Laos – Land hinter den Wegen

Laos, Land der tausend Elefanten verspricht etwas andere Südostasien-Erfahrungen. Weit weg von den Traumstränden Thailands und den Städten Vietnams öffnet sich dem neugierigen Touristen eine Welt voll grüner Schönheiten.

Laos' alte Königsstadt, Dschungel und Tempelstadt

Verlässt man die ausgetretenen Wege Thailands in Richtung Osten, stößt man auf ein kleines, unscheinbares Land, das bis auf seine tragische Rolle während des Vietnam-Krieges keine Erwähnung in der Weltgeschichte findet. Laos, Lang Xang, Land der tausend Elefanten, wie der alte Name das vergangene Königreich beschreibt, ist vom Massentourismus noch nahezu unberührt. Langsam, verschlafen, doch wunderschön, beschreiben es die meisten Reisenden, die sich Zeit nehmen dieses Land zu erkunden. Denn Zeit ist, was der Besucher braucht, um die Schönheiten zu entdecken.

Erreicht man Vientiane, die Hauptstadt des Landes, über die Freundschaftsbrücke, die Laos und Thailand verbindet, verlangsamt sich der Pulsschlag automatisch. Keine Wolkenkratzer sind in dieser mit seinen 600.000 Einwohnern fast niedlich zu nennenden Hauptstadt, zu finden. Kein Skytrain, kaum Taxis, eine Handvoll Fußgängerampeln, dafür unzählige Straßenstände, alte Busse, klapprige Tuk-Tuks, lebendige Märkte und der beeindruckende Mekong, der aus China kommend das ganze Land durchfließt und die Grenze zu Thailand bildet.

Vientiane ist keine Stadt der beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, eröffnet aber tolle Blicke auf südostasiatisches Leben. Dort lässt sich zudem, gefördert durch die ansässigen Nicht-Regierungs-Organisationen, einiges über Probleme und Chancen der Gegend erfahren. Mit einem breiten Hintergrundwissen kann man, von der Hauptstadt aus, Trips in das Hinterland unternehmen. Schon für wenig Geld bieten sich Öko-Ressorts und Urwald Erfahrungen an, die für einen nachhaltigen Tourismus stehen und Landschaften mit beeindruckenden Wasserfällen und verzaubernden grünen Wäldern präsentieren.

Im Norden des Landes, der sowohl per Inlandflieger, als auch mit Bussen über kurvige Straßen erreichbar ist, durchquert der Besucher das Karstgebirge von Vang Vieng, das als Kletterparadies umworben wird. Er kann Zwischenstation im Weltkulturerbe Luang Prabang machen, der alten Königsstadt, die zwischen zwei Flüssen liegend zum Verweilen einlädt. Enge Gassen, kleine französische Cafés, nette Restaurants vereinen das Erbe der kolonialen Vergangenheit mit dem Charme, den die alten Tempel ausstrahlen, die noch heute Ausgangspunkt für das buddhistische Leben der Region sind. Bewegt man sich dann tiefer in die Berge, kommen vor allem Trekking-Fans auf ihre Kosten. Oudomxay, Luang Namtha, Phongsaly, wer sich von grün bewaldeten Tälern und schroffen Felsspitzen, zwischen denen sich andere Welten eröffnen, verzaubern lassen will, kann hier Wochen verbringen.

Der Süden hingegen, der den reicheren Teil des Landes bildet, hat dem kulturell interessierten Besucher einiges zu bieten. Neben dem kleinen Bruder Ankhor Wats, dem Khmer-Tempel Wat Phou, zeigt das Hochplateau in der Provinz Champasak hautnah und ungeschönt wo der Kaffee herkommt, für den Laos so berühmt ist. Und auch der Mekong, den die französischen Kolonialherren eigentlich zum Opiumhandel nutzen wollten, breitet sich voller Schönheit in diesem flachen Teil des bergigen Landes in seiner ganzen Breite aus. Sii Pan Don, die viertausend Inseln bieten wunderbare Sonnenuntergänge, Hängematten, eine mystische Inselwelt und das Gefühl der Zeitlosigkeit.

Laos ist ein Land, in dem der Tourismus erst langsam Fuß fasst. Laos bietet sich für all jene Touristen an, die die Chance nutzen wollen, hinter die glitzernden Kulissen Südostasiens zu schauen, um selber zu entscheiden, auf welche Art der Tourismus ein Land prägen soll. Wer sich darauf einlässt, wird definitiv nicht enttäuscht werden.

Reisebericht als PDF
Autor: MrPaul  30.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (3) | Nein

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