Mythisches Hampi - Südindien zwischen Klischee und Wirklichkeit
Hampi ist einer der meistbesuchten Orte Südindiens mit historischen Ruinen in einer archaisch anmutenden Landschaft. Hier findet jeder Reisende, was er sucht - sei es die Erleuchtung oder die Mondscheintechnoparty.
„Nehmt euch Zeit für Hampi, Ihr werdet hier nie wieder weg wollen“, „Ein mythischer Ort“, „Nirgends ist Indien so ursprünglich wie in Varanasi und Hampi“ – so und ähnlich lesen wir vor unserer Reise nach Südindien in den verschiedensten Reiseforen im Internet und auch sonst nüchterne Reiseführer geraten bei der alten Königsstadt in verklärtes Schwärmen. Auf der Fahrt von Mysore nach Hampi, für die der Bus bei einer Distanz von knapp 300 Kilometern fast zehn Stunden benötigt, ist uns eher nicht nach Rhapsodien zumute – die in westlich wohlgeplanter Manier vorbestellte Beinfreiheit ist von tief und fest schlafenden alten Männern verstellt, und es grenzt schon fast an Spott, wenn man sieht, wie Inder es schaffen, es sich auf geringstem Raum gemütlich zu machen und trotz Gedrängel und Schlaglöchern so etwas wie Nachtruhe zu genießen, während wir mühselig unsere für die schmalen Bänke viel zu mächtigen Körper in eine auch nur erträgliche Position biegen.
So suchen wir Trost im Gespräch mit den jungen Briten, die mit uns die erste Reihe gebucht haben und die trotz der 15 Jahre weniger auf dem Buckel auch ganz schön gebeutelt aussehen, und auch hier hören wir wieder dieses romantisierende „Hampi is worth all that and more, it’s a glorious place, you’ll see. Everyone loves it there“. Der dünne Ben, der ein bisschen wie eine Mischung aus John Lennon und Liam Gallagher aussieht, blättert enthusiastisch in seinem zerfledderten Führer und obwohl er noch nie da war, so weiß er doch mit allergrößter Gewissheit: Hampi muss man gesehen haben! So hat er es immer wieder gehört von Travellern in Goa, Delhi und Cochin, und dieser Nimbus hat auch auf ihn übergegriffen und er ist ergriffen von immenser Vorfreude, die auch durch die aufdringlichen Rikschafahrer nicht getrübt werden kann, die in Hospet, dem Verkehrsknotenpunkt 13 km von Hampi entfernt, auf die erste Kundschaft des Tages lauern.
Vollkommen zerknautscht werden wir von einer Meute aus mindestens 30 Mann für fünf potentielle Kunden - den die Inder scheinen von vornherein ausgeschlossen zu sein, und gehen beneidenswert unbehelligt ihrer Wege - umstellt, hektisch ringen junge und weniger junge Männer um unsere Gunst, zerren am Gepäck, an den Kleidern, berichten abgehakt von den fünf Kindern, die ernährt werden wollen und der erste Bus käme doch auch erst in zwei Stunden und sei zudem noch viel teurer als die Fahrt mit der Rikscha.
Wir flüchten in das nächste Kaffeehaus und ein Dosa (köstliche indische Pfannkuchen mit pikanten Füllungen aller Art) und einen starken, sehr süßen Kaffee später sieht die Welt schon ganz anders aus, vor allem, da der Bus fahrplangemäß schon nach einer halben Stunde vorfährt und wie öffentliche Verkehrsmittel allgemein spottbillig ist und – nur der Vollständigkeit halber – um einiges günstiger als die ohnehin auch nicht teure Rikscha, die wir eher aus Überforderung nicht genommen haben als um Geld zu sparen. Im Bus treffen wir auf einen älteren Inder, der seit mehr als zwanzig Jahren in Großbritannien lebt und eine verwirrende, sofort Sympathie erzeugende Ähnlichkeit mit Sir Richard Attenborough als Gandhi hat. In seinem gepflegten Oxford-Englisch versucht uns auch er von der Einzigartigkeit Hampis zu überzeugen – ein Ort, der alle Strapazen wert sei.
