Prag - die Hauptstadt von Tschechien in drei Tagen sehen und erleben

Prag, Hauptstadt von Tschechien, hat eine sehr abwechslungsreiche Geschichte und sehenswerte Architektur. In nur drei Tagen kann man viel von dieser schönen Metropole sehen.

Ein Kurztrip nach Prag gefällig? Eine der Fragen, die den Reisenden vor Antritt der Reise nach Prag beschäftigt, ist: Was gibt es zu sehen und wie plane ich die Tage ein? Der folgende Artikel soll hierbei eine Hilfestellung sein bzw. eine Anregung für die eigenen Planungen. Es gibt zu viele Sehenswürdigkeiten in dieser schönen Hauptstadt von Tschechien, um sie alle in nur drei Tagen sehen und erleben zu können. Wie man es trotzdem schafft, ohne Hektik und Stress drei schöne und erlebnisreiche Tage in Prag zu verbringen, soll im Folgenden aufgezeigt werden.

1. Tag: Das kleine Prag und die Burg

Der erste Tag in der tschechischen Hauptstadt Prag, die man bei geschickter Planung durchaus in drei Tagen sehen und erleben kann, führt den Besucher in das kleine Prag und zur Burg. Am Besten reist man bereits am Vorabend an. Dann ist man ausgeruht, kann in Ruhe morgens frühstücken und den Tag entspannt angehen. Der erste Tag gehört der linksmoldaischen Seite, das man auch das „kleine Prag“ oder die Kleinseite, auf tschechisch mala strana, nennt. Es sind heute nur ein paar Kilometer zu bewältigen. Dem Trubel der touristisch stark frequentierten Karlsbrücke entronnen, begibt man sich zunächst in das beschauliche Kampa. Eine kleine Brücke führt über den Teufelsbach. 

Dort befindet sich das Prager Venedig mit schönen Renaissance- und Barockvillen. Hier ist es sehr romantisch und man hat wirklich einen tollen ersten Eindruck von Prag, der schönen Hauptstadt von Tschechien. Weiter geht es zum Malteserplatz. Stille beherrscht den Platz, die Rokokofassaden des Turba- und des Nostiz-Palastes geben eine großartige Kulisse ab. Einen kleinen Abstecher kann man von hier aus übrigens zum Franz-Kafka-Museum machen, wenn man ein Freund dieses nicht unumstrittenen Prager Schriftstellers ist. Die nächste Station ist St. Niklas, ein monumentaler Kirchenbau mit einer schönen Kuppelkonstruktion und einem fast 80 Meter hohen Glockenturm. Ringsherum stehen schöne Bürgerhäuser. Wallenstein, der in Wirklichkeit Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein hieß, hat in der Nähe ein prachtvolles Palais bauen lassen, dessen Besuch sich ebenfalls lohnt. Das Palais ist heute Sitz des tschechischen Senats.

Angebote auf Karte zeigen

Jetzt geht es über die Nerudagasse, eine der bekanntesten und meistbesuchten Straßen von Prag, an schönen Bürgerhäusern vorbei steil ansteigend zur Prager Burg. Für deren Besichtigung sollte man einen halben Tag einplanen, denn der Gebäudekomplex ist sehr groß und es gibt viel zu sehen: drei Burghöfe, den Königspalast, den St. Veits-Dom, die St. Georgs-Basilika und das Goldene Gässchen. Über den Haupteingang verlässt man die Burg wieder und begibt sich zum Hradschiner Platz mit einer Mariensäule und vielen prachtvollen Palästen. Besonders sehenswert ist das Erzbischöfliche Palais. Vorbei am frühbarocken Palais Toskana geht es nun zum Loretoplatz, an dem sich neben dem Palais Czernin und dem Kapuzinerkloster auch das Loreto-Heiligtum befindet, ein Wallfahrtsort im Nachbau des Originals in Italien. Hier erklingt stündlich Dvoraks Marienlied von einem Glockenspiel. Nur wenige Schritte entfernt endet die Besichtigungstour des ersten Tages im Kloster Strahov, einem Prämonstratenserkloster im romanischen Stil. Hier werden die wertvollsten Schriftstücke Prags aufbewahrt. Die Bibliothek sollte man besichtigen.

2. Tag: Josephstadt und Altstadt

Am zweiten Tag in der Hauptstadt von Tschechien, die man also durchaus in drei Tagen sehen und erleben kann, geht es auf die andere Seite der Moldau: zunächst in die Josephstadt und danach in die Altstadt von Prag. Auch heute sind es nur wenige Kilometer, die man laufen muss. Die Josephstadt ist das alte jüdische Viertel Prags. Der alte jüdische Friedhof bildet den Mittelpunkt, man erreicht ihn durch die Pinkassynagoge, ein wertvolles Architekturdenkmal und gleichzeitig ein Zeitzeugnis des Holocaust. In der Zeremonienhalle von 1906 ist eine interessante Ausstellung zu jüdischen Sitten und Gebräuchen zu sehen, ergänzt wird sie durch die Präsentation in der benachbarten Klausensynagoge. Die aus dem Jahr 1270 stammende Altneusynagoge ist nur ein paar Schritte entfernt und ist die älteste noch genutzte Synagoge Europas. Hier lohnt ein Besuch unbedingt. Die sich sehr nahe befindliche Spanische Synagoge ist dagegen recht jung und wurde im Stil der Neorenaissance erbaut, mit maurischen Elementen wie man sie in der Alhambra in Spanien vorfindet. An der Mayselsynagoge vorbei geht man jetzt den Prachtboulevard, die von Jugendstilfassaden flankierte Pariser Straße entlang und begibt sich in Richtung Altstadt. 

