Wert für die Forschung und besteht vorwiegend aus armenischen sowie mittelalterlichen europäischen Schriften und Kunstbüchern. Das Museum zeigt außerdem historische Objekte, einige Manuskripte und zahlreiche Dokumente, die im Zusammenhang mit der armenischen Geschichte stehen. Das älteste Buch von Isfahan befindet sich ebenfalls in der Bibliothek sowie einige Erlasse der iranischen Könige aus der Zeit Schah Abbas dem Ersten.

Eine weitere wichtige Kirche des Irans ist die armenische Klosteranlage. Sie besteht aus dem Kloster St. Thaddäus, welches eher in einem desolaten Zustand aber dennoch für jedermann zugänglich ist. Man findet die Anlage etwa 18 Kilometer südlich von Maku und Historiker glauben, dass die Kirche das Grab von Thaddäus, einem Jünger Christi, der nach Armenien gereist war, ist. Heute gehört die Kirche zu den armenischen Gemeinden des Irans. Laut einer Inschrift aus dem Jahr 1329 wurde sie 1319 von einem schweren Erdbeben heimgesucht, bei dem sie fast komplett zerstört wurde. Nachdem man sie anschließend weitestgehend wieder aufgebaut hatte, erhielt sie die letzten Ergänzungen im 19. Jahrhundert. Die Außenwände sind mit Flachreliefs, die Bilder von Tieren und Heiligen zeigen, geschmückt. Einige wenige Reste lassen außerdem auf eine Mönchssiedlung schließen, die sich einst in der armenischen Klosteranlage im Iran befand. Wegen der vielen Besonderheiten im Bezug auf die Architektur und die Dekorationen wurde die Kirche in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Sie kann zu jeder Zeit besichtigt werden.

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Autor: Spunk  19.01.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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