Reiseziele in Afrika: Ganvie in Benin, die Stadt auf dem Wasser

Reiseziele in Afrika: Ganvie in Benin. Die Stadt auf dem Wasser wurde auf einem Seengebiet errichtet, eine der vielen verschiedenen Landschaften, auf dem Benin Urlaub: von fruchtbarer Natur bis zur Saharagegend

Die schwimmende Stadt liegt an einem See kurz vor der Küste Benins. Die einzigartige Stadt besteht fast ausschließlich aus Holzhütten die auf Stehlen über dem Wasser gebaut wurden. Alles wird hier mit dem Boot erledigt: Einkäufe Bauarbeiten und der Weg zur Schule. Motorboote gibt es kaum. Stattdessen ziehen Ruderboote an dem Reisenden vorbei und lassen den Ort ruhig und friedlich erscheinen. Die Idylle wird ergänzt durch die Spiegelungen der Hütten im Abendlicht. Damit fällt sie unter die schönsten Reiseziele in Afrika: Ganvie in Benin, die Stadt auf dem Wasser.

Ohne Boote geht nichts in Ganvie
Unser Benin Urlaub hat gerade begonnen. Mit einem Minibus fahren wir raus aus der staubigen Hauptstadt Cotonou ins naheliegende Ganvie. Schon wenige Minuten nachdem unser Boot abgelegt hat, begegnen uns die ersten Segeljollen und Ruderboote. Eine in bunte Kleider gehüllte Frau und ihr rudernder Mann gleiten in fast majestätischer Gelassenheit an uns vorbei. Das nächste Boot beherbergt Bauarbeiter und einen großen Sandberg. Ohne Boote geht nichts in Ganvie. Kurz darauf tauchen die ersten Häuser über dem Wasser auf. Neugierige Kinder winken von den Terrassen davor. Vorne spielt sich das alltägliche Leben ab. Ein kleines Haus dient als Wasser-Tankstelle. Dicht gedrängt warten Boote voller Fässer auf ihren Anteil. Wer zu lange trödelt wird abgespritzt, Menschen lachen.

Ein wenig Afrika Tourismus hat es auch hierher geschafft, dabei ist die Gegend auf der Welt noch ziemlich unbekannt
Wir halten an einem kleinen Hotel, das immerhin einen sandigen Innenhof besitzt auf dem man sich die Beine vertreten kann. Es gibt schöne Zimmer, Essen und Trinken sowie jede Menge regionale Kunstgegenstände und Gemälde die man kaufen kann. Dabei ist die Verkäuferin nie aufdringlich sondern lässt uns in Ruhe rasten und ihre Sammlung bestaunen. Ohnehin greifen mehrere Mitreisende gleich zu und nutzen die Gelegenheit originelle Souvenirs und Mitbringsel aus Benin zu erstehen. Wir fahren noch etwas zwischen den Häusern umher.

Leben auf dem Wasser
Um uns herum in den Kanus spielen Kinder, die wahrscheinlich noch zu klein zum Schwimmen sind. Aber das macht nichts. Sie können Boot fahren. Das müssen sie auch um zur Schule zu kommen oder Freunde zu besuchen. Selbst die Kleinsten hantieren geschickt mit dem Ruder. Hinter uns wirft eine kleine Gruppe von etwas Älteren immer wieder ihre Netze aus. Es sieht wirklich sehr malerisch aus, immer ausgeleuchtet vom dekorativ strahlenden Abendlicht.

You may take pictures
Man muss etwas länger gucken um zu sehen, dass es ihnen ziemlich egal ist, ob sich etwas in den Netzen befindet - dann wäre der Hauptplatz des Dorfes vielleicht auch nicht der ideale Punkt zum Fischen. Des Rätsels Lösung liegt in einem kleinen Kalender, der irgendwann seinen Weg von Europa nach Ganvie geschafft hat. Er enthielt unter anderem Bilder von Ganvies Fischern. Als die Dorfbewohner vom Preis des Kalenders erfuhren führten sie berechtigte Ansprüche daran auf. Seit dem heißt es in Ganvie: Fotos sehr gerne, Bezahlung auch. Jeder muss selbst entscheiden wie er damit umgeht. Ein Gefühl der Beklemmung entsteht nicht, zum Einen, weil wir von niemandem aufgefordert wurden ein Foto zu machen zum Andern weil es sich hier nicht um eine Bettelsituation, sondern eher um einen Nebenverdienst zu handeln scheint.

Ein natürlich gewachsener Ort
Ganvie ist ein natürlich gewachsener Ort, dessen Strukturen auch heute nicht auf Tourismus beruhen. Die Menschen fischen, arbeiten in der Stadt als Taxifahrer oder betreiben am Festland kleine Farmen. Viele gaben gerne Einblick in ihr Leben und luden uns zum Essen ein. In solchen Situationen genügt auch eine kleine Versicherung in Zeichensprache um die Eindrücke mit der Kamera einfangen zu dürfen. Es ist einfach nur Respekt geboten. Wir werden noch öfter halten, spielen Fußball mit den Schulkindern, deren Lehrer mal wieder im Streik sind und picknicken in einer der Lehmhütten. Dazu gibt es Ananas, Brot und etwas Scharfes zu Essen. Wirklich scharf, ernsthaft- leider zu spät. Nachdem die Mutigeren von uns sich erstmals den Mund verbrannt haben, fahren wir weiter- mit Starthilfe der Dorfbewohner. Es war ein schöner erster Tag für unseren Afrika Urlaub. Glücklicherweise ist entgegen der Erwartungen auch niemand von Mücken zerstochen worden. Dafür haben wir schon mal eine der vielen verschiedenen Lebensarten und Landschaften Benins kennen gelernt.

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Autor: HitchhikerinFranca  25.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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Userbild Blinder Passagier Blinder Passagier: Wer Ganvie im westafrikanischen Benin kennenlernen möchte, wer vielleicht auch noch mehr vom Land sehen will: Die deutsch/beninische Reiseinitiantive Explore Bassanhoue veranstaltet Rundreisen mit intensiven Kontakten zur Bevölkerung. Menschen, Voodoo, Safari, Strand und Mee(h)r. Info: www.explore-bassanhoue.de (08.06.11)

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