Radwege und Radtouren in Spanien: von Jaén bis zum Río Guadajoz
Radwege und Radtouren in Spanien: Die Vía Verde del Aceite führt nahezu autofrei von Jaén zum Río Guadajoz.
Obwohl die Spanier zu einem radsportbegeisterten Volk gehören, lädt der Alltagsverkehr nicht gerade zum Radfahren ein. Doch neben den wegen des Verkehrs mehr oder weniger empfehlenswerten Radstrecken auf dem Straßennetz gibt es eine Reihe Radwege, die auch zu gemütlicheren Touren einladen. Trotzdem gilt prinzipiell: Man sollte sich immer auf schwierigere Streckenabschnitte, möglichen Autoverkehr und holprige Wegstücke gefasst machen.
Die circa 50 km lange Vía Verde del Aceite gehört sicherlich zu den besser ausgebauten Wegstrecken und verläuft von Jáen durch die Olivenhaine der Region bis zum Río Guadajoz und der Reserva Natural Laguna Honda. Der Weg gehört zu den so genannten Vias Verdes, die auf den Dämmen stillgelegter Eisenbahnstrecken verlaufen und von der Fundación de los Ferrocarriles Españoles koordiniert werden. In ganz Spanien gibt es mehr als 1.800 km solcher Strecken.
Den Anfang der Via Verde del Aceite findet man im Osten Jaéns, am Ende der Ronda Juez Juan Ruiz. Die ersten Meter verlaufen parallel zur heutigen Bahnlinie, bevor die Trasse in Richtung Martos ansteigt und um die Sierra de la Grana herumführt. Nachdem man unter der Umfahrungsautobahn von Jaén hindurchgefahren ist, erreicht man Torre del Campo, die erste Station. Links und rechts des Weges begleiten einen die Cortijos, die Gutshöfe, umgeben von Olivenhainen.
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In Torre del Campo fiel die Bahntrasse der Autovía A-316 zum Opfer, so dass man sich nach rechts wenden muss, dem Camino de servicio folgend, über den man zu einer kleinen Straße gelangt, die mittels einer Überführung überquert wird. Hier wendet man sich abermals nach rechts und erreicht wieder die Bahntrasse, die bald zum Bahnhof von Torre del Campo führt. Man lässt den Bahnhof durch den Tunnel von Caballico hinter sich, der kurvenreich, 333 Meter lang und zum Glück beleuchtet ist. Bald darauf führt die neue Brücke de la Piedra del Águila über den gleichnamigen Fluss und gewährt einen Blick in die beeindruckende Schlucht und über die endlosen Olivenhaine. Über eine weitere Brücke, einen Tunnel und eine Überführung über die N-321 gelangt man nach Torredonjimeno. Von Torredonjimeno schlängelt sich der Weg langsam aufwärts in Richtung Martos.
Vor Martos muss die A-316 mittels Überführung überquert werden und kurz danach noch einmal, diesmal mit Unterfürung, bevor man das Zentrum von Martos erreicht, das unter einem beeindruckenden Felsen gelegen ist. Martos stellt den höchsten Punkt der Vía Verde dar, ab jetzt geht es beinahe ununterbrochen bergab bis zum Ría Guadajoz. In Martos kann man im Schatten des Daches des noch gut erhaltenen Bahnhofes Rast machen. Um Martos zu verlassen, kreuzt man die A-316 ein drittes Mal, diesmal durch einen Tunnel. Ab jetzt prägen wieder die Olivenbäume die Landschaft, aus deren Grün ein weißer Kalksteinbruch heraus sticht, der am Rand der Vía Verde gelegen ist. Drei km weiter trifft man dann ein viertes und letztes Mal auf die A-316, die über einen neuen Steg überquert wird.
Es geht weiter leicht bergab, um den Cerro de la Capellanía herum und über eine 208 Meter lange Stahlkonstruktion über das Tal des Arroyo Salado. Langsam werden die Hügel steiler und die Landschaft gebirgiger. Bald trifft man auf eine weitere Brücke, die über den Arroyo del Higueral führt. Die nächste Station ist eine der seltsamsten, ein Bahnhof weit entfernt von jeglicher Zivilisation, die nächstliegende Siedlung ist sieben km weit weg. Der Bahnhof Vado diente als Eisenbahnknotenpunkt.
Nach einer kurzen leichten Steigung fällt der Weg wieder ab, bis er auf die alte N-321 trifft. Nach kurzer Zeit verlässt man diese und folgt wieder dem beinahe geraden Weg des Bahndammes, der durch die Landschaft des Valle del Víboras mit den jenseits des Flusses liegenden Gipfel der Sierra de Ahillos führt. Am km 42 erreicht der Weg den Fluss, der von einer Brücke überquert wird, die eine schöne Aussicht über das Tal bietet. Unterhalb der Brücke ist noch die alte Brücke aus dem Mittelalter zu sehen. Der Weg führt weiter abwärts, an einem verlassenen Steinbruch, der Cantera de la Muela, vorbei und dann auf dem teilweise stark erhöhten Damm durch die zerklüftete Landschaft.
Auf dem Weg zur letzten Bahnstation, Alcaudete, führt der Weg über zwei alte Einsenbahnbrücken, um die Flüsse Chaparral und Esponela zu überqueren. Der Bahnhof Alcaudete ist circa vier km von der eigentlichen Siedlung entfernt, das Bahnhofsgebäude wird heute als Privathaus genutzt. Hinter dem Bahnhof kreuzt man eine große Straße, die diesmal ohne Unter- oder Überführung zu überqueren ist.
Nun enden auch die Olivenhaine und die Landschaft ist naturbelassener. Links des Weges liegt die Reserva Natural Laguna Honda, welche von der Vía Verde aus am besten betrachtet werden kann. Von hier aus führt die Vía Verde noch drei km weiter bis zur Brücke über den Ríao Guadajoz, welche einen wunderbaren Blick in das darunter liegende Tal und seine Formationen bietet. Auf der anderen Seite der Brücke beginnt eine Vía Verde, die bis Navas de Sepillar, knapp 60 km entfernt, durch die Sierra Subbética der Provinz Córdoba führt.
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