Peschiera del Garda - Eine Altstadt inmitten einer Festung

Peschiera, einst eine strategisch wichtige Metropole für kriegerische Auseinandersetzungen, ist heute mit Hafen und Bahnhof ein Verkehrsknotenpunkt für den Tourismus.

Im Süden des Gardasees, direkt am Abfluss des Mincio, liegt Peschiera, eine geschichtlich sehr bedeutende Stadt. Durch die strategisch wichtige Stelle war sie oft Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen Oberitaliens. Bereits im Mittelalter errichteten die Scaliger an dieser Stelle eine mächtige Burg direkt auf einer Insel im Mincio. Im 16. Jahrhundert wurde daraus unter der Herrschaft der Venezianer eine für damalige Zeiten hochmoderne Festung mit fünf Bastionen, die später unter Napoleon noch einmal erweitert wurde. Der letzte Ausbau erfolgte, als 1815 Venetien an Österreich fiel. So entstand zusammen mit Verona, Mantua und Legnago das mächtige Festungsviereck Quadrilatero.

Heute ist die Festung von Peschiera die größte Militäranlage am Gardasee. Obwohl einige Teile dem langsamen Verfall ausgesetzt sind, bekommt man eine gute Vorstellung davon, wie mächtig das Areal früher wirken musste. Leider sind viele Teile militärisches Sperrgebiet und können somit nicht besichtigt werden. Die heutige Altstadt befindet sich inmitten dieser gigantischen, sternenförmigen Festungsanlage. Viele Fußgängergässchen laden mit ihren kleinen Geschäften zum Shoppen ein, trotzdem sollte man beim Spaziergang durch die Altstadt auf jeden Fall noch einen Blick auf die Porta Verona, dem Stadttor in Richtung Verona, werfen. Immer noch kann man die Bruchstelle sehen, wo einst der Österreichische Adler angebracht war.

Porta Brescia, das Stadttor Richtung Brescia, ist noch sehr gut erhalten. Hier findet einmal in der Woche ein großer Markt statt, auf dem alles Erdenkliche, von frischen Lebensmitteln über Pflanzen, Stoffen, Kleidung, Schuhe und die charakteristische italienische Keramik zu erwerben ist. Seitlich der Porta Brescia erhebt sich die hafennahe Bastion Bastione Tognoni. Wer den Aufstieg nicht scheut, hat von oben zwischen Pinien und Zypressen einen schönen Ausblick auf Hafen und Peschiera. Ebenfalls befindet sich dort ein Kinderspielplatz. Ein weiteres lohnenswertes Bauwerk ist die Ponte dei Voltoni - eine Brücke aus Backsteinen mit fünf imposanten Rundbögen. Sie führt über den Kanal am Nordrand der Altstadt. Hinter der Brücke geht ein Weg auf die Ostmauer der Festung. Von dort hat man einen Ausblick auf die Bastion San Marco.

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Peschiera ist heute ebenfalls ein wichtiger Verkehrsangelpunkt. Die vielbefahrene Uferstraße führt direkt durch die Altstadt und der Festungsanlage hindurch. Des weiteren befindet sich zentral vor der Altstadt der Hafen, der gerne als Ausgangspunkt für Schiffsfahrten in Richtung Norden bzw. in Richtung Sirmione und Desenzano genommen wird. Wer gerne nach Mailand, Venedig oder Verona fahren möchte, hat die Möglichkeit, das mit der Bahn zu tun. Etwas nördlich der Altstadt, am Weg zum Ostufer des Gardasees, befindet sich der Bahnhof. Ebenfalls gibt es jeweils eine Bushaltestelle am Bahnhof und am Hafen. Die Buslinien fahren z. B. am Ostufer entlang bis Riva bzw. entgegengesetzter Richtung nach Verona.

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Autor: Mariefe2001  22.02.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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