Malasaña - Eines der bel(i)ebtesten Viertel Madrids
Malasaña ist besonders für das Aufleben der "Movida Madrileña" bekannt und heute einer der angesagtesten Teile der spanischen Hauptstadt, in dem es von Cafés und Vintage-Läden nur so wimmelt.
Am 20. November 1975 starb der spanische Dikator Francisco Franco und entließ die jahrzehntelang von Kirche und Militär unterdrückte spanische Bevölkerung in die Demokratie. Die rapide Umstellung vom faschistischen Regime zur linken Regierung unter der PSOE (Partido Socialista Obrero Español) führte zu einem Freiheitsboom.
Besonders in Madrid, im Viertel Malasaña, sammelten sich hedonistische Jugendliche zur „Movida Madrileña“ zusammen und fröhnten ohne Einschränkungen dem Alkohol, den Drogen und der "Fiesta". Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar gehörte zum Kreise derer, die sich in den Bars, Diskotheken und Künstlerateliers im Malasaña der Achtziger-Jahre trafen. In seinen Filmen, wie "Pepi, Luci, Bom y otras chicas del montón" dokumentierte Almodóvar das Leben Spaniens zu dieser Zeit.
Die wohl berühmteste Kneipe des Stadtteils „La Vía Láctea“ in der Calle Velarde 18 dient bis heute als zentraler Treffpunkt der anderen Art. Seit 1978 existierte die Cocktailbar mit Billardsaal, Sitzecken und weiträumigem Obergeschoss und veranstaltete Parties und Konzerte. Pedro Almodóvar und die Künstler der Gruppe „Costus“, Enrique Naya Igueravide und Juan Carrero Galofré, gehörten zu den Stammgästen. Zunächst wirkte "Costus" bei der bunten, hedonistischen Wandgestaltung mit. Später wurde "La Vía Láctea" mit Konzertpostern, Kinoplakaten, Wandmalereien, Graffitis und Fernsehbildschirmen weiter ausdekoriert.
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Doch blieb die Bar nicht der einzige Sammelpunkt des florierenden Viertels. In der Calle de la Palma 14 bewohnten die Künstler der Gruppe Costus mit Fabio de Miguel (Fabio Mc Namarra), Musiker und Freund Pedro Almodóvars, eine Art "Wohnatelier". In der gleichen Straße, Calle de la Palma 4, gründete sich die "Penta Bar" und einige Meter weiter, in der Calle Jardines 3, entstand die Bar "El Sol". Ein Besuch der besagten Lokale ist ein Muss für jeden, der sich neben den ur-spanischen Tapasbars auf ein Stück madrilenische Kulturgeschichte einlassen möchte.
Nachdem die Künstler den Grundstein für die alternative Entwicklung legten, entwickelte sich Malasaña weiter zu einem der angesagtesten Teile Madrids. Heutzutage bietet Malasaña dem Besucher eine weit gefächerte Auswahl an Restaurants, Bars, Cafés, Theatern, Kinos, Boutiquen, Plattenläden und Vintage-Shops. Das Café "Lolina", in der Calle de Espiritu Santo 9, lädt mit seiner Einrichtung im Sechziger-Jahre-Stil ein, einen "Cafe con leche" zu trinken. Für spätere Stunden empfiehlt es sich im "Tupperware" gleich um die Ecke, in der Corredera Alta de San Pablo 26, eine "Copa", also einen Longdrink zu sich zu nehmen . Vor allem ein junges, Rock-Musik-liebendes Publikum besucht Nacht für Nacht die Bar mit ihren außergewöhnlichen Graffitiwänden und der trashig-kitschig dekorierten Bar. Wer noch nicht genug von spanischer Jugendkultur hat, findet auf dem Plaza de San Ildefonso ein wahres Paradies. Mit ein paar Büchsen "Mahou"-Bier und ein paar Stücken Pizza aus der Pizzeria "Pizza al cuadrado", in der Calle del Barco 45, lässt sich hervorragend das unbeschwerte Nachtleben genießen.
Malasaña ist und bleibt eines der interessantesten und belebtesten Stadtviertel Madrids, welches locker mit anderen Szenevierteln Europas mithalten kann. Nicht ohne Grund hinterließ ein anonymer Graffiti-Sprayer den Spruch an einer Mauer irgendwo in Malasaña: "Chueca+Malasaña=Capital de España".
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