Montana - Unendliche Weiten, Wälder, Berge und Tiere

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Ich möchte gerne den Bundesstaat Montana im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika vorstellen. Vor einigen Jahren haben wir eine Rundreise durch diesen wunderschönen Staat mit all seinen landschaftlichen Facetten durchgeführt. Um die Reise vor Ort so spannend und so flexibel wie möglich zu halten, haben wir lediglich den Flug sowie einen Mietwagen via Internet gebucht. Allerdings bleibt eine intensive Vorabplanung bezüglich der Sehenswürdigkeiten nicht aus - will man doch die schönsten Seiten von Montana zu Gesicht bekommen!

Von Deutschland aus, zum Beispiel von dem alten chaotischen Terminal von Frankfurt, geht es über Denver nach Missoula. Allein die beiden amerikanischen Flughäfen zu beschreiben in Hinblick auf Sauberkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals sowie die klar durchstrukturierte Anordnung der einzelnen Gates und Ebenen würde hier mindestens zehn Minuten in Anspruch nehmen. In Missoula landen, Gepäck entgegennehmen, Mietwagen empfangen und der eigentliche Urlaub kann auch schon beginnen! Auf dem Weg nach Polson, einer kleinen Stadt südlich vom Flatheadlake, kann man schon die ersten beiden Sehenswürdigkeiten ausfindig machen. Ein Indianermuseum sowie ein Bisonpark, doch darauf komme ich später noch zurück. Das erste Ziel ist aber der größte See Montanas, der Flatheadlake. Für Angler als auch für Motorsportler und schwimmbegeisterte ist das ein absolutes Muss. Auch kulinarisch kommt man hier nicht zu kurz. Man fährt einfach mit seinem Boot zum nächstgelegenen Restaurant und genießt, nebst Steaks und Sparerips, viele andere einheimische Speisen, sowie die tolle Aussicht auf den See und das gegenüberliegende Ufer. Beeindruckend sind auch die Schier grenzenlosen Wälder, die sich bis weit in den Horizont ziehen.

Glacier National Park

Nicht weit entfernt, nördlich des Sees knapp unterhalb von Kanada, liegt der Glacier National Park im Hochgebirge der Rocky Mountains. Die ersten Eindrücke - und nicht nur die - sind überwältigend. Die Natur ist atemberaubend und von unbeschreiblicher Schönheit. Auf der berühmten Going-to-the-sun Straße kann man die herrliche Natur genießen. Die naturbelassenen Flüsse, die sich durch Wälder und Gebirgszüge schlängeln, haben dem Urlauberherz viel zu bieten. Jene von schneebedeckten Spitzen weit gen Himmel ragende Berge lassen nur im entferntesten erahnen, welch imposante Sehenswürdigkeiten dieses Land noch vorzuweisen haben. Am Gipfel angekommen fällt erstmal das Thermometer, je nach Jahreszeit, schon mal um die 15°C. Doch diese Gänsehaut erzeugende Aussicht entschädigt alles.

Wer sich von Luxus absagen will, kann sich hier im Swiftcurrent Motel Inn, das inmitten des Naturschutzgebietes liegt, einquartieren. Dieses Motel liegt direkt am gleichnamigen See "Swift Current Lake". Keine 100 Meter von dort entfernt befindet man sich schon inmitten Montanas unberührter Natur. Wenn man eines in Montanas Natur kann, dann ist das laufen, so weit die Füße tragen. Ich werde diese Trampelpfade - mit vereinzelnden Bären-Hinweisschilder - nie vergessen. Hier hört man zum ersten Male in seinem Leben "nichts" - zumindest keine künstlichen Geräusche wie Waldarbeiten, Luftfahrzeuge oder Motorräder - nur die reinste Natur!

Im Gletscher Nationalpark können aber auch andere Unternehmungen geplant werden: Hubschrauberrundflüge, Rafting, geführte Reittouren, um nur einige zu nennen. Tolle Souvenirshops findet man in Browning und Umgebung, allerdings sind solche Shops nur schwer im Internet ausfindig zu machen. Es gibt eine Vielzahl von Künstlern, die vornehmlich indianische Kunst verkaufen: Von landestypischer bzw. stammestypischer Tracht über Bilder bis hin zu Schnitzereien gibt es alles, was das Souvenirherz begehrt, sowohl in Indianer-Shops als auch von privat. Vorsicht gilt aber vor so genannten Discountern, die fast ausschließlich Made in China- Artikel verkaufen!

MIssoula

Die Rundreise führt uns weiter nach Missoula. Dort gibt es natürlich eine Menge landestypischer Hotelketten, Motels und private Unterkünfte. Super ausgeschildert, bereits auf den Highways, findet man sofort ohne langes Suchen das passende für jeden Geschmack. Missoula ist eine typische Stadt im Norden der Staaten. Hier ist alles sehr geräumig gehalten. Von den Straßen, Parkplätzen und natürlich nicht zu vergessen von den Shops, die sich wie eine Perlenkette entlang der N-Reserve Str. ziehen. Die größte Einkaufsmöglichkeit findet man in der Southgatemal, einer Ansammlung von verschiedenen Läden und Restaurants unter einem Dach - wie man diese auch mittlerweile in Deutschland immer öfter vorfindet. Dort kann man nach Herzenslust einkaufen und vielleicht auch die Einkaufsliste von den Daheimgebliebenen abarbeiten. Schnäppchen findet man auf jeden Fall! Wer abends noch fit ist, kann natürlich nach Downtown fahren, wird aber etwas enttäuscht sein, da dort weder Marktplatz noch Fußgängerzone vorzufinden sind. So wie es in einer deutschen Stadt meist üblich ist. Dafür gibt es aber unzählige Bars, Kneipen und Restaurants. Eines kann man aber mit Sicherheit sagen: Verhungern wird man in diesem Land nicht!

