Mit dem Rucksack durch Indien

Eine Reise auf den Spuren der Blumenkinder auf eigene Faust quer durch Nordindien. Es gibt Träume, die man sich irgendwann erfüllen sollte!

Schon als ich 2002/2003 während des Studiums ein Praktikum in Dubai absolvierte, war der Traum von Indien in mir erwacht. Viele meiner damaligen Kollegen waren indische Gastarbeiter, die in Dubai bessere Aussichten hatten als zu Hause, doch ihr Herz schlug weiterhin für die ferne Heimat und ihre Erzählungen und Beschreibungen des Landes und seiner Menschen, ließen in mir schnell den Wunsch reifen: Dieses Land muss ich irgendwann mit eigenen Augen sehen. Es sollten fast sieben Jahre vergehen, aber im April 2009 war es endlich so weit.

Vorbereitungen

Die Route war schnell klar: Von Delhi aus, quer durch Rajasthan, über Kathmandu und den Himalaya nach Darjeeling und von Kalkutta zurück. Dann kam die schwierigere Frage: Mit wem kann man eine solche Reise machen? Da musste jemand gefunden werden, der spontan, abenteuer- und reiselustig ist, aber auch kompatibel mit mir. Wie leicht kann man im Urlaub an sonst guten Freunden plötzlich die übelsten Marotten entdecken, und dann ist es zu spät. Nach einiger Überlegungen fiel die Wahl auf eine Kommilitonin aus dem Studium und siehe da, sie war sofort begeistert. Die Planung konnte also in die heiße Phase gehen. In Bombay gab es Anschläge, schlecht für Bombay, gut für uns: Die Flugpreise nach Indien sanken. In der indischen Botschaft in München bekamen wir unser Visum, das nepalesische für den Abstecher nach Kathmandu beschlossen wir vor Ort zu besorgen, um flexibler zu sein. Überhaupt planten wir nur das Nötigste voraus, um vor Ort entscheiden zu können, was uns interessierte und wozu wir Lust hätten.

Abflug ins Abenteuer

Schließlich rückte der 26.April heran und wir trafen uns am Flughafen München, von wo aus die Lufthansa über Nacht nonstop nach New Delhi fliegt. Das Unangenehme an so einem Nachtflug in der Economy Class ist, dass man ziemlich gerädert ist, wenn man ankommt. Die Übernachtung für die ersten beiden Nächte hatten wir schon von zu Hause aus gebucht, danach wollten wir uns vor Ort eine Unterkunft suchen, damit wir unseren Reiseablauf spontan abändern konnten. Für die ersten zwei Nächte stiegen wir im nagelneuen The Leela Kempinski Gurgaon ab. Das Hotel wurde erst im Sommer 2009 eröffnet, wir waren also noch vor der offiziellen Eröffnung zu Gast, und es entpuppte sich als ein orientalischer Traum! Zum ersten Mal begegneten wir dort auch der sprichwörtlichen Gastfreundschaft der Inder, die uns noch sehr oft staunen lassen sollte. Der Nachteil war nur, dass Gurgaon - was wir von zu Hause aus nicht erkannt hatten - ein Vorort von Delhi und die Fahrt in die Stadt relativ weit ist, dieses wunderschöne Hotel war es jedoch allemal wert. Den ersten Tag verbrachten wir in Gurgaon, genossen den Luxus im Hotel (so kann man Rucksackurlaub echt aushalten!) und akklimatisierten uns ein bisschen.

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Delhi - Hauptstadt und Ausgangspunkt unserer Tour

Die Sehenswürdigkeiten Delhis kann man schwerlich zu Fuß abklappern, da sie über die ganze Stadt verteilt sind, daher nahmen wir uns ein Leihauto, zu welchem man in Indien automatisch einen Chauffeur bekommt. Aus gutem Grund! So lieb die Inder sein können, im Straßenverkehr mutieren sie zu Monstern! So saßen wir gemütlich auf dem Rücksitz und konnten die Aussicht genießen. Unser erster Anlaufpunkt war Qutb Minar, das Minarett, eingebettet in einen Gebäudekomplex, der inzwischen nur noch eine Ruine ist, gehört seit 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe. Dort stießen wir auch zum ersten Mal auf eine indische Unart, die uns an allen Sehenswürdigkeiten wieder begegnen sollte, vorwiegend alte Frauen, die sich in ihren bunten Saris bereitwillig als Fotomotiv anbieten und hinterher "Rupie, Rupie" fordern. Lästig, aber durch Ignorieren kann man sie abschütteln, dem Betteln, das einem überall in Indien unterkommt, sollte man nicht nachgeben, rieten alle Reiseführer einstimmig, es hält Kinder davon ab zur Schule zu gehen und produziert dadurch neue Generationen ohne Aussicht auf einen Beruf. Anschließend ließen wir uns ins Regierungsviertel fahren, wo wir das Parlamentsgebäude und das India Gate besichtigten, diese Gegend erinnerte uns vage an Paris, die Champs Elysee und den Arc de Triomphe.

