Kloster Zinna – Baukunst und Beschaulichkeit im Niederen Fläming
Im Südwesten Brandenburgs liegt der Jüterboger Stadtteil Kloster Zinna. Mittelalterliche Architektur und eine Webersiedlung Friedrichs des Großen bieten Architekturgenuss in einer weiten Landschaft.
Beiderseits der Nuthe-Niederung führen alle großen Straßen auf die Hauptstadt zu - oder von ihr weg. Auch die Route des Flaeming Skate kommt hier vorbei. Doch die weitläufige Landschaft des Niederen Flämings eignet sich nicht nur hervorragend, um auf verschiedenste Art unterwegs zu sein, sondern in ihr laden Orte ganz bewusst zum Verweilen ein. Kloster Zinna im Norden der turmbekrönten Stadt Jüterbog ist einer von ihnen.
Im 12. Jahrhundert gründeten, wie auch an anderen entlegenen Orten, in der damals noch kaum besiedelten Mark, Zisterzienser hier ein Kloster. Zahlreiche Dörfer, Felder und Waldgebiete kamen mit der Zeit in seinen Besitz und es trug ein gutes Stück zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Umgebung bei. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und der Ort verlor seine Bedeutung, bis Friedrich der Große im 18. Jahrhundert eine Webersiedlung errichten ließ. Während Jüterbog wie auch Kloster Zinna im Mittelalter Teil des Erzbistums Magdeburg waren, gehörte der südliche große Nachbar während der späteren Jahrhunderte bis 1815 zu Sachsen. Die damals noch nicht begradigte Nuthe, die heute dicht am südlichen Ortseingang und dann beim Kloster vorbei fließt, bildete die Grenze.
Die Geschichte von Kloster Zinna hat reichhaltige Beispiele von Architekturstilen und Kunstepochen hinterlassen. Von Romantik und Gotik über den Barock bis zur preußischen Gründerzeit ist etwas dabei. Das älteste Bauwerk ist die wuchtige, kantige Klosterkirche, die aus Granitquadern und beinahe ohne jeden äußerlichen Schmuck errichtet wurde. Schon viel leichtfüßiger kommt das malerische Doppel aus Neuer Abtei und Gästehaus in Backstein daher. Der linke Bau trägt einen klar gegliederten Blendengiebel, der rechte, nach hinten versetzte entfaltet mit seinen Formsteinen und Fialen die verspielte Fülle der späten märkischen Backsteingotik. Wenn schon das alte Kloster eine Stimmung von Ruhe und Beschaulichkeit verbreitet, bilden auch die niedrigen Häuschen der einstigen Webersiedlung mit ihrem regelmäßigen Straßennetz und dem runden Marktplatz einen angenehmen Gegenpol zur Großstadt. In der Mitte des Platzes steht das Denkmal für Friedrich II. im Schatten einer großen Eiche. An ihm kommt jeder vorbei, der Kloster Zinna besucht oder auch nur auf der Durchreise ist.
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