Kuba - Havanna, auch mit geringen Mitteln
Havanna ist eine Stadt zum Träumen und Verlieben. Auch mit geringen Mitteln, oder sogar besonders dann, kann jeder den Zauber der Stadt erleben.
Havanna, die Hauptstadt Kubas mit etwa 2,3 Millionen Einwohnern, liegt im Nordosten der Insel und ist ein absolutes Muss für jeden Kubareisenden. Die Stadt mit ihren bunten und verfallenen Fassaden, etlichen barocken Palästen aus der Kolonialzeit und den vielen brummenden Oldtimern, strahlt so viel Flair und Magie aus, dass sie jeden Besucher sofort in ihren Bann zieht.
Der 8 km lange Malecón, die Uferpromenade Havannas, bietet eine traumhafte Kulisse. Er zieht sich über mehrere Stadtteile hinweg. Am schönsten anzusehen ist er allerdings in der Altstadt, Habana Vieja, und dem Centro, was das Bindeglied zwischen der Altstadt und dem modernen Stadtzentrum, Vedado, bildet. An stürmischen Tagen spritzen die Wellen des atlantischen Ozeans hoch über die Ufermauern und können schon mal einen unaufmerksamen Passanten treffen oder einem vorbeifahrenden Wagen eine frische Dusche verpassen. Aber da das Wetter auf Kuba in der Regel sommerlich warm und angenehm ist, kann man an den meisten Tagen im Jahr gemütliche Spaziergänge am Malecón unternehmen, oder einfach nur auf den Ufermauern sitzen und sich von der zauberhaften Mischung aus karibischer Stadt und weitem Ozean inspirieren lassen. Zwischen Habana Vieja und dem Centro liegt ein hübsches open air Restaurant mit Blick auf die Promenade, das erschwingliches und sehr leckeres Essen anbietet. Außerdem ist der Malecón Treffpunkt für viele Einheimische, die trotz des fehlenden Strandes hier baden gehen, oder eine Flasche Rum zusammen trinken. Rum kann man in Kuba an jeder Straßenecke und in allen möglichen Varianten erhalten. Ob am Abend oder am Tag, man sieht überall Kubaner, die mit einer großen Flasche Rum in der Hand fröhlich pfeifend durch die Straßen Havannas oder den Malecón entlang schlendern. Diese kubanische Gelassenheit springt sofort auf die Touristen über und lässt Hektik und Stress verfliegen.
Am meisten zu sehen gibt es in Habana Vieja, dem schönsten Stadtteil Havannas, mit seinen malerischen Gassen. 1982 wurde die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und es wurde mit den Sanierungsarbeiten der verfallenen Gebäude begonnen, von denen heute wieder viele in bunten Pastelltönen und barocken Säuleneingängen strahlen. Für Kulturliebhaber hat die Altstadt Havannas einiges zu bieten. Es gibt zahlreiche Museen, Kunstgalerien, Kathedralen und Denkmäler. Um nicht den Überblick zu verlieren, sollte man sich vorab eine Stadtkarte mit eingezeichneten Sehenswürdigkeiten zulegen.
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Empfehlenswert, auch für die Kulturdesinteressierten, ist ein Besuch im Revolutionsmuseum, Museo de la Revolución. Es beherbergt eine umfangreiche Sammlung zu verschiedenen historischen Epochen, wie die Ausrottung der Indianer, der Einführung der Sklaverei, die Unabhängigkeitskriege und natürlich die kubanische Revolution, sozusagen ein Pflichtprogramm für Kubafans.
Außerdem empfehlenswert ist ein Besuch auf dem Castillo del Morro, einer alten Festung, die zum Schutz gegen die Piraten gebaut wurde. In fast jedem Gebäude der Festung gibt es verschiedene Ausstellungen, unter anderem werden viele persönliche Besitztümer Che Guevaras präsentiert. Am Abend bieten Souvenirhändler ihre bunt gemischte Ware an, und um 22.00 Uhr werden mit einem großen Knall die Kanonenkugeln abgefeuert. Ein sehenswertes Spektakel für Jung und Alt. Nicht zu vergessen ist die wunderschöne Aussicht auf Havanna und besonders die Altstadt, die man vom Castillo del Morro hat.
Ein touristischer Anziehungspunkt ist auch das schöne Capitolio Nacional im Centro. Allerdings muss man in dieser Gegend damit rechnen oft von Bettlern um ein Stück Seife oder Babynahrung gebeten zu werden. Wenn man etwas spenden möchte, sollte man vorsichtig sein, weil die überall vertretende Polizei ein strenges Auge darauf behält, dass man Bettlern nichts gibt. Die vom Capitolio aus führende Einkaufsstraße, Paseo de Martí, ist nicht mit den westlichen Standards zu vergleichen. Man findet keine großen Kaufhäuser oder moderne Modegeschäfte. Dennoch lohnt sich ein Besuch, um an den reichlichen kleinen Straßenständen günstig und lecker zu essen. Wer den ganzen Weg nicht zu Fuß zurück legen möchte, bekommt eine Vielzahl von Fahrmöglichkeiten, von der Pferdekutsche bis zu dem für Kuba bekannten Cocotaxi, angeboten.
Leckere Mojitos bekommt man in der Bodeguita del Medio in der Calle Empedrado in Habana Vieja, eine der bekannten Hemingway Pilgerstätten. Das Besondere an dieser Bar ist, dass hunderte von berühmten Persönlichkeiten ihren Besuch im Bodeguita mit Fotos und Autogrammen verewigt haben, die eingerahmt an den Wänden hängen. Auch Normalobesuchern wird das Privileg gestattet, sich an den Wänden mit einer Unterschrift zu verewigen.