Helena

Weiter führt uns der Weg nach Helena, der Hauptstadt von Montana. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Zwischenstopp von einem Tag mit Übernachtung einzulegen. Mittlerweile sollte man sich eine Hotelkette ausgesucht haben und bei dieser bleiben. Warum? Nun, zum einen kennt man nun den Service und vor allem die Qualität dieser Kette und zum anderen kann man auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten durchaus mal feilschen. Kleiner Tipp: Mein persönlicher Favorit war die Best Western Hotelkette. Hier in der Hauptstadt gibt es ebenfalls eine Menge Sehenswürdigkeiten, angefangen mit dem Regierungsgebäude, dem Capitol. Dies ist ein beeindruckendes und zugleich erstaunliches Gebäude im Hinblick auf die Architektur. Eine Besichtigung des Inneren ist ohne Probleme möglich. Entlang der Flure findet man neben künstlerisch wertvollen Gemälden und der imposanten Innenarchitektur auch die gesamte Regierungsmannschaft.

Ein weiteres Highlight ist natürlich das Kunstmuseum von Helena gegenüber dem Capitol. Hier findet man unter anderem Werke des wohl berühmtesten Malers von Westernbildern Charles M. Russell. In mehr als 2000 Bildern hat er die atemberaubende Schönheit der amerikanischen Landschaft und das Leben der Cowboys und Indianer wiedergegeben. In diesem Museum findet man nicht nur eine Unmenge an diesen, von ihm so geprägten Bildern, sondern auch eine Vielzahl anderer Skulpturen. Natürlich hat man auch hier die Möglichkeit, sich den einen oder anderen Artikel käuflich zu erwerben. Des weiteren sollte man sich die St. Helena Cathredal ansehen, obwohl diese nicht, zumindest was ihr Alter angeht, mit einer deutschen Kirche zu vergleichen ist. Ihr Baubeginn war erst 1908.

Yellowstone Park

Kommen wir zum Höhepunkt der Reise, dem Yellowstone Park im Süden Montanas. Hier muß man unbedingt mehrere Tage einplanen und kann sich zum Beispiel in der Ortschaft West Yellowstone ein Hotel nehmen, um von dort aus seine Tagestouren zu starten. Gegründet wurde dieser Park 1872 und ist somit der älteste Nationalpark der Welt. Hier findet man eine beeindruckende Landschaft in Form von Nadelwäldern, Wiesen, heißen Quellen, Schlammtöpfen und Geysiren. Der wohl bekannteste ist der "Old Faithfull", der durchschnittlich alle 90 Minuten eine Wasserfontäne, bis zu einer Höhe von 50 Meter, herausbläst. Auch kann man, auf unzähligen Holzpfaden, sich den nach Schwefel riechenden heißen Quellen bis auf wenige Meter annähern, um sich ein genaueres Bild von der tickenden Zeitbombe Yellowstone zu machen. Denn eines ist klar, es ist nur eine Frage der Zeit, bis der riesige Vulkan unter dem Park ausbricht. Aber bis dahin werden noch „einige Jahre“ vergehen.

In der Zwischenzeit kann man sich an der faszinierenden Tierwelt begeistern. Hier kommt es regelmäßig vor, das Bisons, Bären oder auch Elche sich sehr nahe an die Straßen herantrauen oder sich zumindest in der Nähe ansammeln. Unerschrockene können natürlich aussteigen und mit geeigneter Fotoausrüstung die schönsten Tierbilder ihres Lebens schießen. Zahlreiche Parkplätze entlang der Parkstraßen laden jederzeit zu einem Picknick ein, sowie die unzähligen Pfade zu einem Spaziergang. Doch Vorsicht: Es kann durchaus vorkommen, dass man sich die Wege mit den heimischen Tieren teilen muss. Nicht selten kommt es vor, dass eine ausgewachsene Elchkuh den Weg kreuzt.

Cody in Wyoming

Vielleicht bleibt noch etwas Zeit, einen kurzen Abstecher in den Staat Wyoming zu machen, um dort in der Stadt Cody das Bufallo Bill Historical Center zu besichtigen. Es wartet mit einer Vielzahl von typischen Westernexponaten auf: Feuerwaffen aus damaliger sowie heutiger Zeit, das Leben der Indianer und Cowboys, das Interessante Leben und Wirken des Bufallo Bills und vieles mehr! Und auch in dieser Kleinstadt findet man jede Menge Souvenirshops - wenn man noch nicht genug hat.

Deerlodge, Garnet und Virginia City, National Bison Range

Auf der ganzen Rundreise durch Montana findet man immer wieder kleine versteckte Sehenswürdigkeiten, die ebenfalls sehr interessant sind, wie zum Beispiel das alte Gefängnis von Montana in Deerlodge, die verlassene Goldgräberstadt Garnet inmitten der Wildnis oder die ehemalige Goldgräberstadt Virginia City, in der noch heute Leben vorzufinden ist. Sehr zu empfehlen ist der kleine Schmuckladen, dessen Besitzer sehr redselig ist oder ein alter Fotoladen, in dem man sich mit typischen Westernkleidern fotografieren lassen kann - ganz im Sinne der guten alten Zeit - natürlich in schwarz-weiß. Wieder in Missoula angekommen, sollte man zu guter letzt die National Bison Range in Moiese besuchen, die sich etwas nördlich befindet. Aber wie sooft üblich in diesem grenzenlosen Land, ist auch hier eine Besichtigung des Parks nur mit dem Auto möglich.

Reisebericht als PDF
Autor: Fernweh  15.03.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein

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