In der Altstadt von Delhi mussten wir unser bequemes, klimatisiertes Leihauto gegen eine Rikscha tauschen, da die Innenstadt autofrei ist. Auch Rikschas haben in Indien einen Chauffeur und wir fühlten uns etwas unwohl, als der kleine, drahtige Mann uns auf diesem klapprigen Fahrrad durch die Straßen kutschierte. Schnell ließen wir uns jedoch von den Eindrücken ablenken, die auf uns einprasselten. Ein Elefant und ein Kamel kreuzten unseren Weg, mitten in der Stadt! Wir hielten am Roten Fort und an der großen Moschee. Nach der Stadtrundfahrt setzte unser Rikschafahrer uns brav wieder bei unserem Mietauto ab und wir fuhren zu unserer letzten Station, der Tempelanlage Akshardham. Noch nie zuvor habe ich etwas ähnlich Beeindruckendes gesehen. Dieser Tempeldistrikt ist kein Altertum, sondern relativ neu, erst vor einigen Jahren fertig gestellt worden, trotzdem spiegelt er eine solche Traditionalität und Liebe zum Detail wider, wie es im Abendland niemals denkbar wäre. Moderne Kirchen sehen eher schmucklos und nüchtern aus, so wie auch moderne Religion hierzulande eher staubig und fad daher kommt, nicht so in diesem Hinduheiligtum. Obwohl wir viele tolle Eindrücke gewinnen sollten in den nächsten zwei Wochen, so ist mir besonders Akshardham in lebhafter Erinnerung geblieben.

Agra - das Abenteuer beginnt

Nach der luxuriösen Unterbringung und relativ relaxten Stadtrundfahrt im klimatisierten Mietauto entschieden wir uns, dass die nächste Station etwas abenteuerlicher werden durfte. Wir kauften ein Zugticket nach Agra und stürzten uns ins öffentliche Verkehrsnetz Indiens. Zugfahren erwies sich, bis auf das Ticketkaufen, als erstaunlich problemlos und viel komfortabler als wir gedacht hatten, außerdem kamen wir so wieder mit Einheimischen in Kontakt, die uns großzügig gleich an ihrer Proviantbox teilhaben ließen. In Agra wollten wir sofort zum berühmten Taj Mahal, zuerst aber brauchten wir eine Unterkunft für die Nacht. Wir wählten ein Hotel im Reiseführer und machten uns auf zum Taxistand, um uns dort hinbringen zu lassen. Vor dem Bahnhof empfing uns eine Wolke aus Fahrern, die, auf unser offensichtlich touristisches Aussehen reagierend, das große Geschäft des Tages witterten. Wir entschieden uns für eine neue Fortbewegungsart, ein "TucTuc". Der Fahrer ernannte sich auch gleich selbst zu unserem persönlichen Agra-Führer und da wir ja wirklich ein paar Tipps gebrauchen konnten, ließen wir ihm den Spaß. Das Taj Mahal blieb uns dadurch allerdings vorerst noch verwehrt. Nach seinen Insider-Angaben war die beste Zeit davor der frühe Morgen, statt dessen brachte er uns nach dem Check-in im Trident Hotel noch zum Fort, von wo aus man immerhin einen Blick auf das Taj Mahal erhaschen konnte.

