Nagasaki – Tor zum Westen
Als einzige japanische Stadt, die während der jahrhundertelangen Isolation Japans Kontakt zur Außenwelt hatte, zeigt sich in Nagasaki auch heute noch viel vom europäischen Einfluss vergangener Zeiten.
Obwohl die Atombombe des 9. Augusts 1945 die Hälfte der Stadt komplett zerstörte, hat die Stadt Nagasaki viele historische Denkmäler für ihre Rolle in der Geschichte der japanischen Christen und als einziges Tor zum Westen während Japans Isolation zu bieten. Nicht weit vom zentral gelegenen JR Nagasaki Bahnhof gelegen (ein Spaziergang von etwas 20 Minuten) findet sich das Denkmal der 26 heiligen Märtyrer. An exakt derselben Stelle, an der sich heute eine Gedenkkirche mit Ausstellung befindet, wurden in 1597 sechs europäische Missionare und 20 japanische Christen gekreuzigt und Nagasaki damit zum Symbol der Christenverfolgung in der damaligen Zeit gemacht.
Diese Bild kehrte sich mit der Meiji-Restauration und der Öffnung Japans um Mitte 1800 komplett um – die katholische Oura Kirche weiter im Norden gelegen ist die älteste katholische Kirche in Japan. Ganz in der Nähe der Oura Kirche findet sich das ehemalige “Europär”-Viertel: der Holländer-Hügel mit einer steilen gepflasterten Straße, die ehemaligen Diplomaten-Villen und der Glover Garten mit weiteren Häusern im europäischen Stil, gebaut für ausländische Kaufleute. Wer ein wenig in Nostalgia (und einem klitzekleinen bisschen Heimweh nach ordentlichen grossen Holzstühlen und hohen Türen) schwelgen will, sollte unbedingt einen Rundgang durch die Villen machen.
Wäre der Südteil der Stadt von der Atombombe verschont geblieben, würde dort die damals größte Kirche in ganz Asien stehen – die Urakami Kathedrale. Diese wurde zwar wieder aufgebaut, ist aber mit ihrem modernen Stil nicht mehr ganz so beeindruckend wie ihr Vorläufer gewesen sein muss. Ein paar Gehminuten weiter dokumentiert das Atombombenmuseum von Nagasaki die tragische Zerstörung der Stadt – eine Waffel Eis zum Runterkommen danach ist empfehlenswert. Auf dem Rückweg zum Bahnhof sollte man dann einen Umweg über die Dejima-Halbinsel machen: nur diese kleine künstliche Insel stand holländischen Kaufleuten 200 Jahre lang für den Handel mit Japan zur Verfügung. Heute stehen dort etwa 20 Läden und Restaurants, in denen man beim Essen den Blick auf das Meer geniessen kann.
Nagasaki ist von Fukuoka aus in zwei Stunden mit dem Kamome Express zu erreichen (für knapp 5000 Yen); da die Zugstrecke an der Meeresküste entlang führt, ist es von Vorteil, sich einen Fensterplatz zu suchen. Wer es etwas günstiger haben will und noch ein paar Tage länger in Kyushu unterwegs ist, kann auch einen Drei-Tages-Buspass für etwa 8.000 Yen erwerben und braucht nur eine Stunde länger nach Nagasaki.
Weiterführende Inhalte zu Nagasaki – Tor zum Westen
Weiterführende Reisetipps
Verwandte Artikel
- Hakuba - die japanischen Alpen
- Tagestour durch Tokio – Auf den Spuren der japanischen Kultur
- Übernachten in Japan - Hotel oder privat, Pension oder Jugendherberge?
- Matsumoto-jou - die unangegriffene Burg
- Hiroshima - Japan verstehen lernen
- Tokio mit Kindern erleben
- Ryokan und Kapsel - Hotels in Japan
- Anreise Tokyo
