Potsdam - Schlösser und Gärten

Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam gehört zu den schönsten Städten Deutschlands. Zu ihren Besonderheiten zählen die zahlreichen Schlösser und Gärten.

Die Schlösser und Gärten Potsdams sind ein schönes Ausflugsziel. Hier trifft der Besucher auf geschichtsträchtige Residenzen, die im Auftrag der brandenburgisch-preußischen Herrscher von angesehenen Architekten und Landschaftsplanern erschaffen worden sind. Die Schlösser und Gärten wurden im 19. Jahrhundert vom Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné zu einer einzigartigen Garten- und Kulturlandschaft verwandelt, die vom Park Sanssouci bis zur Pfaueninsel reicht und im Jahr 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Park Sanssouci

Die prominenteste Sehenswürdigkeit Potsdams ist das Schloss Sanssouci im gleichnamigen Park Sanssouci. Schloss Sanssouci wurde von 1745 bis 1747 auf einem terrassierten Weinberg errichtet und diente Friedrich dem Großen als Sommerresidenz. Das Schloss Sanssouci zählt zu den Hauptwerken deutscher Rokokoarchitektur. Man kann heute noch die prachtvollen Räumlichkeiten im originalen Zustand bewundern.

Das Neue Palais ist das letzte Schloss, das Friedrich der Große im Park Sanssouci erbauen ließ (1763 bis 1769). Man erkennt es an der charakteristischen Tambour-Kuppel und den riesigen Ausmaßen. Das Schloss diente vor allem zur Repräsentation und als Gästeschloss. Ein Teil der Räume können besichtigt werden. Im Schlosstheater im Südflügel des Schlosses finden noch heute Aufführungen statt.

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Das Schloss Charlottenhof entstand 1826 bis 1829 im Park Sanssouci für das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm IV. und Elisabeth. Das Schloss orientiert sich am Stil italienischer Villen aus der Renaissancezeit. Es bildet den Mittelpunkt einer Parkanlage – dem Park Charlottenhof – die dem Park Sanssouci Anfang des 19. Jahrhunderts hinzugefügt worden ist. Der Park Charlottenhof ist ein beeindruckendes Beispiel der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts.

Zunächst 1747 als Orangerie erbaut, wurde diese 1771 bis 1774 zum Gästeschloss Friedrichs II umgebaut. Die im Rokoko-Stil gestalteten und aufwendig dekorierten Räume sind original erhalten. Besonders sehenswert sind der mit edlen Steinen dekorierte Jaspissaal mit seinem Deckengemälde und die Ovidgalerie, an deren Wänden Reliefs mit Szenen aus den Metamorphosen des Dichters Ovid angebracht sind.

Die Orangerie wurde von 1851 bis 1864 als letztes Gebäude im italienischen Stil auf Wunsch Friedrich Wilhelms IV. im Park Sanssouci errichtet. Das Bauwerk besteht aus dem zentralen Orangerieschloss, seitlichen Pflanzenhallen und Herrschafts- und Bedienstetenwohnungen zusammen. Ein Highlight ist der Raffaelsaal, in dem man eine Sammlung von mehr als 50 aus dem 19. Jahrhundert stammenden Kopien von den Gemälden des berühmten Künstlers Raffael bestaunen kann.

Das Chinesische Haus wurde Mitte des 18. Jahrhunderts im Auftrag Friedrich II. im Park Sanssouci errichtet. Es ist ein besonders prachtvolles Beispiel der Chinamode des 18. Jahrhunderts und diente im Sommer als Speisesaal. Außen befinden sich lebensgroße, vergoldete Figuren, chinesische Musikanten und Teetrinker darstellend. Im Inneren kann man ein großes Deckenbild bewundern, auf dem eine fröhliche chinesische Gesellschaft dargestellt ist.

Das Belvedere auf dem Klausberg ist der erste Bau seiner Art in Potsdam. Dieser architektonisch gestaltete Aussichtspunkt im Park Sanssouci wurde während des 2. Weltkrieges stark zerstört und danach wieder rekonstruiert. Ein Spaziergang zu diesem Belvedere lohnt also. Von hier aus kann man heute wieder den schönen Ausblick auf den Park Sanssouci und seine Umgebung genießen

Die Römischen Bäder sind ein Gebäudekomplex, der auf Wunsch des Kronprinzen Friedrich Wilhelm unter anderem vom berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde (1829 bis 1840). Dieses architektonische Ensemble setzt sich zusammen aus einem Gärtnerhaus im italienischen Stil mit Teepavillon, einem Gehilfenhaus, der Großen Laube, einer Arkadenhalle und dem Römischen Bad. Letzteres gab dem ganzen Gebäudekonstrukt seinen Namen.