Am nächsten Morgen wurden wir um 6.00 Uhr wieder abgeholt, verschlafen und ohne Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Taj Mahal. Eine weniger gewichtige Sehenswürdigkeit hätte uns vermutlich nicht aus den Federn gelockt. Aber der Fahrer hatte vollkommen Recht. Im Dunst der Morgendämmerung war das Taj Mahal nicht nur märchenhaft schön, sondern auch nahezu menschenleer. Als wir uns satt gesehen hatten und die Fotoapparate glühten, brachte uns unser Fahrer und Reiseleiter zurück zum Hotel zum Frühstücken. Anschließend verabredeten wir uns noch einmal mit ihm, den Rest des Tages ließen wir ihm freie Hand. Sein Programm führte uns in eine Marmor-Einlegearbeiten-Fabrik, wo unter anderem auch das Taj Mahal verziert worden war, eine Teppichknüpferei und einem Laden für Saris, Stoffe und Tücher aller Art. Vermutlich alles Cousins und Onkel unseres Begleiters, die ihm hinter dem Ladentisch eine ordentliche Provision zukommen ließen, dafür, dass er Touristen wie uns zu ihnen lockte, aber das kümmerte uns nicht. Wir hatten einen interessanten Tag mit echter indischer Handwerkskunst und schon die ersten Souvenirs.

Von Jaipur bis in die Wüste

Nachdem das mit dem Zugfahren so gut geklappt hatte, nahmen wir auch für das nächste Wegstück die indische Bahn. Von Agra nach Jaipur, in die "Pink City". Von den freundlichen Hoteliers in Agra ließen wir uns schon einmal das Schwesterhotel in Jaipur reservieren. Das Trident Hotel Jaipur liegt etwas außerhalb der Stadt an einem See, in dem ein Wasserschloss liegt. Weil sich herausstellte, dass Jaipur mehr zu bieten hatte, als wir ursprünglich dachten, entschieden wir uns, zwei Nächte zu bleiben. Den nächsten Tag widmeten wir Amber und dem Amber Fort, ausnahmsweise kein rotes, sondern ein gelbes Fort. Hoch auf einer Bergkette gelegen, bot es einen atemberaubenden Blick über das Örtchen Amber und die Hügel drum herum. Überall hatten wir gelesen, das Amber Fort und Jaipur sei berühmt für seine Elefanten, leider begegneten wir keinem einzigen. Etwas enttäuscht kehrten wir zum Hotel zurück. Doch ausgerechnet direkt vor unserem Hotel stand er dann, der erste und unser einziger Elefant in Jaipur! Natürlich durfte ein kurzer Ritt darauf nicht fehlen.

Am darauffolgenden Tag charterten wir wieder ein Mietauto samt Fahrer für unsere Weiterfahrt nach Jaisalmer, zuvor aber ließen wir uns noch durch die Straßen der Stadt kutschieren, die man aufgrund der rosé-farbenen Häuserfassaden auch "Pink City" nennt. Das bekanntest Bauwerk Jaipurs ist der Palast der Winde, dessen beeindruckende Fassade schon Kulisse mehrerer Bollywoodfilme war. Anschließend folgte eine neunstündige Autofahrt in die Wüste. Vollkommen gerädert und erledigt erreichten wir in der Abenddämmerung Jaisalmer und checkten im Heritagehotel Killa Bahran ein, das direkt im Fort liegt. Am nächsten Morgen nach einem kräftigen Frühstück sah die Welt schon wieder besser aus, wir erkundeten die Gässchen des Forts, bevor wir uns auf eine Jeep- und Kamelsafari in die Wüste begaben. Danach hieß es Kraft tanken für die Rückfahrt, 15 Stunden im Auto lagen vor uns, bevor wir wieder in Delhi ankommen würden.

