Mopedfahren auf Ko Samui

Die thailändische Paradiesinsel Ko Samui lässt sich prima mit dem Moped auf eigene Faust erkunden. Neben der exotischen Landschaft lernt man auf diese Weise auch die Verkehrsgewohnheiten der Thais kennen.

Ko Samui ist eine Trauminsel an der Ostküste Thailands, ein Naturparadies mit palmengesäumten, kilometerlangen Sandstränden, glasklarem Wasser und üppigen Reisfeldern. Um die Insel erkunden zu können, mieten wir uns ein Moped. Mietstationen gibt es im Hauptort Nathon und an den beliebtesten Touristenstränden Lamai und Chaweng in großer Anzahl. Die Verkehrssicherheit vieler Leihmotorräder lässt allerdings zu wünschen übrig, daher ist eine kurze Testfahrt zu empfehlen. Die Preise für Mopeds und Motorräder sind günstig, variieren aber ein wenig, je nach Mietdauer und Alter des Fahrzeugs. So bekommt man Mopeds bereits ab 200 Baht (ca. 4,70 €) und Motorräder ab 350 Baht (ca. 8,30 €) pro Tag. Der Vermieter verlangt den Internationalen Führerschein und den Pass als Sicherheit, meistens reicht jedoch eine Passkopie. Wer vorhat, länger oder öfter ein Motorrad zu leihen, sollte Handschuhe, Helm und Brille von zu Hause mitbringen.

Cruisen statt Rasen

Motorrad fahren auf Ko Samui ist nicht ungefährlich, am Strand trifft man täglich Touristen mit frischen Sturzverletzungen. Das liegt weniger am für viele Touristen ungewohnten Linksverkehr, auch nicht am wenig rücksichtsvollen Fahrstil der Bus- und Lkw-Fahrer, sondern weil es vor 100 ccm Mopeds nur so wimmelt. Das Straßenbild ist geprägt von den zweirädrigen Flitzern: Jugendliche rasen verkehrt herum durch die Einbahnstraßen, vierköpfige Familien steuern – das kleinste Kind auf dem Lenker sitzend – wagemutig durch den Verkehr und Touristen fahren zwischen den zahllosen Bars hin und her. Leicht umzusetzende Sicherheitsmaßnahmen sind: Immer mit eingeschaltetem Scheinwerfer fahren, nicht zu schnell fahren, genügend Abstand zum Vordermann halten, besonders in Kurven so weit wie möglich links fahren, stets den von hinten kommenden Verkehr im Rückspiegel beobachten, auf Schlaglöcher achten und Nachtfahrten vermeiden, dann steht dem Zweiradgenuss nichts mehr im Weg.

Facettenreiche Erkundungstour

Die vorherrschende Motorradkluft im tropischen Thailand besteht aus kurzer Hose, T-Shirt und Flipflops, kaum jemand trägt hier einen Helm. Empfehlenswert ist ein Kopfschutz allemal, aber wir passen uns den örtlichen Gepflogenheiten an. Gemütlich rollen wir über die Insel, durchstreifen Palmenhaine, kommen an schroffen Felsklippen und abgelegenen buddhistischen Tempeln vorbei. Ein Bauer, der einen dressierten Makakenaffen zur Kokosnussernte antreibt, weckt unser Interesse. Der Affe lässt bei seiner Arbeit wenig Engagement erkennen, dennoch zwirbelt er einige Kokosnüsse geschickt von der Palme. Der Bauer öffnet eine der Steinfrüchte mit seiner Machete und lädt uns mit Händen und Füßen ein, das Kokoswasser zu trinken. Das erfrischende Getränk löscht prima den Durst und ist somit genau das Richtige bei der schwülen Hitze. Mit einer kleinen Spende bedanken wir uns bei dem freundlichen Mann und setzen unsere kurzweilige Rundfahrt fort. Wasserbüffel beim Pflügen von Reisfeldern, munter plätschernde Wasserfälle, malerische Fischerdörfchen und versteckte Badebuchten veranlassen uns zu weiteren Stopps. Die Sonne scheint und auf dem Moped flattern unsere Haare im Wind. So schön kann Urlaub sein.

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Polizeikontrolle

Plötzlich stoppen uns zwei Polizisten: Helmkontrolle! Zweiradfahrer ohne Schutzhelm, egal ob Thais oder Touristen, begehen eine Ordnungswidrigkeit und müssen sich in die lange Warteschlange vor dem Kassenhäuschen einreihen. Helmlose Kopiloten, teilweise drei davon auf dem Moped, gelten in der thailändischen Straßenverkehrsordnung anscheinend nicht als schützenswert, denn sie brauchen kein Verwarnungsgeld zu zahlen. Der Begriff Schutzhelm ist zudem recht weitgefasst: Biker, die mit einem Fahrrad- oder Bauarbeiterhelm unterwegs sind, bleiben ebenfalls straffrei.

Warteschlange beim "Knolle" bezahlen

Während des schleppenden Vorwärtsschiebens in der Warteschlange beobachten wir das muntere Treiben auf der Straße. Schlagartig lässt die Betriebsamkeit der Polizisten nach, denn plötzlich trägt jeder Mopedfahrer einen Helm. Für uns ist es rätselhaft, wo die vielen Helme plötzlich herkommen. Der Inselfunk scheint gut zu funktionieren, vielleicht hatte sich aber auch ein cleverer Helmverleiher am Straßenrand postiert. Na, egal, wir zahlen unsere 500 Baht Strafe (umgerechnet ca. 11,80 Euro, und damit mehr als doppelt so teuer wie die Moped-Miete pro Tag) und dürfen weiterfahren. Ausdrücklich ohne Helm, denn wir haben ja für unser Vergehen bezahlt. Am nächsten Tag rasen alle Mopeds wie gewohnt über die Insel, und - als hätte es die Polizeikontrolle nie gegeben - kein einziger Fahrer hat mehr einen Helm auf.

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Autor: colo colo  31.01.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein

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