Marseille - Das Tor nach Afrika

Marseille, das klingt nach Südfrankreich, nach Meer, Wein, gutem Essen, dem französischen Leben. Die Stadt gilt allerdings auch als Tor nach Afrika.

Wenn man in Marseille aus dem Bahnhof St. Charles tritt, hat man zu allererst einen traumhaften Blick über die Stadt. Nach wenigen Metern merkt man schon, was gemeint ist, wenn die Leute sagen "in Marseille gibt es nur Araber". Die Caféstuben, in denen überwiegend die Männer ihre Pfeife rauchen, reihen sich aneinander. Im Zentrum gibt es neben der Hauptstraße, der Canebière, einen Basar und man fühlt sich wie in Marokko - denn Marseille ist das Tor nach Afrika. Das Gesicht der Stadt ist marokanisch, algerisch, tunesisch geprägt. Man muss nicht aus dem Zentrum raus und in die berüchtigten Nordviertel gehen, um das arabische Flair zu riechen. Das bekannteste Kind der Stadt ist der Fußballstar Zinedine Zidane, der in St. Louis, den Nordvierteln der Stadt - dem Ghetto von Marseille - aufgeachsen ist.

Essen und Ausruhen in Marseille

Will man etwas essen oder sich einfach ausruhen, gibt es in Marseille drei Möglichkeiten: Zum Beispiel kann man direkt am Strand sitzen. Man steigt an der Metrostation ,,Rond du Prado" aus, geht die Hauptstraße direkt zum Wasser entlang, dann rechts halten. In einer kleinen Holzhütte werden freundlich, mit original Marseiller Akzent und zu kleinen Preisen Croq Monsieur, Kaffee oder Eis serviert. Man kann draußen sitzen und aufs Meer schauen. Oder aber man geht zum "Vieux Port" (dem alten Hafen); dort geht eher die feine Gesellschaft von Marseille denieren. Wer es alternativer mag, begibt sich hoch zum Cours Julien. Dort fühlt man sich wie auf einer Piazza in Italien. Der Cours Julien ist ein großer Platz mit vielen Cafés und kleinen Restaurants in den Seitenstraßen. Hier sind dann eher die Studenten, Ex-Hippies und junge Familien zu finden.

Die Menschen in Marseille

Wenn man von Nicht-Marseillern, z.B. den Parisern, gefragt wird, ob man Marseille mag, dann kann man vielleicht nicht viel Positives über das Stadtbild sagen, aber über die Mentalität der Menschen. Der Marseillaiser hat keine Scheu, Fremde im Bus, auf der Straße oder am Strand anzusprechen und mit ihm zu palabern. Da wird dann über das Wetter, den anderen Strandbesucher oder über die Sauberkeit der Stadt diskutiert. Genauso wie man angesprochen wurde, wünscht der Franzose einem dann einen schönen Tag und Au revoir. Kein Vergleich zu den Parisern, die eher verschwiegener sind. Auch ist der Pulsschlag in Marseille ein weitaus ruhigerer als in Paris. Die Leute bleiben stehen, unterhalten sich, trinken Kaffee und gehen dann irgendwann mal weiter. Man muss sich eben etwas Mühe geben, der Stadt Marseille, dem Tor nach Afrika, schöne Seiten zu entlocken, aber es lohnt sich auf jeden Fall!

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Autor: Katrien30  08.04.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein (1)

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