Abstecher nach Kathmandu

Weil wir uns im Leela Kempinski in Gurgaon so wohl gefühlt hatten, kehrten wir geschlaucht von der langen Fahrt dahin zurück. Wir wurden begrüßt als wären wir lang vermisste Angehörige, die endlich wieder nach Hause gefunden haben, sogar unsere Frühstücksbestellung am nächsten Morgen war dem Kellner noch im Gedächtnis. Dann flogen wir mit der Air India nach Kathmandu, die Einreise war erfreulich unbürokratisch, obwohl wir ja in München noch kein Visum beantragt hatten. Der Flug über den Himalaya war leider sehr wackelig und obwohl ich nicht zu Flugangst neige, war mir latent übel. Nepal war dann gleich wieder eine ganz andere Welt, ähnlich und trotzdem komplett anders. Von den Nepalesen erfuhren wir, dass den Indern absolut nicht zu trauen ist - was diese seltsamerweise auch über die Nepalesen gesagt hatten. Unsere Wahl fiel auf das Heritagehotel Vajra, das über ein nettes Volkstanzprogramm und eine Wellnessabteilung verfügt. Etwas enttäuschend fanden wir die Aussicht, keine Berge weit und breit! Die beeindruckende Bergkette des Himalaya rundum Kathmandu hüllte sich in Dunst und Wolken. Kathmandu selbst war aus europäischer Sicht eine unfassbar dreckige Stadt, schlimmer als alles, was wir in Indien zusehen bekommen hatten. Die beiden Ufer des Bagmati, der durch Kathmandu hindurch fließt, bestehen aus zwei Müllhalden und über der ganzen Stadt liegt ein gleichmäßiger Mief.

Deshalb wählten wir den Weg aus der Stadt hinaus, vom Hotel aus konnte man das Buddhisten-Heiligtum Swayambhunath zu Fuß erreichen. Der Aufstieg war ziemlich steil, dafür kommt man durch einen Park voller Gebetsfähnchen und Statuen, oben angekommen tauchten wir ein in eine spirituelle Welt aus fremdartigen Riten und Gebräuchen. Die Stupa, das Allerheiligste, wurde von tibetanischen Mönchen umrundet, die dabei Gebetsmühlen betätigten. Die Hauptattraktion für die vorwiegend indischen Touristen waren jedoch zu unserem Erstaunen, wir. Wir wurden genötigt für das Familienalbum zu posieren und nach unserer Herkunft ausgefragt. Auch von der Anhöhe des Sawyambhunath aus, waren die Berge nicht erkennbar, dafür aber Adler, die am Himmel kreisten. Nach zwei Tagen in Nepal organisierten wir unsere Weiterreise nach Darjeeling. Die Fortbewegungsmittel im gebirgigen Nepal sind sehr eingeschränkt, uns wurde empfohlen, wieder ein Flugzeug zu nehmen. So flogen wir mit Yeti Air bis Biratnager. Wegen meiner Erfahrungen beim Hinflug hatte ich Bedenken, noch einmal über den Himalaya zu fliegen, noch dazu mit einer Fluggesellschaft namens Yeti Air, doch es erwies sich als wesentlich weniger wackelig als in der größeren Air India Maschine. Von Biratnager aus brachte uns wieder ein Leihauto zurück über die indische Grenze und nach Darjeeling.

Darjeeling - Zeitsprung zurück in die Kolonialzeit

Schon an der Grenze begann sich erneut die Landschaft zu verändern. Nach dem Hochgebirge von Nepal wirkte die Gegend hier fast tropisch, mit hohen Bananenstauden und Reisfeldern. Bald darauf sahen wir unsere ersten Teeplantagen. Die Fahrt zur Hill Station Darjeeling war abenteuerlich: Die schlecht befestigte Straße mäandrierte über Berge und Hügel hinauf, teilweise so eng, dass sich entgegenkommende Fahrzeuge kaum ausweichen konnten, was den Fahrstil der Inder aber keineswegs beeinträchtigt. Als wir endlich in Darjeeling ankamen, war es bereits dunkel. Wir hatten uns unterwegs für ein Kolonialhotel entschieden, das Windamere Hotel. Nach unserer Ankunft fühlten wir uns sofort um 100 Jahre in die Vergangenheit versetzt, auf der Anlage scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Speisesaal begrüßt die Hotelchefin persönlich ihre Sommergäste und die Kellner tragen Frack und Handschuhe, die Speisekarte lässt die Wahl zwischen indischen und britischen Gerichten. Auch die Hotelzimmer haben einen unverkennbaren britischen Anstrich: geblümte Bettüberwürfe, Vorhänge und Polstermöbel. Jedes Zimmer verfügt außerdem über einen offenen Kamin, wieso, sollten wir schnell erkennen: Die Nächte in der Hill Station sind kalt, selbst wenn es am Tag heiß war.

