Lebendiges Kloster in Tirol: Das barocke Stift Stams im Inntal
Stift Stams im Inntal ist in jeder Hinsicht ein lebendiges Kloster mit eigener Saft- und Schnapsproduktion und einer schön restaurierten barocken Kirche mit weithin sichtbaren Zwiebeltürmen.
Das Stift Stams im Inntal ist nicht einfach eine Klosteranlage, sondern eines der wenigen noch lebendigen Zisterzienserklöster Österreichs. Das dem Benediktinerorden zugehörige Kloster liegt kurz hinter Telfs in Richtung Landeck und gut 30 km von Innsbruck entfernt. Die im Stift Stams lebenden Mönche sind auf der einen Seite verantwortlich für die Betreuung mehrerer Pfarren in der Umgebung, wie Stams oder Obsteig, aber auch in Meran in Südtirol, denn die politischen Grenzen Tirols haben im kirchlichen Bereich noch keinen Einzug erhalten. Ebenso liegt der Wallfahrtsort Locherboden in der Verantwortlichkeit der Zisterzienser von Stift Stams.
Doch die Mönche gehen, neben der geistlichen und geistigen Betätigung, auch zahlreichen anderen Arbeiten nach, von denen unter anderem die zahlreichen Besucher von Stift Stams im Inntal profitieren. Beispielsweise bietet das Kloster Raum für Menschen, die sich einmal aus dem Alltagsleben zurückziehen wollen und die Ruhe genießen wollen, die man nur in einem Kloster finden kann. Daneben finden im und um das Kloster zahlreiche Führungen der belesenen Mönche statt. Sowohl die Kirche wie auch das Kloster können besichtigt werden. Im Inneren der Kirche erwarten den Besucher barocke Verzierungen von bekannten Tiroler Künstlern. Der Bernarditrakt wurde beispielsweise von Georg Anton Gumpp gestaltet, der frühbarocke Hochaltar geht auf Steindle zurück. Zusätzlich gibt es noch ein Museum, in dem wechselnde Ausstellungen auch zeitgenössischer Künstler, wie zum Beispiel Reinhold Traxl, gezeigt werden.
Doch wer Stift Stams besucht, findet hier nicht nur geistige wie architektonische Hochkultur, sondern auch kulinarische Spezialitäten. Der klostereigene Garten liefert die Zutaten für Marmelade und Saft und die Schnapsbrennerei des Klosters produziert seit über 400 Jahren verschiedene Schnäpse. Ebenfalls zum Kloster gehörig ist eine Bäckerei, die montags, mittwochs und freitags frisches Steinofenbrot liefert. All diese Leckereien können im Klosterladen in der Orangerie erstanden werden.
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Stift Stams kann auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken, die vor ungefähr 1000 Jahren begann. Nachdem zuvor ganz in der Nähe eine Wallfahrtskirche gestanden hatte, wurde 1273 das Stift errichtet, und zwar als Grablege des Geschlechtes von Görz-Tirol. Die Legende besagt, dass das Kloster dem letzten Staufer, Konradin, gestiftet wurde, der Napoleon zum Opfer fiel. Graf Meinhard II. von Görz-Tirol war mit der Mutter Konradins verheiratet, und diese hatte den Grafen anscheinend gebeten, ihrem Sohn dieses Kloster zu stiften.
Das erste Kloster, noch aus Holz, wurde in den Wirren des 16. Jahrhunderts zerstört. Nach 1650 entstand das Kloster neu und die heute noch weithin sichtbaren Zwiebeltürme sowie die barocke Kirche wurden errichtet. Auch die Aufklärung ging am Stift Stams nicht spurlos vorüber. Zwar entkam es den Säkularisierungen unter Josef II., aber 1807 wurde das Kloster dafür von der bayrischen Besatzungsmacht aufgehoben. Schon 1816 jedoch konnte es unter Kaiser Franz I. neu gegründet werden, bis es dann 1938 von den Nationalsozialisten besetzt und dann aufgelöst wurde. War es während des zweiten Weltkrieges unter anderem Übergangsheimat der so genannten Optanten, der Südtiroler, die sich für Nordtirol als neue Heimat entschieden, so konnte es nach der Neugründung 1945 eine Heimstatt für unter Tito aus dem ehemaligen Jugoslawien geflüchteten Zisterziensermönche werden. Diese Mönche trugen maßgeblich zur Wiederbelebung von Stift Stams im Inntal bei. Zwischen 1973 und 1985 wurde Stift Stams umfassend renoviert, so dass es heute in seiner ganzen Pracht erstrahlt.
Nach Stift Stams im Inntal kommt man entweder mit dem Auto auf der Inntalautobahn A12, Ausfahrt Stams, oder per Bus und Bahn. Führungen in Stift Stams gibt es zwischen Juni und September jeweils stündlich, außer an Sonn- und Feiertagen vor der Messe, von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr und von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr, im restlichen Jahr jedoch nur nach Absprache. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4,70 Euro und für Schüler und Studenten 2,50 Euro: das Museum ist freitags und samstags von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr und sonntags von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Zur Stärkung steht das Gasthaus „Prälatenkeller“ in der Orangerie täglich außer dienstags von 10,00 Uhr bis 23.00 Uhr für Gäste offen.
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