Gegenüber dem Schloss Sanssouci ließ Friedrich II 1748 auf einer Anhöhe ein Wasserreservoir erbauen, das für die geplanten Fontänen benötigt wurde. Das Reservoir wurde mit künstlichen Ruinen umbaut, die der Anhöhe dann ihren Namen Ruinenberg gaben. Versorgt wurden die Fontänen jedoch erst unter Friedrich Wilhelm IV. mit Havelwasser. Die hierfür benötigte dampfbetriebene Wasserpumpe wurde als Moschee an der Havel erbaut.

Neuer Garten

Ein weiteres Highlight der Potsdamer Schlösser und Gärten ist der über 102 Hektar große Neue Garten am Jungfernsee im Norden der Stadt. Der Bau des Gartens begann im Jahr 1787. Die Anlage orientiert sich an den Idealen der englischen Gärten und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Von den einst entstandenen historischen Bauten sind heute noch viele erhalten und so kann man bei einem Spaziergang durch den Neuen Garten auch hier die einstige Pracht der Potsdamer Schlösser und Gärten spüren.

Das Schloss Cecilienhof, als Ort der im Jahr 1945 stattfindenden Potsdamer Konferenz weltbekannt geworden, wurde von 1914 bis 1917 für den Kronprinzen Wilhelm und seine Frau Cecilie von Mecklenburg-Schwerin im Neuen Garten im englischen Tudor-Stil errichtet. Das Schloss wurde mit traditionellen Baumaterialien wie Backstein und Holz erbaut und passt sich somit harmonisch in die landschaftliche Umgebung ein.

Der Marmorpalais wurde unter Friedrich Wilhelm II. im Jahr 1787 begonnen und sollte als Sommerresidenz dienen. Es wurde im klassizistischen Stil erbaut. Der Konzertsaal, der Grottensaal und die königlichen Wohnräume wurden aufwendig mit Seidenbespannungen, Intarsien, Marmorkaminen, Stuck und Gemälden ausgestattet. Das orientalische Kabinett beeindruckt durch seine prachtvolle Dekoration.

Im Neuen Garten entstand Ende des 18. Jahrhunderts auf Wunsch von Friedrich Wilhelm II. eine künstliche Grotte am Jungfernsee. Sie diente als zurückgezogener sommerlicher Aufenthaltsort. Da dieses Kunstwerk sehr verfallen ist, ist eine aufwendige Restaurierung notwendig. So kann die Grotte derzeit nur bei Sonderführungen besichtigt werden. Dennoch ist die Muschelgrotte ein bedeutendes architektonisches Zeugnis, da sie zu den letzten erhaltenen eigenständigen Grottenarchitekturen zählt.

In den Jahren 1791 bis 1793 wurde der Neue Garten durch einen weiteren Bau erweitert, die 86 Meter lange Orangerie. Noch heute finden hier Gewächse im Winter eine Behausung. Charakteristisch für das Orangeriegebäude sind die imposanten Statuen am Portal der Orangerie, eine Sphinx und zwei ägyptische schwarze Gottheiten darstellend. Besonders beeindruckend ist ebenso der schön verzierte Palmensaal, der einst als Konzertsaal genutzt wurde.

Krongut Bornstedt

In der Nähe des Schlosses Sanssouci liegt das Krongut Bornstedt, einst Landsitz der preußischen Herrscher. Der Gebäudekomplex wurde aufwendig restauriert. Hier kann man für eine Mittagspause in das Hof-Brauhaus einkehren und märkische Spezialitäten und natürlich das selbstgebraute Bier „Bornstedter Büffel“ probieren. Einladend sind ebenso die Königliche Hofbäckerei, das Café und die Weinscheune. Auf dem direkt am Bornstedter See gelegenen Gut kann man außerdem traditionelle Handwerkskunst näher kennenlernen. Man trifft hier auf Hutmacher, Weber, Glasmacher, Keramiker, Zinngießer und Kerzenmacher.