Die erste Nacht in Darjeeling war jedoch sehr kurz für uns, da wir uns entschlossen, die letzte Chance auf einen echten Achttausender zu ergreifen. Morgens vor Sonnenaufgang fuhren wir, wie hunderte andere Touristen, zum Tiger Hill auf 2.600 Meter, von wo aus man den Sonnenaufgang über dem Kanchenjunga-Massiv beobachten kann. Es war wieder diesig und wir erwarteten schon, den frühen Ausflug umsonst gemacht zu haben, doch als die Sonne langsam durch die Dunstschwaden stieg, beleuchtete sie tatsächlich die Spitzen des Kanchenjunga, dem dritthöchsten Berg der Welt. Nur eine kurze Weile lang war er sichtbar, dann versank er wieder in den Wolken, aber immerhin, der Ausflug hatte sich gelohnt. Natürlich durfte auch eine Besichtigung einer Teeplantage nicht fehlen in Darjeeling. Das Happy Valley Tea Estate wurde uns dafür empfohlen, es produziert exklusiv für Harrod's in London. Tatsächlich sollte dieser als geruhsamer Nachmittag geplanter Ausflug, mit die strapaziöseste Erfahrung für uns in Indien werden. Der Guide hatte sich offenbar zum Ziel gesetzt, uns jede einzelne Teepflanze der Plantage zu zeigen, anschließend verkam die Besichtigung leider etwas zur Verkaufsveranstaltung. Weil es abends anfing zu regnen, besuchten wir das örtliche Kino und schauten uns einen indischen Film an, der zufällig auch in Darjeeling spielte. Vorm knisternden Kaminfeuer unseres Hotelzimmers beschlossen wir unsere vorletzte Etappe.

Kalkutta liegt (nicht) am Ganges

Die traditionellste und gleichzeitig spannendste Weise Darjeeling zu verlassen, bietet die Schmalspurbahn Toytrain. Sie bedient von Darjeeling über Siliguri bis New Jalpaiguri die Stationen der Hill Stations und verbindet sie mit dem normalen Schienenverkehr. Dabei überwindet sie ungefähr 2.000 Höhenmeter. Die insgesamt neunstündige Fahrt vertrieben wir uns mit Landschaftsbetrachtungen, wir fuhren wieder vorbei an Teeplantagen, Bananenstauden und Palmen, kleinen Siedlungen und buddhistischen Klöstern. In New Jalpaiguri bestiegen wir dann den Nachtbus nach Kalkutta, was sich im Reiseführer sehr bequem gelesen hatte, entpuppte sich als eine für Europäer sehr gewöhnungsbedürftige Reiseform. Zwar konnte man in den Schlafkojen des Busses ausgestreckt liegen, aber es war alles so dermaßen verdreckt und außerdem während der Nacht eiskalt. Ein Hagelschauer, der auf das Busdach prasselte, trug auch nicht eben zu einem erholsamen Schlaferlebnis bei. Dementsprechend verkatert erreichten wir Kalkutta.

Zum ersten Mal in zwei Wochen scheiterte auch unsere Vorgehensweise, einfach ein Hotel aus dem Reiseführer auszuwählen und uns dort hinbringen zu lassen. Das ausgewählte Hotel existierte nicht mehr und unser Taxifahrer kannte auch kein adäquates. Nach einer ganzen Reihe wirklich sehr schöner Unterkünfte quer durch Indien und Nepal, endete unsere Reise mit einem heruntergekommenen Etablissement. Aber immerhin ein Bett und eine Dusche, das waren uns für den Augenblick die dringlichsten Einrichtungen. Kalkutta liegt, anders als in einem bekannten Schlager besungen, nicht am Ganges und ist eine sehr schmutzige, sehr laute indische Großstadt, die nicht an den Charme von Delhi oder Darjeeling heranreicht. Vielleicht waren wir am Ende einer langen Reise und ungefähr 1.000 Kilometern Wegstrecke aber auch übersättigt.

Zurück in der Wirklichkeit

Die Lufthansa brauchte uns am 12.Mai über Franfurt wieder zurück nach München. Vor allem die letzten Tage unseres Indien-Abenteuers waren sehr anstrengend, aber insgesamt wurden die Eindrücke, die wir sammeln konnten, den großartigen Versprechungen der Inder in Dubai mehr als gerecht. Irgendwann möchte ich auch noch den Süden dieses spannenden und abwechslungsreichen Landes erkunden, aber man braucht ja auch noch Träume für die nächsten Jahre!

Reisebericht als PDF
Autor: Schaaaaf81  24.08.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (10) | Nein (2)

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