Paris - drei Arrondissements und sechs Lieblingsrestaurants
Der folgende Reisebericht gibt einen Einblick in sechs typische Pariser Lokalitäten, die fernab des touristischen Trubels zum Genießen des französischen 'Laissez-faire' einladen.
Nachdem ich nun schon seit zwei Monaten in Paris verweile, gelang es mir Plätze, Straßen und Gassen fernab von Touristenströmen zu erkunden und so meine sechs Pariser Lieblingsrestaurants zu finden. Eine gemütliche und gesellige Atmosphäre, gute Weine und Essen zu berechtigten Preisen stellten meine Entscheidungskriterien da. Die folgenden Restaurants sind kennzeichnend für den Charme der französischen Metropole, sie lassen einen in die Pariser Lebensart eintauchen.
Eines meiner Lieblingsviertel ist das jüdische Viertel Marais, das im Herzen von Paris situiert ist und das dritte und vierte Arrondissement (die Bezeichnung Arrondissement dient der Einteilung der verschiedenen Pariser Stadtbezirke) einnimmt, zwischen dem Place de la République einer- und dem Place de la Bastille andererseits. Wer Liebhaber des Anis-Schnapses Pastis und der provenzalischen Küche ist, wird sich im Bistro Chez Janou sehr wohlfühlen. Mit Zucchini, Auberginen, Paprika und Meeresfrüchten legt man viel Wert auf frische Produkte der Provence. Eine Besonderheit des Restaurants: 80 verschiedene Pastissorten (alle für jeweils 4,50 Euro). Chez Janou ist ein sehr beliebter Treffpunkt der Pariser Szene, deswegen ist es ratsam frühzeitig einen Tisch zu reservieren.
Ist es einem nun doch etwas zu belebt in dem Bistro und man möchte den Abend andernorts ausklingen lassen, lohnt sich ein Besuch der Bar La Belle Hortense. Hier spielen Wein und Literatur die Hauptrollen und es ist eine wahre Erholung an der Bar einen Schluck Rotwein zu genießen, während die umgebenden Wände, mit alten Bücherregalen geziert, Ruhe und Gemütlichkeit ausstrahlen. Man ist gerne dazu eingeladen den Holzregalen Bücher zu entnehmen um in diesen zu schmökern. Der gemütlichste Ort hierzu: ein alter Sessel im hinteren Bereich der Bar.
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Orientieren wir uns nun von Marais Richtung Osten, so erreichen wir das elfte Arrondissement oder unter Parisern auch das ‚Bobo-Viertel‘ (bourgeois-bohemian) genannt. Direkt vom Place de la Bastille zweigt die Rue Roquette mit ihren zahlreichen Bars und Bistros in nord-östlicher Richtung ab. Nach einigen Gehminuten wird die Straße etwas ruhiger und so lädt das Café Divan dazu ein, einen Stadtbummel mit einem Café Crème, einem Glas Rotwein und einer Zeitung ausklingen zu lassen. Hier trifft man hippe Gesichter aus der Nachbarschaft, die gerne auch zum Arbeiten mit dem kostenlosen WLAN herkommen. Besonders zu empfehlen ist der Bordeaux (das Glas ca. 4 Euro)!
Strebt man nach einem noch etwas ruhigeren und individuelleren Ort, so empfiehlt es sich der der Rue Roquette zu folgen und rechts in die Rue Keller einzubiegen an dessen rechtem Ende das Pause Café lokalisiert ist. Hier sitzen am Nachbartisch gerne Kreative der Kunstszene, die bei einem Scallopine mit Risotto oder Salat mit Quiche (von 10 bis 20 Euro) zur Besprechung neuester Projekte die ungezwungene Atmosphäre des Cafés in Anspruch nehmen. Interessant auch, das Sitzen auf der Terrasse, die einem das stundenlange Beobachten von Passanten erlaubt!
Wiederum nord-westlich des elfte Arrondissements liegt das zehnte Arrondissement, auch das ‚l‘Entrepôt‘ (Freihafenviertel) genannt, das von dem Kanal St.-Martin durchzogen wird, an dem schon Amélie Poulain aus dem Film ‚Die fabelhafte Welt der Amélie‘ es liebte Steine im Wasser springen zu sehen. Heute ist der Kanal eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der Stadt. Befinden wir uns nun auf der Rue Bichat und schlagen den Weg in Richtung Kanal ein, so finden wir kurz vor einem der zahlreichen Fußgängerbrücken das Restaurant Cantine de Quentin. Die Wände sind von dunkelbraunen Holzregalen ausgefüllt und beherbergen neben Rotweinflaschen Gläser mit französischen Leckereien, die von neun Uhr morgens bis 20 Uhr abends käuflich zu erwerben sind. Besonders köstlich sind der Salat mit Linsen und das Carpaccio von der Dorade. Mahlzeiten der Spitzenklasse! Das Tagesmittagsmenu mit Vorspeise und Hauptgericht ist schon für 14 Euro zu haben. À la Carte Speisen bewegen sich zwischen 18 und 35 Euro.
Überquert man nun die Fußgängerbrücke und folgt der Rue de Récollets erreicht man nach wenigen Minuten auf der linken Seite das Restaurant Les Enfants Perdus. Das kleine Restaurant bietet eine exklusive und ausgesuchte Auswahl an Weinen und Speisen, im gemütlichen Landhausstyle-Ambiente. Die Küche legt Wert auf Frische und typisch französische Produkte wie Foie gras und Ziegenkäse zur Vorspeise.
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