Hampi widersetzt sich jeder Kritikbereitschaft
Skeptisch aufgrund so vieler Vorschusslorbeeren, versuche ich mit kritischer Distanz an Hampi heranzugehen. Die unter dem Namen Vijayanagar ehemals mächtige Hauptstadt des letzten großen hinduistischen Reiches in Südindien ist heute nur noch ein Dorf mit knapp über zweitausend Einwohnern, die mehr schlecht und recht vom Tourismus und dem Reisanbau leben – sie verkaufen den selben Schnickschnack, den man auch in allen goanischen Strandparadiesen finden kann, sie vermieten Fahr- und Motorräder, bieten sich als Guides für die Tempelruinen an oder vermieten Pensionen. Nicht selten ist der Ärger über die sparsame Rucksackgemeinde nur schlecht verhüllt: Rajesh, der Sohn unserer Vermieterin, spricht bereits sehnsüchtig vom Monsun, während dem der nördliche Teil Hampis wie eine Insel von Wasser umgeben und leer von Touristen ist, und berichtet verbittert über die Preiskämpfe, die so mancher junge Backpacker, angestachelt von Lonely Planet und Co, mit ihm ausficht wegen Beträgen, von denen er genau weiß, dass sie in Europa oder den USA lächerlich klein sind.
So existieren hier – wie so oft in touristisch heimgesuchten Gegenden – zwei Parallelwelten nebeneinander: Einmal ist hier jene Enklave von Travellern, die mit dem Nachtbus von Goa nach Hampi kommen, um hier Yoga zu betreiben, andere Gleichgesinnte zu treffen und von allgegenwärtigen Drogen berauscht auf den Felsen zu trommeln oder zur Technomusik abgehoben zu tanzen, auf der anderen Seite ist Hampi ein heiliger Ort, an dem offiziell kein Alkohol ausgeschenkt werden darf und an den gläubige Hindus aus allen Gegenden des Landes strömen, um die Tempel zu besuchen. So hängen von Bäumen Schilder, die vor dem Genuss illegaler Drogen warnen und auf denen Bilder zu leicht bekleideter westlicher Frauen in Tops und kurzen Hosen als „No go“ zu sehen sind – und dennoch lebt Hampi natürlich von ebendiesen vergnügungssüchtigen, heilsuchenden jungen Menschen, die vielleicht gerade den Wehrdienst in Israel abgeschlossen haben, in Melbourne die Uni oder in Deutschland ein Sabbatical einlegen, um zu sich selbst zu finden.
Doch bei aller distanzierter Kritikbereitschaft meinerseits: Es fällt schwer, sich dem Charme Hampis spröde zu verweigern. Die archaisch anmutende Landschaft, die an Impressionen vom Nil gemahnt, die bunt gekleideten Pilger, die in dem angenehm überschaubaren Dorf zu den Tempeln ziehen, die friedlichen Hippies, die sich Tag für Tag auf den umliegenden Felsen zu einem Joint und gemeinschaftlichem Trommeln zu treffen – all das gibt eine Mischung, der man nicht leicht widersteht.
Die Multi-Kulti-Gemeinde hat es sich bevorzugt in Bambushütten auf Hampi Island nördlich des Flusses recht kommod eingerichtet – im Internetcafe lachen rotgesichtige Deutsche unter ihren neu erstandenen blonden Rastazöpfen in die Kamera, um Papa und Mama zuhause teilhaben zu lassen an der bunten neuen Welt, sie erzählen begeistert von der coolen Amerikanerin, die mal so eben nach Afghanistan weitergereist sei, das Essen sei ok, nur die Männer manchmal ein wenig aufdringlich. Sie sind typisch für die sehr jungen oder junggebliebenen Idealisten, die hierherkommen, um in Indien das zu finden, was sie sich darunter vorstellen, auch wenn dieses oft wenig mit Land und Leuten zu tun hat.
Es gibt Synagogen und israelisches Frühstück genauso wie „Moussaka“ unter der Rubrik „Maxican Food“ auf den Speisekarten, die so dick wie Telefonbücher und international wie die Klientel sind – hier soll jeder auf seine Kosten kommen, egal ob Vegetarier oder Nudelliebhaber, ob Falafelfan oder Anhänger tibetischer Küche. Richtig authentisches indisches Essen findet sich nicht so leicht, jedoch wird der fehlende kulinarische Anspruch von der vollkommen stressfreien Atmosphäre wieder wettgemacht – in den meisten Lokalen wird entspannt im Liegen gegessen und getrunken, und das Alkoholverbot wird liebenswert offen umgangen, indem die Bierflaschen hinter den – auch in Indien transparenten - Mineralwasserflaschen im Kühlschrank „versteckt“ werden.