Schloss Babelsberg & Park Babelsberg

Ein weiteres Schloss offenbart sich dem Besucher im 124 Hektar großen Schlosspark Babelsberg. Das Schloss Babelsberg diente Kaiser Wilhelm I. als Sommerresidenz. Den Auftrag zur Erbauung des neogotischen Schlosses erhielt Karl Friedrich Schinkel und nach dessen Tod übernahmen Ludwig Persius und  Johann Heinrich Strack den Weiterbau. Die Innenausstattung ist teilweise noch im originalen Zustand erhalten. Ein Highlight des Schlosses ist der Tanzsaal mit seinem Sternenhimmel. Im Park Babelsberg trifft man auf Terrassen, die mit Teppichbeeten, Mosaiken, Brunnen und Plastiken dekoriert sind. Man schlendert vorbei am Goldenen Rosengarten, dem Rondell an der Gotischen Fontäne und am Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Flatowturm.

Das Belvedere auf dem Pfingstberg

Aufgrund der herrlichen Aussicht, die sich dem Betrachter vom Pfingstberg aus bietet, ließ Friedrich Wilhelm IV. hier ein Belvedere errichten. Der prächtige Bau wurde 1847 begonnen und erst 1863 vollendet. Es handelt sich um eine Doppelturmanlage mit Kolonnaden, erbaut im Stil einer italienischen Renaissance-Villa. Außerdem ist auch der unterhalb des Belvedere gelegene Pomonatempel (1801) eine Besichtigung wert. Denn es handelt sich um das erste Bauwerk des Architekten Karl Friedrich Schenkel.

Schloss und Garten Sacrow

Gegenüber dem Neuen Garten liegt auf der anderen Havelseite der Garten Sacrow. Das Anwesen ist der Endpunkt der Gartenanlagen um den Potsdamer Jungfernsee. Friedrich Wilhelm IV. erwarb das Grundstück, um die Gartenlandschaft Potsdams zu erweitern. In diesem Garten befindet sich der älteste Baum Potsdams, eine riesige Eiche. Daneben befindet sich eine über 100 Jahre alte Streuobstwiese. Das Schloss ist kaum noch im originalen Zustand erhalten, sondern zeigt deutlich die Spuren des letzten Umbaus aus dem Jahr 1938.

Jagdschloss Stern

In der Jagdhausstraße in Potsdam wurde im Auftrag Friedrich Wilhelms I. von 1730 bis 1732 ein weiteres Schloss erbaut. Hier entstand das Jagdschloss Stern. Denn Friedrich Wilhelm I. war ein leidenschaftlicher Jäger. Die Umgebung des Jagdschlosses wurde von den Hohenzollern gerne als Jagdgebiet genutzt. Im Inneren trifft man heute noch auf zahlreiche Geweihe und Gemälde mit Jagdmotiv.

Freundschaftsinsel & Foerster-Garten

Einen Ausflug wert ist auch die Freundschaftsinsel. Sie liegt an der Havel und lädt zu einem erholsamen Aufenthalt ein. Neben einem Ausstellungspavillon, Café, Freilichtbühne und Spielplatz besticht die Insel vor allem durch ihre imposante Bepflanzung, die vom berühmten Staudenzüchter Karl Foerster (1874-1970)ausgeführt worden ist. Die Insel an der Langen Brücke ist ganzjährig ab 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet und der Eintritt ist kostenlos. Auf Karl Foersters Stauden trifft man ebenso im nach ihm benannten Foerster-Garten Am Raubfang 6. Hier kann man seine Original Foerster-Stauden auch erwerben.

Pfaueninsel

Die Pfaueninsel ist ein im Jahr 1793 angelegter Landschaftsgarten, der unter anderem durch einen sehr alten Baumbestand von circa 400 Eichen besticht. Die Insel gehört nicht zu Potsdam, sondern zu Berlin-Zehlendorf, ist aber zur Kulturlandschaft Potsdams zu zählen.1794 wurde auf der Pfaueninsel ein kleines Schloss mit charakteristischen Türmen erbaut, das heute noch erhalten ist. Eine Besonderheit sind zudem die frei umherlaufenden Pfauen.

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Autor: AleksandraX  22.06.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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