Mutter-Kind-Kur in Deutschland
Wer eine Mutter-Kind-Kur von der Krankenkasse bewilligt bekommt, sollte nicht nur beim Kurhaus auf die richtige Wahl achten, sondern auch auf den Ort.
Wenn eine Mutter-Kind-Kur bewilligt wird, hat man in der heutigen Zeit meist viel Glück gehabt oder eine kompetente Kurberatung an seiner Seite. Nun gilt es ein Kurhaus auszuwählen. Dies ist aber abhängig von den Indikationen und natürlich auch den Wünschen. Wird von der Krankenkasse ein Kurhaus vorgeschlagen, lassen die Beratungsstellen wie die Kurhilfe Südwest oder das Müttergenesungswerk, den Klienten über seine Wünsche berichten. Meist ist es so dass die kurbedürftigen Mütter an die Ost- oder Nordsee möchten, möglichst auf eine Insel. Besonders hoch im Kurs sind Usedom und Rügen. Dabei denken viele an den Strand und das Meer, welches natürlich ein schöner Aspekt für Ausflugsmöglichkeiten ist, dennoch kommt es während einer Kur vielmehr auf das Klima an.
Da bei einer Mutter-Kind-Kur die Mutter oder der Vater im Vordergrund steht, spielen folgende Indikationen die wichtigsten Rollen: Erschöpfungszustand, drohender Burn-Out, mittelschwere depressive Episode, Ängste, Schlafstörungen, aber auch eine Bindungsstörung zum Kind. Aber auch Adipositas, Diabetes II, Asthma, Rückenschmerzen, onkologische Nachsorge, Trauer- und Traumaverarbeitung, Trennung vom Partner, Eltern von Kindern mit Behinderungen oder besonderen Kindern wie ADS-/ADHS Kindern, Autisten, Kindern mit Asperger Syndrom, so wie Neurodermitis, Spannungskopfschmerz und Erziehungsprobleme können Beweggründe zur Beantragung einer Kurmaßnahme sein.
Belegen sich die Kliniken an der See fast von alleine, haben es die Kliniken im Schwarzwald und in Bayern da schon schwerer. Dabei existieren im Schwarzwald alleine zwei Kliniken, die über 1.200 Meter liegen, ideal für Allergiker. In der Silberbergklinik in Bodenmais gibt es einen hauseigenen Stollen und beste pneumologische Betreuung. Mit der Untertage-klimatherapie setzt man Maßstäbe für die Behandlung der Atemwegserkrankungen. Ebenso bietet man das Disease Management Programm an, kurz genannt DMP. Gegen eine Eigenzahlung können Kinder am therapeutischen Reiten teilnehmen. Da die Silberbergklinik auch ADS - /ADHS Schwerpunkte hat, eine mögliche Therapieform, die durch heiltherapeutisches Reiten ergänzt wird.
Achten sollte man bei der Wahl des richtigen Kurhauses nicht nur auf die Zimmerausstattung. Im Tannenhof in Todtnauberg gibt es einen Fernsehraum, aber keine Fernseher auf den Zimmern, was zum Konzept gehört, denn hier soll man sich möglichst mit sich selbst auseinandersetzen und auch die Kinder nicht der ständigen Berieselung durch den Fernseher aussetzen. Im Hänslehof dagegen, kann man einen Fernseher gegen eine geringe Gebühr für den kompletten Aufenthalt dazu mieten. Einige Kliniken wie der Ursee oder das Schuppenhörnle in Feldberg-Falkau bieten fest installierte Babyphones, bei anderen Kliniken muss ein eigenes Babyphone mitgebracht werden. Die Betreuungszeiten der Kinder differieren in den Kliniken sehr, genau so wie die Indikationen. Hierauf sollte ein besonderes Augenmerk gerichtet werden, daher empfiehlt es sich, kostenlose Hilfe bei der Reservierung eines Kurplatzes in Anspruch zu nehmen. Dabei belegen karitative Einrichtungen hauptsächlich ihre eigenen Häuser, die Krankenkassen belegen Häuser mit denen Verträge bestehen und die unabhängigen Kurberatungen können meist aus einer großen Auswahl aller Mutter-Kind-Kur Kliniken schöpfen.
