Marrakech und die Djeema el Fna
Der Platz der Djeema el Fna in Marrakech ist wohl einer der bekanntesten der Welt und von Unesco als Weltkulturerbe benannt.
Es riecht nach allerlei Gewürzen, ich höre Trommeln, während ich den Boulevard Mohammed V in Richtung Djeema el Fna entlang laufe. Auf der rechten Seite erstreckt sich stolz das 69 Meter hohe Minarett der Koutoubia. Vor mir, wie aus dem Nichts, galoppiert ein Reiter auf seinem Kamel an mir vorbei. Voll beladene Eselskarren kreuzen meinen Weg. Ich fühle mich wie in einer anderen Welt, wie 300 Jahre zurückversetzt.
Ich biege nach links und je näher ich komme, desto lauter werden die Trommeln, desto heller schrillen die Flötentöne der Schlangenbeschwörer in meinen Ohren. Und dann vor mir endlich: Der Platz über den ich soviel gelesen habe, den UNESCO in seine Liste der Weltkulturerbe aufgenommen hat, den ich von der ersten Minute, als ich von ihm hörte, sehen wollte. Ich habe es geschafft, ich bin in Marrakech, ich stehe auf der Djeema el Fna. Übersetzt: "Der Platz der Geköpften". Vor mir steht ein traditionell gekleideter Araber der mit überschwänglichen Gesten Überlieferungen aus vergangenen Zeiten weiter trägt, ein sogenannter Geschichtenerzähler. Um ihn versammelt, eine Gruppe von gespannten Zuhörern. Ich sehe Wahrsager, Akrobaten, Affen und eine junge Frau versucht mit all ihrer Geschicklichkeit mich zu einem Henna-Tattoo zu bewegen. Ich setze mich in die Sonne und genieße ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Traditionell muslimisch gekleidete Frauen versuchen sich mit mir auf Arabisch zu verständigen und heißen mich herzlich Willkommen. Gastfreundschaft wird übrigens in ganz Marokko sehr groß geschrieben.
Ich laufe weiter in die Souks, den Basaren der Djeema el Fna. Ein Meer aus Farben empfängt mich. Die ersten Händler bieten ihre Lederwaren an, am nächsten Stand gibt's Plätzchen, weiter geht’s mit arabischen Kaftanen in allen erdenklichen Ausführungen und Farben. Ich werde zum „Thé a la menthe“ eingeladen, Marokkos Nationalgetränk - Grüner Tee mit marokkanischer Pfefferminze und ganz viel Zucker. Ich laufe weiter, vorbei an Fleischverkäufern, Gewürzständen, arabischen Süßigkeiten, Töpferwaren, Filigranschmuck u.v.m. Die Gänge scheinen kein Ende zu nehmen, immer wieder entdecke ich neue Wege, fast wie in einem Labyrinth.
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Als ich endlich, nach zweieinhalb Stunden, meinen Weg raus auf die Djeema el Fna finde, geht die Sonne bereits unter und der Platz hat sich in eine große fahrbare Küche verwandelt. Die sogenannten Garküchen zaubern mit viel Geschick allerlei arabische Köstlichkeiten. Der Platz ist erfüllt von den Düften und dem Rauch, der von den Küchen aufsteigt. Ich bin allein und es ist Zeit meinen Weg zurück ins Hotel anzutreten.
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Djemaa el Fna panorama
Souk von Marrakesch