Leipzig - auf den Spuren von Goethe und Schiller

Leipzig ist seit Jahrhunderten ein Zentrum für Kunst und Kultur. Besucht man die richtigen Orte, dann kann man die Stadt auf den Spuren von Goethe und Schiller entdecken.

Leipzig, die größte Stadt im Bundesland Sachsen, gilt schon seit vielen Jahrhunderten als Zentrum für Kunst und Kultur. Bereits im Mittelalter stieg es zu einer Handelsstadt auf, und in der Folgezeit zog es viele berühmte Persönlichkeiten in das „Klein-Paris“ an der Elster, wie Goethe Leipzig einmal nannte. Hier bekam der wohl bekannteste deutsche Dichter die Inspiration zum „Faust“, und hier lebte auch Schiller einige Jahre und arbeitete an seinem Drama „Don Karlos“. Wer die Stadt heute besucht, der kann immer noch auf den Spuren der Dichterfürsten Goethe und Schiller wandeln.

Die Entdeckungs-Tour

Um Schillers und Goethes Stationen in Leipzig zu entdecken, unternimmt man am besten eine Tour durch die Stadt, vorbei an den verschiedenen Orten, in denen die beiden Dichter ihre Zeit in Leipzig verbrachten. Der Weg beginnt beim Hauptgebäude der Universität in der Ritterstraße, denn dies war auch die erste Station von Goethe: Eigentlich stammte Johann Wolfgang von Goethe aus Frankfurt am Main, doch auf Wunsch seines Vaters zog er 1765 nach Leipzig, um dort Jura zu studieren. Zu Anfang besuchte er die Lesungen noch gerne – allerdings eher die über Literatur, die gar nicht in seinen Studiengang gehörten -, doch schon bald verlor der junge Goethe, aus reichem Elternhaus stammend und ohne Geldsorgen, schnell die Lust am langweiligen Lernen. Stattdessen verbrachte er seine Zeit lieber an anderen Orten.

Daher geht die Entdeckungstour weiter zum Neumarkt. Hier stand einmal das große Mietshaus, in dem Goethe sich eine Wohnung mietete und oft mit Freunden feierte. Danach macht man am besten einen Abstecher zum Naschmarkt, direkt neben dem Rathaus, wo man eine Statue Johann Wolfgang von Goethes mit einem Gedichtband in der Hand bestaunen kann. Seine Lyrik schrieb er in den Leipziger Jahren für seine erste große Liebe: Anna Katharina Schönkopf, auch „Käthchen“ genannt, die in einem Gasthof arbeitete.

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Im Anschluss folgen wir den Spuren Goethes in den „Auerbachs Keller“. In diesem Gasthof zechte der Dichter Bier mit seinen Freunden und wurde von einem Holzbild, auf dem der Astrologe Faust abgebildet war, zu seinem wohl berühmtesten Werk inspiriert. Der Auerbachs Keller ist heute eine der ältesten und berühmtesten Gastronomie-Einrichtungen Leipzigs. Es beinhaltet die Restaurants „Großer Keller“ und „Historische Weinstuben“ sowie eine Bar und befindet sich in der Mädler Passage direkt in der Altstadt. Bei Hausmannskost und Bier kann man sich hier wie der junge Goethe fühlen und den ersten Teil der Tour ausklingen lassen.

Doch nicht nur Goethe, sondern auch sein Freund und Dichter-Kollege Schiller lebte für einige Jahre in Leipzig. 1785, nachdem er wegen seines politisch brisanten Stückes „Die Räuber“ aus dem Raum Stuttgart vertrieben worden war, kam er hierher. Deshalb geht es nach der Goethe-Tour am besten zum Schillerhaus. Dieses Haus, in dem der Dichter mehrere Jahre lang an seinen Werken arbeitete, befindet sich in der Menckestraße 42 im Leipziger Stadtteil Gohlis. Es kann heute besichtigt werden und ermöglicht einen Einblick in die Lebensweise Schillers, der im Gegenteil zu Goethe über kein Vermögen verfügte und auf Wohltäter angewiesen war.

Im Schillerhaus, das ihm ein solcher Freund zur Verfügung stellte, schrieb er nicht nur einen Teil seines „Don Karlos“, sondern auch die Erstfassung der berühmten „Ode an die Freude“. Ein Besuch hier stellt daher einen würdigen Abschluss für die Entdeckungstour durch Leipzig statt. Wer noch mehr über die Dichter erfahren möchte, der reist am besten ins nicht weit entfernte Weimar, wo die beiden ihre Blütezeit erlebten. Aber auch wenn sowohl Schiller als auch Goethe Leipzig nach einigen Jahren wieder verließen – wenn man ihre Lebensstationen dort besucht, dann kann man sich in Leipzig noch immer auf die Fährte der beiden Dichter begeben.

Reisebericht als PDF
Autor: juliaj  23.12.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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