Norddänemark - Das Land des Lichts

Weiße Sandstrände, traumhafte Sonnenuntergänge, das Plätschern der Wellen - das alles findet man nicht nur in der Karibik.

Der Norden Dänemarks bietet Urlaubern alles - außer tropischem Klima. Erholungssuchende finden an der Spitze Dänemarks gut 225 km weiße Sandstrände an Nord- und Ostsee vor. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Stränden sind die dänischen jedoch nicht mit Promenaden und großen Hotels verbaut und auch die Nutzung ist nicht beschränkt. Vielerorts kann mit dem Auto auf den Strand gefahren werden. Dies erspart das mühsame Tragen von Strandutensilien und so kann auch an Regentagen einmal ein Blick auf das Meer geworfen werden.

Wer sich nicht entscheiden kann, ob er lieber an die Nord- oder Ostsee in den Urlaub fahren möchte, landet zwangsläufig in Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks. Am Grenen, der Spitze Nordjütlands, treffen beide Meere aufeinander und dies ist ein Anlaufpunkt für Touristen aus ganz Europa. Es ist immer ein Erlebnis, gleichzeitig mit einem Fuß in der Nordsee und mit dem anderen in der Ostsee zu stehen, während die Wellen zwischen den Füßen zusammenschlagen. Auch Skagen selbst ist sehenswert. Das gemütliche Städtchen mit den typischen "skagengelben" Häusern war im 19. Jahrhundert eine beliebte Künstlerkolonie und die Bilder der Skagenmaler sind heute im Skagenmuseum ausgestellt. Der Hafen mit seinem rot-weißen Häuserreihen ist eines der bekanntesten Motive Nordjütlands. Zahlreiche Fischrestaurants laden hier zum Essen mit Blick auf die im Hafenbecken dümpelnden Yachten und Segelschiffe ein.

Naturfreunde kommen in Nordjütland vielerorts auf ihre Kosten. So gibt es beispielsweise zwei große Wanderdünen und den Rest einer etwas kleineren, die zu Touristenmagneten geworden sind. Südlich von Skagen befindet sich die Versandete Kirche. Von dieser Kirche, die von einer Wanderdüne verschlungen wurde, ist nur noch der Turm zu sehen und die Umrisse des unterirdischen Kirchenschiffs sind mit Holzpflöcken angedeutet.

Weitere neun Kilometer südlich befindet sich die Raabjerg Mile. Diese halbmondförmige Wanderdüne hat eine Fläche von rund 120 Hektar und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 Metern pro Jahr in Richtung Osten. Bei einem Spaziergang auf der Düne stellt sich bald das Gefühl ein, man befindet sich inmitten einer Wüste, denn oft kann man die Umgebung zwischen den einzelnen Dünenbergen nicht sehen. Ein besonderes Schauspiel ereignet sich im Sommer abends beim Sonnenuntergang. Wenn die meisten Touristen weg sind, füllt es sich zunehmend mit Einheimischen, die den Sonnenuntergang nach Feierabend bei mitgebrachtem Picknick und Rotwein genießen wollen. Die dritte Wanderdüne befindet sich an der Westküste südlich von Lönstrup. Die durch Erosion entstandene Rubjerg Knude ist gut 50 Meter hoch und hat einen Leuchtturm mit seinen vier Nebengebäuden verschüttet. Der Turm ist noch immer zu sehen und das erste Gebäude müsste in den nächsten Jahren hinter der Knude wieder zum Vorschein kommen. Die Düne befindet sich direkt an einer Steilküste, sodass es auf der Westseite knapp 100 Meter in die Tiefe geht.

Gut anderthalb Kilometer weiter nördlich sorgt das Vorrücken dieser Steilküste für weitere Schwierigkeiten: Die Marup Kirche wird in den nächsten Jahren abstürzen. Der Großteil des Friedhofs ist in den letzten Jahren bereits ins Meer gestürzt und um die Kirche zu retten, wurde sie im Sommer 2008 abgetragen und eingelagert. Heute stehen nur noch die Grundmauern bis in etwa zwei Meter Höhe, über den neuen Aufstellungsort der Kirche wird noch diskutiert.

Doch auch Familien mit Kindern sind in Nordjütland genau richtig. In Farup gibt es einen großen Freizeitpark mit Abenteuerschwimmbad, Holzachterbahn und Piratenschatzsuche, der für jung und alt etwas bietet. In Hirtshals wartet das Nordsee Ozeanarium auf einen Besuch der Urlauber. Das größte Meerwasseraquarium Europas zeigt in einem riesigen Meerwassertank das Verhalten ganzer Fischschwärme und auch die Robben können in ihrem Außenbecken aus einem gläsernen Unterwassertunnel bestaunt werden. Wer gern besondere Dinge einkauft, kann sich bei den vielen Glasbläsern, Kunsthandwerkern, Kerzenmanufakturen und Töpfern umsehen, die in fast jedem Ort zu finden sind. In Nordjütland ist alles möglich und für jeden etwas dabei!

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Autor: Rattenfaenger  13.12.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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