Sonnenuntergang, Reisfelder und Trommeln - eine hypnotisierend schöne Mischung
Nicht verpassen sollte man den Sonnenuntergang von den Felsen hinter dem Virupaksha-Tempel, wo sich die Travellergemeinde zum gemeinsamen Feiern der Natur und des Lebens zum Klang hypnotischer Trommeln trifft – am besten macht man sich eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang auf die Kletterpartie auf den Hemakuti Hill, freundlich aufgenommen in den Kreis all jener, die westliche Sinnentleertheit mit östlicher Sonne und Ganja zu füllen suchen. Und wie schön ist es, wenn dieser glutrote Ball hinter den sandsteinschimmernden Tempeln in den Reisfeldern jenseits des nilgrünen Tirubhadra-Flusses versinkt, ein Anblick, der süchtig macht wie der süßliche Duft, der um die Hügel wabert und das Vibrieren der Bongos. Wer nicht so gesellig und dem Genuss weicher Drogen nicht ganz so zugetan ist, kann auch die Felsen auf der Nordseite des Flusses erklimmen oder die weitere Aussicht vom Mantanga Hill genießen – diese sind die höchsten Felsen der Umgebung und auch bei Freeclimbern, die hier im nördlichen Karnataka eines der Kletterparadiese Indiens finden, äußerst beliebt.
Doch bei all dem sollte nicht vergessen werden, dass all diese Orte für gläubige Hindus heilig sind – so ist die Gegend um Hampi Schauplatz eines großen Teils des Ramayanas, einem der großen indischen Epen, in denen der überaus beliebte Affengott Hanuman dem Krieger Rama hilft, seine Geliebte Sita aus den Fängen des bösen Dämons Ravana zu befreien. Das legendäre Königreich der Affen lag genau hier in der Umgebung von Hampi, und so findet man hier auch besonders viele Tempel, die dem sympathischen und listigen Hanuman gewidmet sind. Die zweite große Begebenheit, auf die man in und um Hampi immer wieder stößt, ist die Ehe der Flussgöttin Pampa (ihr Name wurde durch Verballhornungen und Anglisierung zu Hampi) mit dem Gott der Zerstörung, Shiva. Die bei den Rucksacktouristen so beliebten Hemakuti Hills heißen übersetzt „Goldhaufen“, da die Götter bei der Hochzeit von Pampa und Shiva Gold vom Himmel regnen ließen. Jedes Jahr im Jänner wird bei einem dreitägigen Festival mit Musik, Tanz und Umzügen der Vermählung gedacht. Auch wenn zu dieser Zeit die Zimmer knapp werden können, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, kommen doch renommierte Künstler aus ganz Indien, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen.
Für eine Entdeckung der alten Hauptstadt des Vijayanagar-Reiches, dem im 16. Jahrhundert selbst Myanmar und Sri Lanka tributpflichtig waren, sollte man sich mindestens drei bis vier Tage Zeit nehmen, gutes Schuhwerk mitbringen und immer ausreichend Wasser und eine Kopfbedeckung, da es unbarmherzig heiß werden kann. Die meisten beginnen den Rundgang beim Virupaksha-Tempel direkt im Ortszentrum, neben den Ständen betriebsamer Händlerinnen, die ganze Bananenstauden feilbieten, die nicht nur den allgegenwärtigen, listigen und kleptomanischen Affen schmecken, sondern auch dem Tempelelefanten – oder besser, der Tempelelefantin, einer jungen Dame im besten Teenageralter von 15 Jahren, die gegen einen Tribut von 10 Rupien den edlen Spender mit dem Rüssel segnet und deren tägliches Bad eines der meistfotografierten Spektakel ist. Der Elefantenführer bringt seinen Schützling über die flachen Treppenstufen zum Tungabhadra hinab, der den Frauen zum Waschen und den Kindern zum Baden dient, auch wenn anscheinend auch Krokodile hier leben, wie mehrere Warnschilder, die an naive Kunst erinnern, warnen.
