Paradebeispiel des Manuelismus: Das Mosteiro dos Jeróminos de Belém
Ein Kreuzgang auf zwei Ebenen mit prachtvoll verzierten Säulen. Eine Kirche, die die Sakrophage bedeutender Portugiesen beherbergt: Die Bedeutung des Mosteiro dos Jeróminos de Belém ist in Lissabon unumstritten.
Das Mosteiro dos Jeróminos de Belém befindet sich im Westen Lissabons, in Belém. Das Hyronimus-Kloster ist im manuelinischem Stil angelegt und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke dieser Kunstrichtung. Dieser wurde nach dem portugiesischen König Manuel I. benannt und durch berühmte Seefahrer wie Vasco da Gama geprägt. So ist es zu erklären, dass viele der Verzierungen maritim gestaltet sind. Der Baustil des Manulismus steht für Macht und Reichtum.
Geschichte
Im Jahre 1459 ließ Heinrich der Seefahrer, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass Portugal heute als Seefahrernation gilt, eine Kapelle an der Stelle bauen, wo heute das Kloster steht. Von diesem Ort aus stachen die Seefahrer später in See und kehrten dorthin erfolgreich zurück. Um das zu würdigen gab Manuel I. den Auftrag, die Klosteranlage in Belém zu bauen. Daraufhin wurde die Kapelle abgerissen und am 24.4.1500 wurde mit dem Bau des Klosters begonnen. Erst mehrere Jahrzehnte später wurde der Bau beendet. Zahlreiche Bauarbeiter und Architekten arbeiteten gleichzeitig an dem Bau. Außerdem investierte die Stadt Lissabon viel Geld in den Klosterbau.
Gewidmet wurde das Kloster dem Schutzgott des Königs, Hyronimus. Das große Erdbeben, das im Jahr 1755 große Teile Lissabons beschädigte, zerstörte das Kloster kaum. Bis 1834 war das Mosteiro dos Jeróminos de Belém das Kloster des Ordens des heiligen Hyronimos, 1983 wurde das Hyronimus-Kloster von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Außerdem wurde in dem Kloster 2007 der Vertrag von Lissabon unterzeichnet, der die Neuordnung der Europäischen Union beinhaltet.
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Klosterkirche Santa Maria de Belém
In der Kirche des Hyronimus-Klosters in Lissabon befinden sich die Sakophage vieler portugiesischer Könige wie zum Beispiel Manuel I. Außerdem auch der des Seefahrers Vasco da Gama und des portugiesischen Schriftstellers Luís de Camoes. Die Kirche in Lissabon misst in der Länge 90 Meter, ist 27 Meter breit und 25 Meter hoch. Das Südportal der Kirche beinhaltet viele Verzierungen des manuelinischem Stils. Zwischen den beiden Türen ist eine Figur zu sehen, die Santa Maria darstellen soll und eine andere, die Heinrich den Seefahrer zeigt. Neben der Tür des Westportals, das den Eingang zur Kirche darstellt, sind Manuel I. und seine zweite Frau Maria als Figuren abgebildet. Angeblich sollen Gipsabdrücke der Gesichter Vorbild dafür gewesen sein. In der Kirche finden heute keine Gottesdienste mehr statt. Stattdessen ist sie für Besucher kostenlos zugänglich.
Mosteiro dos Jerónimos de Belém heute
Berühmt ist das Kloster für seinen Kreuzgang. Dieser ist auf zwei Ebenen angelegt und repräsentiert den manuelinischen Stil. Zu sehen sind hunderte von Säulen, die alle verschieden verziert sind. Häufig finden sich maritime Symbole, die erneut an die Seefahrer erinnern. In den Seitenflügeln des Klosters befinden sich heute das Marinemuseum und das archäologische Museum.
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