Nordhessen - Grimms Heimat

Die Brüder Grimm haben die märchenhafte Seite von Nordhessen schon früh entdeckt. Auch heute lohnt es sich Grimms Heimat näher zu erkunden.

„Es war einmal...“ - diese drei Worte bereiten den Weg in die zauberhafte Märchenwelt der Gebrüder Grimm. Das nordhessische Brüderpaar wurde in Hanau geboren – Jakob am 4. Januar 1785, Wilhelm am 24. Februar 1786 – verbrachte aber den Großteil seines Lebens in Kassel. Hier entstanden auch die meisten ihrer Werke. Wer genauer hinschaut, wird entdecken, dass sich viele der märchenhaften Orte in Nordhessen wiederfinden lassen. Die berühmten und beliebten Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm sind bereits 200 Jahre alt. Dieses Ereignis und weitere Grimm-Jubiläen werden in den kommenden Jahren bis Ende 2014 gefeiert.

Wirken und Schaffen der Brüder Grimm in Kassel

Das Brüder-Grimm-Museum in Kassel informiert detailreich und anschaulich über das Leben und Wirken von Wilhelm und Jakob. In der aktuellen Ausstellung „Märchenschätze aus der Werkstatt der Brüder Grimm“, die noch bis zum 27. Juni 2010 läuft, werden im Kulturbahnhof Kassel mündliche und schriftliche Quellen zu den Hausmärchen ausgestellt. Die Ausstellung hat täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Für Erwachsene kostet der Eintritt 3,00 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er gratis. Die Märchen den Brüder Grimm wurden von der UNESCO bereits zum Weltkulturerbe erklärt. Eine Skulptur des berühmten Geschwisterpaares steht auch vor dem Hessischen Landesmuseum in Kassel. Dieses Museum ist berühmt für sein einzigartiges Tapetenmuseum, in welchem mehr als 600 Kostbarkeiten einer Jahrhunderte alten Tapentenkultur ausgestellt werden.

Sehenswertes in Kassel

Auch abseits der Erinnerungsbauten an die Grimmschen Brüder hat Kassel viel Sehenswertes zu bieten. Die Orangerie ist das Herzstück der Karlsaue. In ihr befindet sich das Museum für Astronomie und Technikgeschichte, sowie ein Planetarium. Gezeigt werden die astronomischen Instrumente der ersten neuzeitlichen Sternwarte Europas aus 1560, wertvolle Himmelsgloben und Astrolabien aus der Zeit des 16. Jahrhunderts. Vom Museum aus ist es nur ein kurzer Weg zum Auedamm. Hier steckt die 12 Meter hohe Spitzhacke von Claes Oldenburg im Boden. Sie wiegt etwa fünf Tonnen. Der Sage nach hat Herkules diese Hacke von oben herab geschleudert. Sie ist genau in der Verlängerungsachse der Wilhelmshöher Allee verankert. Kassel ist auch die Hauptstadt der „Deutschen Märchenstraße“, die über 600 Kilometer von Bremen nach Hanau verläuft.

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Wunderbare Märchenstraße - einmal quer durch Hessen

Die „Deutsche Märchenstraße“ wurde 1975 in Steinau an der Straße, wo die Brüder Grimm einen Teil ihrer Kindheit verlebten, gegründet. Zurzeit nehmen 60 Städte, Gemeinden und Landkreise an dieser Arbeitsgemeinschaft teil. Durch die Märchenstraße werden Museen, Galerien, Konzerte und Theater miteinander verknüpft. Nicht nur mit dem Auto, auch zu Fuß oder mit dem Rad lässt sich dieser Teil Hessens gut erkunden. Viele Wander- und Radwanderwege führen entlang der Weser durch die angrenzenden Täler. Einzelne Orte veranstalten Märchenwochen. In Bad Sooden-Allendorf fand Anfang April 2010 die 16. Märchenwoche zum Thema „Hänsel und Gretel“ statt. Bad Oeynhausen stellt die diesjährigen Märchentage vom 23. Oktober bis zum 1. November 2010 unter das Motto „Helden im Märchen und anderswo“. Neben Erzähl- und Theaterveranstaltungen ist der kulinarische Märchenabend ein Höhepunkt der Märchentage. Wer nicht mehr bis zum Herbst warten möchte, sollte sich vom 25. Juli bis zum 2. August 2010 auf ins Rotkäppchenland machen. Etliche Ortschaften wie Alsfeld, Knüllwald, Ottrau und einige mehr haben sich zu diesem Projekt zusammengeschlossen. Alle Veranstaltungsorte sind über die Autobahnen A4, A5, A7 und A49 zu erreichen.

Das Dornröschen-Schloss im Rheinhardswald

Die Sababurg im Rheinhardswald ist das Vorbild für das romantische Märchenschloss, in dem Dornröschen seinen 100-jährigen Schlaf hielt. An die dichte Rosenhecke erinnert heute der angrenzende Rosengarten. Bereits im 19. Jahrhundert wird die wild-romantische Schlossruine als Dornröschen-Schloss beschrieben. Der Besucher kann den Märchenrundgang von Alfons Holtgreve mitmachen, Dornröschen-Matineen mit Musik von Regine Brunke besuchen oder dem Schatten- und Figurtheater von Albert Völkl beiwohnen. Von April bis Oktober ist die Aussenbesichtigung des Schlosses täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr möglich, angemeldete Schlossführungen finden sogar bis 21.00 Uhr statt. Zwei unterschiedliche Führungen mit einer Dauer von je 45 Minuten werden angeboten. Vom Treffpunkt "Burghof" aus taucht man in die Geschichte des Schlosses ein. Wer mehr über den Burggarten erfahren möchte, sollte sich im Schlossgarten einfinden. Zusätzlich zum Eintrittspreis von 2,00 Euro kostet auch die Teilnahme an einer Führung weitere 2,00 Euro. Unweit des Schlosses liegt Europas ältester „Thiergarten“, der 1571 gegründete Tierpark Sababurg. Dieser beherbergt rund 600 Tiere, die 80 verschiedenen Arten angehören. Ergänzt wird das Angebot durch einen Streichelzoo für Kinder, ein Museum und eine Greifvogelstation.
 

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Autor: Siri  30.06.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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