Rio Celeste, blauer Fluss in Costa Ricas Nationalpark der Naturwunder

Im tiefen Regenwald Costa Ricas liegt der Rio Celeste. Der strahlend blaue Fluss, bietet mehr als ein Naturwunder und ist doch noch ein Geheimtipp für alle Abenteuersucher.

Rio Celeste, Costa Rica: Im Nationalpark Vulkan Tenorio im Norden des Landes liegt die Quelle des blauen Flusses. In immer anderen Blautönen schimmernd, schlängelt sich der geheimnisvolle Rio Celeste durch den tiefen Regenwald, bildet heiße Quellen und rote Seitenarme und mündet schließlich in einen brausenden Wasserfall. Wer einmal an dem azurblau glänzenden See stand, den dieser Wasserfall bildet wird kaum verstehen, warum Rio Celeste immer noch ein Geheimtipp ist. Ein Geheimtipp für alle die das Abenteuer suchen. Dabei ist das Naturwunder Rio Celeste unglaublich schön und mit einer – zugegeben fordernden - Tagestour vom anliegenden Ort aus zu erreichen. Der Grund, warum es bisher noch wenige Reisende hier her verschlägt ist, dass Geheimtipp in Costa Rica meistens auch sehr geheime Anfahrtswege bedeutet.

Anreise zum Nationalparkark Vulkan Tenorio

Denkbar ist ein Mietwagen oder eine geführte Tour, die man schon in einem anderen Ort buchen sollte. Man kann aber auch mit dem öffentlichen Bus in den anliegenden Ort fahren und von dort aus zum Nationalpark Rio Celeste laufen, ein Taxi nehmen (falls eins in der Nähe ist) oder trampen. In der Nähe der Bushaltestelle, auf dem Weg zum Nationalpark Rio Celeste, haben einige Anwohner Hotels eröffnet. Unsere Reisegemeinschaft schlief in einem kleinen Ferienhaus für drei Dollar pro Person (leider ohne Glas in den Fenstern, was den Mitreisenden nichts ausmachte, weil sowieso alle Mücken mich stechen).

Der Weg in den Park

Zum Tenorio Volcano National Park (wie er auf Spanisch heißt) läuft man ein ganzes Stück bergauf, wer laufen und vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein will, sollte früh aufstehen. Dafür lohnt sich der Weg. Kolibris zeigen sich, hier und da liegen verwunschene schwarze Moorlandschaften am Wegesrand und hohe Bäume ragen auf. Ungefähr auf der Hälfte des Weges zum Nationalpark erstreckt sich der Größte von ihnen. Der Friedensbaum ist so breit, dass man 18 Menschen bräuchte um ihn zu umarmen. Eine prima Gelegenheit für Gruppenfotos von Umarmungsversuchen und auch um das in oder andere Reptil zu erspähen, das das Moos des Baumriesen beherbergt.

Eintritt in fast unberührte Natur, der Nationalpark Vulkan Tenorio

Dann geht es weiter bergauf und rein in den Nationalpark schon an der Gästeliste erkennt man, dass der Nationalpark um den Rio Celeste vor allem von Costa Ricanern besucht wird. Auch im Regenwald selbst, den man kurze Zeit später erreicht, hat man den Eindruck wenig erschlossener fast unberührter Natur. Pflanzen reichen in ungeahnten Höhen. Wurzeln wuchern über den Gehweg und bietet halt in den Mengen von Schlamm, die sich nach den Regenfällen bilden. Alles in allem ist es eine gute Möglichkeit die Tauglichkeit der Trekkingausrüstung zu prüfen. Ist die Kleidung wirklich Mücken- und Wasser- undurchlässig? Spätestens am Abend wird man herausfinden wie schmutzabweisend und abwaschbar die Hose wirklich ist. Belohnt wird man dafür mit dem Gefühl von Abenteuer und Entdeckung. Immer wieder muss man auf dem Weg staunend anhalten angesichts der weiten grünen Landschaft die sich an höheren Punkten vor einem ausbreitet. Es ist ein bisschen, als würde man durch die Regenwaldeinheit seines alten Erdkundebuchs laufen. Nur dass es einen erst wirklich beeindruck, wenn man es dann in voller Größe zu sehen bekommt.

Es geht ins Blaue, der Fluss rückt näher

Nach einem glitschigen Abstieg mit leichter Rutschgefahr (auf dem Hintern zu landen ist wirklich nichts wofür man sich schämen braucht und wer‘s doch tut, kann sich bald eine Pause in den heißen Quellen am Wegesrand gönnen und dabei seine Hose durchwaschen) kommt man dann dem Fluss näher, der sich geheimnisvoll blau schimmernd durch den Regenwald zieht. Chemische Reaktion ausgelöst durch die vulkanischen Aktivitäten in diesem Gebiet sind die Ursache für die Wunderlichkeit des Rio Celeste. Neben dem blauen Fluss gibt es noch einen rötlichen Flussarm und auch gelblich schimmerndes Wasser. Heiße Quellen bilden kleine natürliche Badewannen am Wanderweg und am Ende des Pfades können wir den Ursprung des Ganzen sehen. Eine klare Linie, markiert den Moment der Verwandlung und plötzlich wird das braune Wasser blaugrün, wie in einer Kinderzeichnung. Der Rio Celeste ist ein Fluss wie wir ihn uns immer vorgestellt haben- Wasser endlich blau wie es sein sollte. Deswegen wirkt er auch so natürlich und gleichzeitig so geheimnisvoll: Wir spüren, dass etwas anders ist und gleichzeitig wirkt es unglaublich richtig wenn der blaue Fluss majestätisch an uns vorbei fließt.

Ein Wasserfall wie gemalt

Ein anderer Pfad führt zum Wasserfall des Rio Celeste, der sich so sprudelnd in das azurblaue (oder auch swimmingpoolfarbene) Wasser ergießt, dass man das Gefühl bekommt man hätte ihn außer einer heimischen Thermenlandschaft hier her geschafft und für die Touristen anmontiert. Ist natürlich Quatsch, vielmehr ist es dieser Wasserfall den die Bäderbauer vor Augen hatten als sie ihre Kunstwelten schufen. Trotzdem wirkt das blaue Wasserbecken einfach unwirklich einladend. Es fällt uns schwer sich vorzustellen, dass das alles schon existierte lange bevor sich ein Mensch in die Gegend verirrte und sich über diesen Anblick freuen konnte. Jetzt steht diese Möglichkeit jedem Reisenden offen. Die Organisationsanstrengung ist es allemal wert. Wer kann, sollte jetzt hinfahren, solange es noch ein Geheimtipp ist. Man hat nicht oft die Chance, ein Wunder selbst zu entdecken.

Reisebericht als PDF
Autor: HitchhikerinFranca  04.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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