Impressionen wie aus einem Indienfotoband: Bunte Saris ausgebreitet neben weisen Männern, die sich von den Touristen in traditioneller Tracht ablichten lassen, lachende Kinder und dann der Elefant, der gemächlich den mächtigen grauen Körper ins grüne Nass senkt. Nördlich des Flusses Reisfelder mit Wasserbüffeln, durchsetzt mit Kokospalmen. Dazwischen immer wieder die merkwürdig rundgeschliffenen Granitfelsen, welche die gesamte Landschaft prägen – der Zauber Hampis hat auch mich gepackt.
Vijayanagar - letztes großes Königreich der Hindus in Südindien
Die Straße, die vom Haupttempel direkt im Ort zum Fluss und an diesem entlang zum Unesco-Weltkulturerbe Vitthala-Swami-Tempel führt, war ehemals eine Prachtstraße, angemessen einer Weltstadt mit über 250.000 Einwohnern mit Palästen, deren Einwohner durch den Handel mit Edelsteinen und Gewürzen und dem Anbau von Baumwolle reich geworden waren. Unter König Krishnadeva Raya, gegen Anfang des 16. Jahrhunderts, hatte das Reich seine größte Ausdehnung erreicht, ein mythisches Eden, in dem es angeblich „Diamanten, so groß wie Hühnereier“ gab und in dem es Brauch war, das Gewicht des Königs in Gold und Edelsteinen an die Brahmanen und Edelleute zu verteilen. Leer gingen die Bauern und Handwerker aus, die diesen Reichtum erst möglich machten, doch sozialer Unzufriedenheit beugte das hinduistische Kastendenken vor, das jedem Mitglied der Gesellschaft bis heute noch einen festen Platz zuweist, der nicht nur Einschränkung bedeutet, sondern auch soziale Integration in fixe, seit Jahrhunderten bestehende Strukturen. Europäer, die nach Vijayanagar kamen, waren beeindruckt vom sagenhaften Reichtum, der Pracht der Bauten und dem ausgeklügelten Bewässerungssystem, das Zeugnis gibt von der Fachkenntnis der Bauingenieure.
Doch einem Nachfahren Krishnadeva Rayas, Rama Raya, stieg die vermeintliche Unbesiegbarkeit zu Kopf und er meinte die untereinander verfeindeten moslemischen Nachbarreiche gegeneinander ausspielen zu können. Dies endete in einer Union ebendieser gegen ihn und seine Untertanen, und die Schlacht von 1565 bei Tangdi und Rakshashi bedeutete das Aus für den blühenden Hindu-Staat. Die Tempel wurden geplündert, die Schätze geraubt und die Statuen verstümmelt – immer wieder sieht man in den Tempelruinen üppige Frauenstatuen mit abgehauenen Brüsten, die von diesen Schändungen Zeugnis ablegen. Trotzdem ist ein Besuch der weit verstreut liegenden Tempel ein Muss für jeden kulturhistorisch Interessierten: Nicht umsonst hat die Unesco die Stätte zum Weltkulturerbe erklärt und Schulklassen werden aus ganz Karnataka hierher gebracht, um stolz an die ehemalige Glorie ihrer Kultur erinnert zu werden. So wandern Jugendliche aus der Hauptstadt Bangalore mit I-Phones, coolen Frisuren und Markenklamotten zwischen den jahrhundertealten Zeugnissen ihrer Vergangenheit. Selbst deren pubertäres Desinteresse im Namen der Coolness wird vom Vitthala-Swami-Tempel auf die Probe gestellt – ein Juwel mittelalterlicher Baukunst, jeder Teil des Tempelareals ein Kunstwerk für sich.
Im Hof beeindruckt der Ratha, ein vierrädriger Prozessionswagen aus Stein, der – wie auch heute noch bei Prozessionen üblich – von Elefanten gezogen wird. In der Ranga Mantapa, einer Halle, in der Hochzeiten, Tänze und Musikveranstaltungen abgehalten werden können, klopfen alle Besucher frenetisch an den zierlichen Säulen herum – warum, erklärt das Heftchen, das mit dem Eintrittsticket ausgeteilt wird: Die 56 Säulen sind „musikalische“ Säulen, die verschiedene Musiktöne von Schlaginstrumenten produzieren können – nun sind eben diese Säulen seit einiger Zeit vor den Besuchern geschützt, doch das ist kaum bekannt und so klopfen und lauschen denn alle fröhlich, manche frustriert vom vermeintlichen Misserfolg, andere berauscht vom Gefühl, ein musikalischeres Gehör als der Rest zu haben.