Abwechslung bietet das zahlreiche Angebot an Spanisch- und Tanzkursen. Man sollte allerdings dem Mythos, dass in ganz Kuba auf karibische Rhythmen Salsa getanzt wird, nicht allzu großen Glauben schenken. Natürlich hört man aus vielen Häusern den bekannten Son, bei uns bekannt als Salsamusik, ertönen, aber die Salsatanzabende in den Hotels und Bars, werden in der Regel nur für die Touristen ausgerichtet. Trotzdem macht Salsatanzen Spaß und zwar vor allem im Casa de la Musica, wo bekannte Livebands spielen. Die gute Stimmung ist so mitreißend, dass es keine Rolle spielt, ob man die Tanzschritte beherrscht oder sich einfach nur von links nach rechts bewegt. Wer dem Touristengewimmel in den Stadtteilen Vedado und Miramar, wo die meisten Hotels Havannas lokalisiert sind, entkommen möchte, sollte in das Casa de la Musica im Centro, Galiano Avenida de Italia, gehen.
Natürlich kann man es auch einfach machen wie die Kubaner selbst, sich eine Flasche Rum besorgen und am Malecón mit den meist aufgeschlossenen und interessierten Einheimischen plaudern. Natürlich sind Spanischkenntnisse dabei von Vorteil, aber Kubaner verstehen es gut sich mit Händen und Füßen mitzuteilen, wenn es die Situation erfordert. Kuba zählt zu den sichersten Staaten Mittelamerikas und wird streng von der nationalen Polizei bewacht, so dass man sich in den von Touristen besuchten Gegenden auch am Abend sorgenfrei aufhalten kann.
Ebenfalls sehr touristisch, wenn auch sehenswert, ist die berühmte Tropicana Show im Stadtteil Miramar. Eine gute Alternative bietet ein Besuch im Gran Teatro de la Habana im Centro, das zu Hause der kubanischen Staatsoper und dem weltberühmten kubanischen Nationalballets.
Preiswert übernachten kann man im Hotel Deuville in der Avenida Italia. Das zweieinhalb Sterne Hotel kann zwar komfortmäßig nicht mit dem berühmten Hotel Nacional de Cuba mithalten, ist aber zum Übernachten völlig ausreichend und liegt in bester Lage, nämlich direkt am Malecón zwischen dem Centro und Habana Vieja, von wo aus man die meisten Attraktionen Havannas gut erreichen kann. Außerdem bietet die Poolterrasse auf den oberen Stockwerken eine fabelhafte Aussicht über die Stadt.
Eine weitere Option bieten die zahlreichen Privatunterkünfte, die sogenannten Casa Particulares, wo man von den gastfreundlichen Familien viel über die Geschichte Kubas, Land und Leute aus erster Hand erfahren kann und hilfreiche Geheimtipps bekommt. Diese Art zu übernachten ist die preiswerteste und die Zimmer sind in der Regel sauber und gepflegt.
Wer mal aus Havanna raus möchte, hat eine große Auswahl von eintägigen oder mehrtägigen Bus- und Bootstouren. Man kann zum Beispiel auf eine der vorgelagerten Inseln segeln, zum Schnorcheln und Tauchen gehen, oder einfach nur die Sonne genießen. Die Inseln Kubas bieten absolutes Karibikfeeling mit türkisblauem Meer, Palmen und weißen Sandstränden. Wer leicht seekrank wird sollte einen Abstecher zu den Playas del Este machen, die etwa 15 km von Havanna entfernt sind. Auch hier gibt es wunderschöne, palmengesäumte Sandstrände und das Beste ist, dass man nicht nur mit Touristen, sondern auch mit Kubanern zusammen am Strand liegen kann.
Ebenfalls empfehlenswert ist eine Tour nach Vinales und Pinar del Rio. Die naturbelassene Gegend wird geprägt von zahlreichen Mangrovenwäldern, Felsformationen und vor allem Tabakfeldern. Wer in dieser Gegend reist, sollte unbedingt eine Zigarrenfabrik besuchen, wo man günstig die besten Zigarren der Welt erhalten kann. Bustouren bieten das gesamte Programm, Besuch von Tabakfeldern, Zigarrenfabrik, Tropfsteinhöhle, Vinales Tal und einem hübschen open air Restaurant, an nur einem Tag an. Wer die Gegend lieber auf eigene Faust erkunden möchte, sollte sich auf jeden Fall eine Straßenkarte mitnehmen und die wichtigsten Spanischvokabeln vorab büffeln. Straßenschilder sind auf Kuba nämlich nur selten zu finden, und deshalb ist man auf die Hilfe der Dorfeinwohner angewiesen. Die aufregendste Art zu Reisen, ist sicher die der Einheimischen selbst. Man stellt sich an den Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen dorthin, wo sich eine Gruppe Kubaner gesammelt hat, und wartet auf eine anhaltenden Wagen, wie zum Beispiel einen Laster mit offener Ladefläche. Oder man versucht es auf die deutsche Art und hält einfach den Daumen nach oben. Vielleicht hat man Glück und landet in einem richtigen Oldtimer.
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Malecón
Habana Centro
Straßen Havannas
Bodeguita del Medio
Tabakfeld
Playas del Este
Kommentare zu Kuba - Havanna, auch mit geringen Mitteln
Lutz-Peter Sick (23.06.11)