Per Rad durch die Niederschlesische Heide (Bory Dolnoslaskie) in Polen

Radwandern in der Ober- und Niederlausitz verspricht viel Natur, Erholung und natürlich Kilometer. Doch die weiten Waldlandschaften im Osten Sachsens und Brandenburgs sind an der Neiße noch nicht zu Ende.

Schon im deutschen Vorland der Lausitzer Neiße lässt es sich stunden-, ja tagelang mit dem Fahrrad wandern, ohne sich dem dichten Verkehr in Großstädten und auf Bundesstraßen aussetzen zu müssen. Noch einen Deut weitläufiger, urwüchsiger und stiller wird es auf der polnischen Seite. Zwischen den Wojewodschaften Lebus (Lubuskie) und Niederschlesien (Dolnoslaskie) erstrecken sich riesige Kiefernwälder, die Niederschlesische Heide (Bory Dolnoslaskie). Darin liegen so gut wie keine Städte, entlang der Flussläufe nur einige Dörfer. Schon zu deutscher Zeit dienten Teile dieser scheinbaren Ödnis natürlich als Truppenübungsplatz, aber dennoch ist bis heute ausreichend Raum für scheue Tiere, seltene Pflanzen und auch Ruhe suchende Radwanderer geblieben. Dabei muss man gar nicht besonders weit hineinfahren.

Drei Beispiele: 1. Einen Besuch in Bad Muskau kombiniert man mit einem Trip auf der östlichen Neißeseite. Am Weg nach Priebus (Przewoz) zeigen sich – wie auch auf deutscher Seite – ausgekohlte oder ausgewaschene kleine Seen, die sogenannten Gieser. Sie entstanden an Stelle der bis an die Oberfläche reichenden Braunkohleflöze des Muskauer Faltenbogens, der eine gestauchte Endmoräne ist. Im Osten von Priebus liegen die ausgedehnten Waldungen der ehemaligen Saganer Heide und des Forstes Wiesau (Wymiarki). Mit etwas Geduld entdeckt man in Findlingen alte Wegweiser mit deutscher Inschrift oder die einstigen Stellen von Förstereien mit seltsamen Namen wie Passauf, Sichdichfür oder Wärstdubesser. Abschließend gewährt das sumpfige Wallsche-Bruch (Zurawie Bagno) vorsichtige Einblicke in seine Moorwelt.

2. Quert man die Neiße in Priebus oder Penzig (Piensk), geht es auf geschichtlichen Spuren in die Dorfstelle Tormersdorf (Toporow). Ein polnisches Denkmal und Reste der deutschen Siedlung erinnern an den bis 1945 bestandenen Stadtteil von Rothenburg/O.L. Landeinwärts schließt sich die frühere Görlitzer Kommunalheide an, die abgelegen genug für ein Auerhahngehege ist. Die Gelblach (Zolta Woda) ist fast der einzige Wasserspender im knisternd trockenen Kiefernmeer. Auf sandigen Wegen geht es durch die „Sahara“, am Stinkbruch und dem Eichherzsee (Suchy Staw) vorbei.

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3. Eine Keramik- und Schloss-Tour führt über den Fluss Queis (Kwisa), an dem sich früher die Oberlausitz und Schlesien trafen. Diese Region um Bunzlau (Boleslawiec) mit seiner sehenswerten Altstadt und Tiefenfurt (Parowa) steht heute wie damals für qualitätvolle Bunzlauer Keramik. Mittendrin bietet das Schloss in Klitschdorf (Kliczkow) eine farbenfrohe Abwechslung vom stundenlangen Strampeln durch die einsamen Wälder.

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Autor: Nordostblick  13.07.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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