La Boca - Das alte Hafenviertel von Buenos Aires
Der Stadtteil La Boca ist ein Magnet für Besucher der argentinischen Hauptstadt. Sehenswürdigkeiten wie die buntbemalten Häuser im "Caminito" oder die "Bombonera" sind ein Muss.
Die im Osten von Buenos Aires gelegene Nachbarschaft La Boca zählt mit seinen knapp 50.000 Einwohnern zu den eher kleineren Vierteln. Doch ist es aufgrund der bunten Häuser im "Caminito" und der Popularität des ansässigen Fußballclubs Boca Juniors wohl der bekannteste der 48 Stadtteile von Buenos Aires. Das Viertel hat seinen Namen nicht etwa durch seine zahlreichen genuesischen Einwanderer aus dem Boccadasse-Viertel erhalten. Vielmehr liegt La Boca ("Die Mündung") an der Mündung des Rio de la Plata und des Riachuelo-Flusses.
Geschichte und Entstehung des Viertels
Die Gegend um den Hafen von La Boca wurde anfangs hauptsächlich von italienischen Einwanderern besiedelt. Diese kamen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der ersten großen Einwanderungswelle aus Europa. Sie setzten sich hauptsächlich um den Hafen von La Boca nieder. Mit den Italienern, die natürlich kein Spanisch konnten, entstand die spanisch-italienische Mischsprache genannt "Cocoliche". Überbleibsel davon sind heute noch im Straßenslang, dem "Lunfardo" enthalten. So bestellt man in Buenos Aires heute anstatt "cerveza" eine "birra". Eben diese Einwanderergruppe war es, die 1882 nach einem langem Generalstreik, die genuesische Flagge in La Boca hisste und sich von Argentinien lossagte. Der regierende Präsident des damals aufstrebenden Landes namens Julio Argentino Roca wies die Aufständischen in ihre Schranken zurük und holte die Flagge angeblich sogar eigenhändig ein.
El Caminito - "Der kleine Weg"
Im 19. Jahrhundert trocknete der Flusslauf in La Boca aus und man verlegte Eisenbahngleise entlang dem Flussbett. Als die Gleise im Jahre 1954 stillgelegt wurden, war diese Gegend eine der unansehnlichsten von La Boca. Aus diesem Grund bemalte der genuesisch stämmige Künstler Benito Quinquela Martín, die Fassaden der Häuser in ebendiesem Abschnitt. Fünf Jahre später wurde die Straße zur Musemsstraße erklärt. Der Caminito zählt heute zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Täglich werden dort Tango-Shows aufgeführt und die Steaks für die hungrigen Touristen in den Restaurants gebraten. Unter den wachsamen Augen der stark präsenten Polizei bummeln auf der 150 Meter langen Straße Besucher aus der ganzen Welt. Spaziergänge abseits der touristisch erschlossenen Gegend von La Boca sind allerdings weniger ratsam.
La Bombonera - "Die Pralinenschachtel"
Das Fußballstadion der Boca Juniors, dem ehemaligen Team Maradonas, wurde in den 1940ern gebaut und gleicht aufgrund seiner Architektur einer Pralinenschachtel. Mit seinen steil ansteigenden Tribünen und den verrückten Fans ist La Bombonera ein Wahrzeichen des Viertels, aber auch Argentiniens. Die Akustik des rechteckigen Stadions ist beeindruckend und hat wohl schon so manchen Gegner das Fürchten gelehrt. Das 2001 im Stadion eröffnete Vereinsmuseum ist ein weiterer Grund warum zahlreiche internationale Boca-Juniors Fans oder auch neugierige Touristen in das Viertel kommen um la Bombonera zu besichtigen. Bei dem Klassiker Boca gegen den verhassten Rivalen River Plate, sollte man die Karten jedoch weit im voraus bestellen, um keine Enttäuschung zu erleben. Dieses Spiel gilt als Pflichtveranstaltung für alle Fußballfans. Auch hier gilt allerdings, sich nicht zu weit abseits des Stadions zu bewegen.
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