Hierbei sollte man auch bedenken, dass die Mitarbeiter der Krankenkassen die Häuser vor Ort nicht kennen können. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen schauen sich dagegen viele Häuser selbst an, um so besser über die Gegebenheiten vor Ort informiert zu sein. Für Eltern mit behinderten Kindern gibt es Kliniken mit Pflegebetten und einer besonderen Betreuung, die nach der Pflegestufe abgerechnet wird. Für Familien mit Bindungsstörungen sind ebenso verschiedene Kurkliniken spezialisiert. Mütter mit ADS- oder ADHS Kindern können aus Schwerpunktkuren wählen, ebenso Eltern mit Kindern mit Zöliakie. Das Spektrum der Angebote ist durchaus breit gefächert. So kann es durchaus vorkommen, dass man ans Meer wollte, die Traumklinik aber im Schwarzwald oder in Bayern liegt. Hier ist man gut beraten die Ortspräferenz hinten an zu stellen und sich stattdessen an den Indikationen und der Klinikausstattung zu orientieren.
Eine Mutter-Kind Kur bedeutet immer, dass man Hilfe zur Selbsthilfe erhält. Die Kliniken setzen auf Eigeninitiative, während dem Behandlungsplan bleibt oft in Abstimmung mit der Patientin Zeit. Hier ist eigener Einsatz neben den Anwendungen gefragt. So erhält man zum Beispiel „nur“ drei Massagen während einer Kurmaßnahme, denn die Kur soll nur die Richtung weisen für die Zeit nach der Kur. Dennoch kann man sich selbst einen Schwerpunkt setzen, zum Beispiel Abnehmen und dies auch mit den Ärzten beim Eingangsgespräch erwähnen. Neben Ess-Schulungen wird dann auch viel Sport auf dem Behandlungsplan stehen.
Mütter mit akutem Burn-Out ist zum Beispiel das Sanatorium an der Höhle empfohlen, da es hier auch samstags und sonntags morgens Kinderbetreuung gibt. Familien mit Kindern mit Down-Syndrom finden mit der Saarwald Klinik ein Haus, dass Schwerpunktkuren anbietet und Hilfestellung im Essensraum leistet. Je nach Pflegestufe erhalten Eltern mit behinderten Kindern im Haus Münstertal in Staufen Einzelbetreuung. In der Klinik Ursee wird der Schwerpunkt auf eine onkologische Nachbetreuung gelegt. Bindungsstörungen gleicht man im Hänslehof aus, ADS – und ADHS Kinder samt Familien sind sowohl im Hotzenplotz in Rickenbach und im Tannenhof in Todtnauberg gut untergebracht.
Familienfreundlich und mit einem großen Therapieangebot geht es in Wiefelstede zu, wo schon die ganz Kleinen Gäste mitkuren dürfen. Hier hat man kein eigenes Hallenbad, allerdings ist während der Kurmaßnahme die Nutzung des Hallen- und Freibades, 200 Meter von der Klinik gelegen, inkludiert. Friesenhörn und Horumersiel haben sich wie der Tannenhof gesundem Essen verschrieben, hier sind traumatisierte Familien oder Eltern nach Gewaltanwendung sehr gut aufgehoben. Die Klinik der AK-Familienhilfe in Norderheide bildet mit 38 Gebäuden gar ein Kur-Dorf mit einer eigenen Schule. Der Tannenhof in Todtnauberg ist zudem auf Diabetes Typ II, Asthma und Kopfschmerz spezialisiert. Die Klinik Eichhof in Simonswald thematisiert die Ernährung mit dem Vitess-Programm für Erwachsene und dem Kivi-Programm für Kinder.
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