Klettern in der Fränkischen Schweiz
Das Klettern in der Fränkischen Schweiz ist nicht umsonst weltbekannt. Vom Anfänger bis zum Profi findet hier jeder seine Traumroute - und der kulinarische Genuss bei Bier und Schäufele kommt dabei gewiss nicht zu kurz.
Wer über eine Kletterreise nachdenkt, stößt früher oder später auf die Fränkische Schweiz. Das Gebiet, das auch als Frankenjura bezeichnet wird, umfasst unzählige Felsen und erstreckt sich zwischen Nürnberg, Erlangen, Bamberg und Bayreuth. Damit ist auch sichergestellt, dass nicht nur die Kletterer, sondern auch die kulturell Interessierten auf ihre Kosten kommen. Und nicht nur das, die Landschaft des Frankenjuras hat ihren besonderen Reiz mit lieblichen Flüssen, die zum Kanu fahren einladen, sanften Hügel zum Wandern und viele Mountainbikewegen zum Entdecken.
Die Geschichte des Rotpunkt
Die Fränkische Schweiz hat als Heimat des Rotpunktkletterns eine lange Tradition im Sportklettern, bereits seit den zwanziger Jahren wird hier geklettert. Der 2010 verstorbene Kurt Albert war der Begründer des Rotpunktklettern, das als Meilenstein modernen Sportkletterns gilt. Er hat an den Einstieg jeder Tour, die er, ohne die Haken zur Fortbewegung zu benutzen, also "Rotpunkt", geklettert hat, einen roten Punkt gemalt. Diese Punkte sind heute noch zu sehen und weisen auf die großen Klassiker in dem Gebiet hin. Mit ihm dominierte der legendäre Wolfgang Güllich bis zu seinem viel zu frühen Tod das Klettergeschehen und hinterließ Routen, die bis heute als Testpiece gelten wie die "Action Directe" im Schwierigkeitsgrad 11.
Gestein und Absicherung
Das Gestein der Felsen in der Fränkischen Schweiz sind Kalkfelsen. Der Kalk ist löchrig, steil und dabei großteils sehr fest. Die steile Lochkletterei wird auch als "typisch fränkisch" bezeichnet. Bei über tausend Felsmassiven ist aber Abwechslung garantiert, nicht nur Kraft, sondern auch Technik ist gefragt. Durch die Steilheit können auch Anfänger bereits in vertikalen Wänden klettern. Die Absicherung der Routen ist überwiegend sehr gut mit Bohrhaken. In den leichteren Touren kann oft ein Toprope,also ein Seil von oben, eingerichtet und so für Anfänger und Kinder hervorragende Bedingungen geschaffen werden.
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Die beste Jahreszeit zum Klettern
In der Fränkischen Schweiz kann ganzjährig - mit Ausnahme des Winters, wenn dieser strenger ausfällt - geklettert werden. Die beste Zeit ist das Frühjahr und der Herbst, zu diesen Zeiten ist auch die Landschaft wunderschön und bunt. Die Ausrichtung der Felsen nach allen Expositionen erleichtert das Finden des optimalen Felsens zu jeder Jahreszeit. Temporär sind einige Kletterverbote bzw. Felssperrungen aus Naturschutzgründen zu beachten.
Wohnen und Essen
Unterkünfte gibt es in jeder Preislage. Die bekanntesten Zeltplätze sind vielleicht die Zeltwiese von Oma Eichler im Trubachtal, der Campingplatz Bärenschlucht und der Campingplatz in Allersdorf. Allen ist gemein, dass die nächsten Felsen in Gehdistanz zu finden sind. Privatpensionen sind in jedem Ort zu finden, Auskünfte erteilt gerne das örtliche Tourismusbüro. Und weil man beim Klettern viele Kalorien verbrennt, hat man sich die fränkischen Spezialitäten abends redlich verdient. Klettern und Bier sind in der Fränkischen Schweiz untrennbar verbunden, und nirgendwo sonst findet man so viele Kleinbrauereien, die nicht nur köstliches Bier anbieten, sondern auch eine Wirtschaft mit beliebten fränkischen Spezialitäten wie Schäufele, Drei mit Kraut, eine fränkische Spezialität, bestehend aus drei Bratwürsten mit Kraut, oder frisch gefangene Forelle betreiben.
Wenn das Wetter mal nicht ganz so gut ist
Durch die Nähe zu Nürnberg und Bamberg bietet sich ein Kulturausflug an, wenn der Regen mal wirklich kein Klettern zulassen sollte. Ein Besuch in der Therme in Hersbruck, in der sich der Tag im herrlich entspannenden Wasser verbringen lässt, ist ebenfalls sehr zu empfehlen. In der Fränkischen Schweiz sind auch viele Tropfsteinhöhlen zu finden. Die bekannteste ist vielleicht die Sophienhöhle in unmittelbarer Nähe der Burg Rabenstein.
Kletterführer zum weiteren Schmökern
Nicht nur Im Internet kann man detaillierte Informationen rund um die Fränkische Schweiz finden. Wer lieber etwas Gedrucktes in der Hand hält, dem seien die beiden Bände des Kletterführers von Sebastian Schwertner, Frankenjura Band 1 und Band 2, empfohlen. Dieser Führer ist im Panico Verlag erschienen und bietet einen sehr guten Überblick.
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