Paradores in Spanien

Die spanischen Paradores sind Hotels der besonderen Art. Aus historischen Bauten wurden exklusive Unterkünfte, die nichts von ihrer Romantik und ihrem Charme eingebüßt haben.

Wer wollte sich nicht schon einmal als Burgfräulein oder Burgherr fühlen? Der Parador von Benavente ist eine wieder errichtete Burg aus dem 12. Jh., deren Kernstück der gut erhalten gebliebene Wehrturm darstellt, an dessen Baustil das neu angeschlossene Gebäude mit 38 Zimmern perfekt angeglichen ist. Hinter den dicken Mauern können Gäste die historische Atmosphäre, die durch eiserne Lampen und Deckenvertäfelungen betont wird, auf sich wirken lassen, in den hübschen Gärten des Innenhofes verweilen und sich im hoteleigenen Restaurant, das im Wehrturm untergebracht ist, mit kastilischen Spezialitäten verwöhnen lassen.

Auch der Parador von Cáceres weiß mit historischem Zauber zu überzeugen. Eingebettet in die malerische Altstadt von Cáceres ist der ehemalige Palast aus dem 14. Jh. ein verwunschenes Plätzchen für Romantiker. Vor allem in den Abendstunden, wenn es langsam dunkel wird und das Gemäuer durch eine ansprechende Außenbeleuchtung in goldenes Licht getaucht wird, bietet sich ein wunderschöner Anblick. Imposant und herrschaftlich zeigt sich der Parador von León, eine Klosteranlage aus dem 16. Jh., deren Renaissance-Fassade weltberühmt ist. Mit über 226 Zimmern zählt der Parador zu den größten des Landes und präsentiert sich in seinem Inneren nicht weniger imposant: So verbindet die Innenausstattung des Bauwerks, das sich durch charakteristische Kreuzgänge und gewaltige Treppenaufgänge auszeichnet, schöne Antiquitäten mit modernen Elementen.

In Ciudad Rodrigo erhebt sich einer der ältesten Paradores über die Stadt. Die monumentale Festung, die im 14. Jh. erbaut wurde hat trotz der Modernisierung nichts von ihrem antiken Ambiente verloren, welches durch besondere Details wie Ritterrüstungen hervorgehoben wird. Auch hier werden Gäste im Speisesaal mit regionalen Spezialitäten verköstigt, die den Aufenthalt im Parador abrunden. Als zusätzliche Besonderheit des Paradores von Ciudad Rodrigo ist die über zwei Kilometer lange Stadtmauer, auf der man von der Burg aus den historischen Ortskern umrunden kann, zu nennen. Doch dies sind nur einige der schönsten Paradores in Spanien, denn bei über 93 Hotels an der Zahl bleibt genügend Raum, immer wieder Neues zu entdecken und die vielfältigen Facetten dieser außergewöhnlichen Übernachtungs- und Urlaubsmöglichkeit zu erleben. Die Paradores sind nicht nur auf Übernachtungsgäste eingestellt, sondern bieten meist auch ein Angebot an sportlichen Aktivitäten für alle, die ihren Aufenthalt gerne ein wenig verlängern.

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Wege, die Paradores in Spanien zu entdecken

Für Urlauber, die mit dem Auto durch Spanien reisen ist es natürlich ein Leichtes verschiedene Paradores im ganzen Land kennen zu lernen. Für sie sind vor allem Rundreisen von vier, sechs oder acht Tagen eine günstige Alternative zu Einzelbuchungen. Hierbei kann man aus einigen Rundreisen wählen, die unterschiedliche Stationen beinhalten, welche selbst angefahren werden. Eine Reise über vier Tage ist zum Beispiel schon ab 162 Euro zu haben. Wer geführte Reisen in einer Gruppe schätzt, für den ist die achttägige exklusive Gruppenreise entlang des Jakobspilgerweges das Richtige. Des Weiteren gibt es Sonderpreise und Ermäßigungen, so zum Beispiel die Escapada Joven, bei der junge Leute zwischen 20 und 35 Jahren 56 Euro pro Übernachtung zahlen. Solche Spezialangebote müssen jedoch vorab beim jeweiligen Parador in Spanien gebucht werden, da meist nur ein begrenztes Kontingent besteht.

Wie die Paradore entstanden

Zu Beginn des 20. Jh. kam am spanischen Hof unter Alfons XIII. eine innovative sowie geniale Idee auf, die schon bald umgesetzt werden sollte. Man hatte sich mit dem Problem beschäftigt, dass ärmere Regionen Spaniens, die den Reicheren in ihrer landschaftlichen Schönheit in nichts nachstanden, touristisch kaum erschlossen waren. Also wurde ein Programm staatlicher Hotels ins Leben gerufen, welches Reisende in ebendiese Regionen locken sollte und das im Laufe der Zeit immer mehr Anklang fand. Um die Reiseziele noch attraktiver zu machen, entstanden diese Hotels aus historischen und bedeutsamen Bauten, die der staatlichen Förderung unterzogen wurden. So öffneten seit 1928 nach und nach zahlreiche Schlösser, Burgen, Festungen, Klöster und Herrenhäuser als neue Paradores ihre Pforten, nachdem sie zu komfortablen Unterkünften (3- bis 5-Sterne) für Besucher aus der ganzen Welt umgebaut worden waren. Auf diese Weise kamen nicht nur mehr Urlauber in die Regionen, man hatte auch eine Möglichkeit gefunden, wie sich die prachtvollen Bauwerke auf lange Sicht "selbst" erhalten können. So kann Spanien heute 93 Paradores sein Eigen nennen, die durch ihren jeweils individuellen Stil, Exklusivität und einen ganz besonderen Charme vergangener Tage bestechen und eine Übernachtung zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

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Autor: GittaE  07.06.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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