Es ist wie fast immer in Südindien voll hier, man findet keinen Winkel des Tempels, der nicht von anderen Gästen beschlagnahmt ist, und immer wieder fragen uns die Schulkinder, ob wir nicht ein Foto mit oder von ihnen machen wollen, sehr zu ihrer Freude, wenn sie sich selbst auf dem Display der Digitalkamera bewundern können. Die Menschen sind liebenswert und offen, auch wenn die immer gleichen Fragen nach Herkunft, Namen und ob uns denn ihr Land gefällt, stereotyp sind und uns ruheverwöhnte, diskrete Europäer irgendwann auch zu nerven beginnen. Die Enge ist einer der Aspekte, an die man sich im Über-eine-Milliarde-Einwohner Land Indien gewöhnen muss, selbst in der Natur ist man hier nur selten für sich.
Stille auf wenig ausgetretenen Pfaden
Doch kaum lässt man dieses erklärte Highlight von Hampi hinter sich, ist man plötzlich oft völlig allein in der archaischen Landschaft und kann ungestört die ungezügelte Dekorationslust der hinduistischen Architektur auf sich wirken lassen. Säulen werden getragen von Mischwesen aus Delphin, Fisch und Krokodil, Tänzerinnen verbiegen die elastischen Körper und die Formensprache und Symbolik erinnert an gotische Kathedralen, auch wenn vieles dem uneingeweihten westlichen Betrachter verborgen oder unverstanden bleiben muss.
Das drei Kilometer entfernt gelegene königliche Zentrum gibt einen Einblick in das Alltagsleben der Könige, deren Frauen und Hofstaat. Das Mahanavami Dibba, die Basis einer leider bei einem Brand zerstörten Holzhalle, die dem König für Feste, Empfänge, Tänze und Schaukämpfe diente, ist mit wertvollen Steinmetzarbeiten geschmückt, an denen ein kurioses Detail ins Auge sticht: An der östlichen Seite sind Gestalten mit spitzen Hüten und Schwertern zu sehen, die ziemlich sicher chinesische Gesandte darstellen. Auch andere ausländische Gesandte von Portugiesen über Perser sind hier wie in einer Fotogalerie abgebildet worden, und veranschaulichen bis heute die Machtfülle der Vijayanagarkönige zu ihrer Blütezeit. Die Elefantenstallungen, das Bad der Königin und die Audienzhalle runden das Bild ab – so manch einer wird nach einer Wanderung durch die Ruinen gerne in eine der eindringlich angepriesenen Rikschas Zuflucht nehmen, sofern er sich nicht ein Fahrrad gemietet hat, mit dem auch Ausflüge in die sehenswerte Umgebung gemacht werden können.
Drei freundliche Münchnerinnen haben uns eben dazu eingeladen – wir mieten uns vier klapprige Drahtesel und radeln tapfer den Fluss entlang auf der Suche nach dem See, den es dort geben soll. Es ist heiß, die Moskitos stechen trotz Autan und das Fahrrad hat eine kaputte Gangschaltung und einen Sitz, der das trainierteste Sitzfleisch zum Schwellen bringen würde – und da liegt er plötzlich vor uns, der Stausee, weit und grün wie der Tungabhadra und umgeben von den typischen rundgeschliffenen Felsen. Wir springen fröhlich von den Steinen und planschen völlig hingegeben im erfrischenden Nass, vergessen sind die Krokodile und auch die Strapazen – es ist einfach nur schön hier! Und auch ich werde von nun an die floskelartigen Schwärmereien wiederholen: Hampi - was für ein magischer Ort!
Weiterführende Inhalte zu Mythisches Hampi - Südindien zwischen Klischee und Wirklichkeit
Bilder zu „Mythisches Hampi - Südindien zwischen Klischee und Wirklichkeit“
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Tempelelefant beim Baden im Tungabhadra
Landschaft um Hampi bei Sonnenuntergang
Warnung vor Krokodilen im Tungabhadra-Fluss
Kommentare zu Mythisches Hampi - Südindien zwischen Klischee und Wirklichkeit
Danke MfG Pitty (07.02.12)