Pyramiden von Dahshur

In Dahshur kann man Pyramiden besichtigen, die nicht so mit Touristen überfüllt sind, wie die Pyramiden von Gizeh. Die beiden Pyramiden sind aber mindestens genauso sehenswert.

Dahshur ist ein kleines Dorf in der Nähe der Halboase Saqqara. Interessant sind jedoch vielmehr die beiden Pyramiden, die ungefähr zwei Kilometer von hier in der Wüste liegen. Sie stammen beide von Pharao Snofru, der seine letzte Ruhestätte bauen ließ.

Die Knickpyramide

Die Knickpyramide war die zweite von Pharao Snofru erbaute Pyramide. Den ersten Versuch unternahm der am Rande der Halboase Fayyum: Sie war eher ein großer Steinquader als eine Pyramide und ist heute noch an diesem Ort zu besichtigen. Im zweiten Schritte wurde dann bei der Knickpyramide der Versuch unternommen eine "echte" - also vollkommene - Pyramide zu bauen. Nach ungefähr halber Bauhöhe gab jedoch das Fundament nach, was dazu führte, dass die Pyramide früher als geplant zum Abschluss gebracht werden musste. Deswegen baute man kurzerhand einen Knick ein und änderte den Winkel. Dies verleiht der Pyramide ihre einzigartige Form, die sie so berühmt macht.

Leider kann man die Knickpyramide noch nicht von innen besuchen. Sie ist noch einsturzgefährdet, Zahi Hawass – der Chef der ägyptischen Antikenverwaltung – schreibt jedoch auf seiner Homepage, dass die Gänge in nächster Zeit abgestützt werden sollen, so dass der Besuch vermutlich bald möglich sein wird. Bis jetzt kann man jedoch vom Plateau der Roten Pyramide immerhin ein gutes Foto schießen.

Die Rote Pyramide

Die Rote Pyramide ist vermutlich die letzte Ruhestätte von Pharao Snofru und die dritte und letzte seiner Pyramiden. Sie hat endlich perfekte Pyramidenform. In ihr sind drei Kammern: Um zu ihnen zu gelangen, muss man erst einmal eine steile Treppe an der Wand der Pyramide nach oben steigen. Oben angekommen kontrolliert der Wächter die Tickets und man kann den ungefähr hundert Meter langen Abstieg wagen. Der Gang ist schlecht beleuchtet (oft sind sogar einige Lampen defekt), deswegen ist es zu empfehlen, eine Taschenlampe einzustecken.

Unten angekommen steht man in der ersten Kammer. Sie ist 12 Meter hoch, was vermutlich für die zwölf Stunden der Nacht steht, in denen sich der Pharao auf der Fahrt durch die Unterwelt mit dem Sonnengott Re regeneriert. Nach einer weiteren, circa zwei Meter langen, Passage gelangt man in die zweite (baugleiche) Kammer. Sehr wahrscheinlich steht die Zweizahl der Kammern für Ober- und Unterägypten, deren Herrscher Snofru war. Hier befindet sich auch ein Holzgestell, über welches man in die dritte und letzte Kammer kommt. Das letzte Mal, als ich da war, war jedoch das Licht in der Grabkammer komplett defekt. Ein Zugang ist NUR mit einer Taschenlampe möglich gewesen.

In der letzten Kammer ist vermutlich die letzte Ruhestätte von Snofru, wenngleich es auch Forscher gibt, die vermuten, dass Snofrus Mumie vor den Grabraubzügen in der Knickpyramide lag. Besonders in der letzten Kammer der Roten Pyramide ist die Luft so stickig, dass man nur noch schwerlich atmen kann. Besucher mit Asthma sollten den Abstieg auch deswegen nicht wagen. Generell ist zu sagen, dass die Rote Pyramide nur von gesunden Menschen betreten werden sollte – der Abstieg ist sehr anstrengend und gerade ältere Reisende können Probleme bekommen.

Anfahrt

Es ist am sinnvollsten ein Taxi mit Fahrer von Kairo aus zu mieten. Dies sollte nicht mehr als 200 Pfund kosten. Man kann dann Dahshur auch gut mit einem Besuch in Memphis und Saqqara verbinden. Wenn man Geld sparen möchte, ist es auch möglich mit der Metro zur Endstation Helwan zu fahren, von dort aus den Minibus nach Dahshur zu nehmen (einfach nach Dahshur fragen!) und dann in die Wüste zu Fuß zu laufen. Da das letzte Stück noch immerhin 2 km zu laufen sind, ist es besonders im Sommer viel zu anstrengend und deswegen nicht zu empfehlen.

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Autor: Amira  27.05.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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