Hier trifft man zunächst auf den Altstädter Ring, einem von wunderschönen Häusern gesäumten Platz. Hier steht auch das Altstädter Rathaus. Hier lohnt sich unbedingt die Aussichtsterrasse auf dem 70 Meter hohen Rathausturm. Von hier aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Altstadt. Interessant ist auch das „Schauspiel“, das sich stündlich an der Fassade des Rathauses abspielt: ein Sensenmann leitet den Umzug der Apostel ein, andere Figuren sind ein flügelschlagender Hahn, ein Türke und die Allegorien der Eitelkeit und des Geizes. All diese erinnern an die schrecklichen historischen Ereignisse, die mit diesem Bauwerk verbunden sind. Unter anderem fanden hier im Mittelalter sehr viele öffentliche Hinrichtungen statt. Die Teynkirche liegt ebenfalls am Altstädter Ring und fällt mit ihren zwei 80 Meter hohen Türmen ins Auge. Hier befindet sich das älteste Prager Taufbecken. Durch die Zeltnergasse mit ihren vielen kleinen und interessanten Geschäften gelangt man zum Pulverturm, dem einzigen Überbleibsel von der spätgotischen Befestigungsanlage aus dem 15. Jahrhundert. Mit dem Repräsentationshaus steht hier auch das schönste Jugendstilgebäude Prags, hier lohnt auch eine Führung. Jetzt kann man sich in eines der vielen Cafes setzen und den Tag gemütlich ausklingen lassen.

3. Tag: Karlsbrücke, Gallusstadt und Neustadt

Am letzten Tag in Prag, das man in drei Tagen sehen und erleben will, erkundet man zunächst die Karlsbrücke, sicherlich das bekannteste Bauwerk Prags und zu jeder Stunde hochfrequentiert von Touristen und Einheimischen. Einen halben Kilometer lang ist die Brücke, die bisher allen Hochwassern der Moldau stand gehalten hat. Von hier aus sieht man schon den großen Gebäudekomplex auf der linken Seite, das Klementinum. Dieses Jesuitenseminar sollte die Macht der katholischen Kirche symbolisieren. Der Barocksaal ist einen Besuch wert. Vorbei am barocken Clam-Callas-Palais gelangt man in die Gallusstadt. Hier ist immer Marktzeit, und wenn man Obst und Gemüse einkaufen möchte, dann sollte man das hier tun. Die gotischen Laubengänge machen diese Gegend gemütlich und einladend. Der Weg führt dann zum Karolinum, heute Heimat der Prager Karlsuniversität, und zum Ständetheater, ein Schauspielhaus im klassizistischen Stil.

Von hier gelangt man in die Prager Neustadt. Zunächst geht es zur exklusiven Einkaufsstraße Prags, dem Graben. Der Wenzelsplatz, durch viele historische Ereignisse bekannt geworden, schließt sich direkt daran an. Viele schöne Jugendstilbauten umrahmen den 60 Meter breiten und 750 Meter langen Platz. Geht man zurück zum Anfang des Wenzelsplatzes, kann man jetzt die U-Bahn nehmen und zwei Stationen bis zum Karlsplatz fahren, dem größten Stadtplatz Europas. Ursprünglich fanden hier Viehmärkte statt. Sehenswert ist das hier stehende Neustädter Rathaus und die barocke Jesuitenkirche St. Ignatius. Ein paar hundert Meter zu Fuß, und man erreicht das direkt an der Moldau gelegene „Tanzende Haus“, einen städtebaulichen Blickfang aus der Neuzeit. 1996 wurde dieses eigenwillige Haus errichtet, die Prager nennen es liebevoll „Ginger und Fred“ nach den beiden Stepp-Filmgrößen. Hier kann man den Tag sehr schön im siebten Stock im Restaurant mit einem schönen Blick auf die Prager Burg ausklingen lassen. Hier kann man auf sehr eindrucksvolle Weise Abschied nehmen von Prag, der schönen Hauptstadt von Tschechien. In drei Tagen hat man sehr viel gesehen und erlebt von díeser Stadt und möchte am liebsten bald wieder hin fahren.

Reisebericht als PDF
Autor: WELTREISETHOM  15.07.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (4) | Nein

Dein Kommentar zu Prag - die Hauptstadt von Tschechien in drei Tagen sehen und erleben

Weiterführende Inhalte zu Prag - die Hauptstadt von Tschechien in drei Tagen sehen und erleben

Angebote auf Karte zeigen
Städtereise Prag | TripEine Städtereise Prag ist in kultureller Hinsicht ein absolutes...
Shopping Prag | KategorieWenn man an Tschechien und Böhmen denkt, dann kommt man um Glas und...
Nachtleben Prag | KategorieWie in jeder Großstadt steppt natürlich auch in Prag der Bär. In den...
Kultur Prag | KategorieAuch Prag kann mit den verschiedensten Museen aufwarten. Vor allem das...
Events Prag | KategorieAlljährlich findet in der ersten Januarwoche der „Prager Winter“...


Weitere Inhalte zeigen
Unterkunft Prag | KategorieAuch in der tschechischen Hauptstadt Prag kann man vom Hostel, über...
Anreise Prag | ArtikelAm besten erreicht man Prag mit dem Eurocity, der von allen größeren...
Stadtteile Prag | Artikel Wer noch nie in der Hauptstadt Tschechiens war, sollte dorthin fahren...
Wochenendtrip Prag | Artikel Ein Wochenendtrip Prag bietet viele Möglichkeiten. Es gibt eine Fülle...
Essen und Trinken in Prag -.. | Artikel Prag, die Hauptstadt von Tschechien hat kulinarisch einiges zu...

Weiterführende Reisetipps

loading...
;