Mallorca: Santuari de Lluc - Urlaub in einem Kloster

Das Kloster Lluc liegt versteckt im Gebirge und ideal für die Erkundung der Insel, Wanderungen & Fahrten zu einsamen Stränden. Die Herberge ist preisgünstig und bietet Ausblicke über die schönsten Landschaften Mallorcas.

Mallorca, eine kleine Insel im Mittelmeer, ist vor allem als Ferienort für ausgelassene Feiern unter deutschen Touristen sehr bekannt und heiß begehrt. Doch die spanische Insel bietet neben diesen Strandparties auch noch ganz andere Seiten. Im Gebirge lässt sich so unter anderem die ruhige Seite sowie die Tradition und Geschichte Mallorcas entdecken. Wer gerne Aktivurlaub macht und begeistert wandern geht, sollte sich lieber dort ein wenig umsehen.

Das Gebirge Mallorcas: Tramuntana

Im Gebirge Tramuntana unterwegs, auf der Suche nach ein paar einsameren Stränden, machte ich eine eher zufällige Entdeckung: mitten in den hohen Bergen stieß ich auf ein verstecktes Kloster. Das imposante Bauwerk des "Santuari de Lluc" liegt in einem kleinen Tal des tausend Meter hohen Gebirges und fernab allen Trubels in bezaubernder Bergwelt. Es ist allein schon von der Architektur her sehr beeindruckend und unbedingt sehenswert.

Die Legende um das Kloster

Ursprünglich hatte man eine kleine Kapelle an einen Bach gebaut, wo der Legende nach der Hirtenjunge Lluc, spanisch für Lukas, eine heilige Madonnenstatue gefunden hatte. Schließlich wurde aus dem kleinen Gedenkhaus im Jahre 1250 ein ganzes Kloster, welches im Laufe der Geschichte unzählige Male zerstört, anschließend wieder aufgebaut und dabei gleich noch vergrößert wurde.

Spürbare Geschichte & Tradition

Vor dem Tourismus war dies ein Ort der Andacht und Ruhe, doch trotzdem vor allem in letzter Zeit immer mehr Menschen in das Kloster kommen, bewahrt es sich seine Geschichte und Tradition, die man dort überall spüren kann. Heute bildet noch immer die Kirche mit der heiligen Schwarzen Madonna das Zentrum des kreuzförmigen Klosters, welche ein Wallfahrtsort zahlreicher Pilger ist.

Beliebtester Ort für Wanderer

Das Santuari de Lluc ist besonders unter Wanderern der beliebteste Ausgangspunkt für Unternehmungen auf Mallorca, denn vom Kloster führen mehrere schmale und einsame Wanderwege in die Berge. Von einem Hügel in der Nähe, auf dem ein großes Kreuz errichtet wurde, hat man einen wunderschönen Blick auf das Kloster und die umliegenden Landschaften, wirklich überaus sehenswert! Man hat einfach eine fantastische Sicht über Mallorca. An der abgewandten Seite des Klosters hängt außerdem eine Mehrfach-Sonnenuhr, welche die dortige Ortszeit, die mitteleuropäische Zeit und die babylonische Zeit sowie die Gebetszeiten anzeigte.

Die Herberge und Umgebung

Ursprünglich für die zahlreichen Pilger, wurde ein Teil des Klosters zu einer Herberge ausgebaut, in deren 129 Räumen heute auch Touristen sehr preisgünstig übernachten dürfen. Die Zimmer sind ziemlich geräumig, aber selbstverständlich spartanisch eingerichtet. Die Betten waren jedoch überraschend groß und überaus bequem. Der Ort, 34 Kilometer nordöstlich von Palma, hat heute kaum 100 Einwohner, doch entsprechend dem Tourismus hat sich auch die Umgebung angepasst. Um das Kloster herum haben sich einige Restaurants etabliert, einen Souvenier-Laden, eine Apotheke und einen Bäcker mit täglich frischem Brot gibt es inzwischen auch.

Klostermuseum & einsame Strände

Im Hauptgebäude befindet sich ein Klostermuseum, welches nicht nur die Geschichte des Santuari de Lluc, sondern auch die ganz Mallorcas erzählt. Ausgestellt ist eine Sammlung von Fundstücken: religiöse Gewänder und Kleidungsstücke, Gemälde, Keramik und so weiter. Mit einem Mietwagen kann man zusätzlich über die Berge gefahren und mehrere einsame, verlassene Strände mit himmelblauem Wasser für alleinige Stunden finden, doch die Fahrt dauert dann auch einige Stunden. Mit dem Baden nach einem Sturm sollte man dort jedoch vorsichtig sein, denn dann werden viele Feuerquallen dicht ans Ufer getrieben.

Fazit

Die Unterkunft im Kloster de Lluc ist sehr preiswert und der Eintritt ins Kloster kostenfrei. Einzig zu bezahlen war das Museum, in welchem die Beschilderung außerdem nur auf Spanisch und Katalanisch war. Je später der Sommer, umso voller wird es in dem Kloster, aber dennoch kann man jeden einzelnen Tag dort sehr genießen. Wer also nach Malle reist und mit dem flachen Land nicht unbedingt zufrieden ist - da die Insel nicht sehr groß ist, hat man auch schnell alles gesehen - der sollte unbedingt in die Berge fahren und ein paar Tage in diesem Kloster verbringen, denn es ist die Reise wirklich wert.

Reisebericht als PDF
Autor: LoveLilly  27.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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