Mertola im Alentejo: Auf den Spuren der Mauren
Mertola ist eine kleine Stadt im Süden des Alentejo, die hoch über dem Fluss Guadiana thront und den Besucher in die reiche Geschichte der Römer und Mauren eintauchen lässt, die dieses Land einst bevölkerten.
Wer sich auf die Spuren der Mauren begeben will, der sollte nach Mertola im Alentejo fahren. Hier findet man nicht nur Spuren aus der jüngeren Vergangenheit, sondern auch noch Reste phönizischer und römischer Kultur. Die kleine Stadt, die sich über einer Flussbiegung des Guadiana erhebt, bietet schon von Weitem ein schönes Bild und die natürliche Begrenzung der Stadt durch den Fluss hat sie auch nicht so überbordend wachsen lassen, wie das vielen anderen portugiesischen Städten widerfuhr.
Mertola liegt ganz im Süden des Alentejo, nahe der Grenze zur Algarve und zu Spanien. Wer von Lissabon kommt, sollte über Castro Verde nach Mertola fahren, diese Strecke birgt neben der schön gekachelten Kirche mit Szenen aus der Schlacht von Ourique ein ganz besonderes Naturschauspiel. Der Straße entlang stehen Holzmasten, die eine Leitung führen und nahezu auf jedem der Masten ist ein Storchennest gebaut, von denen die meisten auch bewohnt sind. Von der Algarve aus ist die Strecke über Alcoutim zu empfehlen, da sie die landschaftlich schönste ist.
In der Stadt sind neben den gut erhaltenen Gassen und den kleinen, weiß getünchten Häusern mehrere archäologische Ausgrabungen aus der Römerzeit zu sehen. Insbesondere in der Burg ist das Forum Romanum sehenswert. Das Castelo dos Mouros, die von den Mauren erbaute Burg krönt die Stadt gewissermaßen und gleich unterhalb davon steht eine Kirche, die ehemals eine Moschee war und in deren Inneren noch heute die Gebetsnische zu sehen ist und die quadratische Struktur des Innenraumes weist die typischen maurischen Säulen und Gewölbe. Auch das Äußere der Kirche mit den Zinnen und Kegeln zeugt noch von den Spuren der Mauren. Im 16. Jahrhundert, nach der Vertreibung der Mauren aus Portugal, wurde die Moschee zur Kirche umfunktioniert, weshalb die christliche Architektur der Kirche vom Stil der Renaissance geprägt ist.
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Ebenfalls sehenswert ist auch der Uhrturm weiter unten in der Stadt, der noch aus römischen Zeiten stammt und aus den Resten der ehemaligen Stadtmauer herausragt. Die Museen der Stadt sind teilweise in ewiger Restauration begriffen und man sollte sich vorher über eventuelle Öffnungszeiten in der Touristeninformation erkundigen. Doch die Stadt entschädigt jeden Besucher mit ihrem einzigartigen Flair und ihrer schönen Lage für mögliche Enttäuschungen über die teilweise nicht vollständig ausgebaute Infrastruktur. Allemal ein Erlebnis ist auch der Markt, der oben in der Stadt in einen kleinen Markthalle abgehalten wird.
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