Roadtrip durch Kroatien

Eine Gruppe junger Studenten unternimmt einen Roadtrip durch Kroatien, von Istrien entlang der Adria über Split bis ins malerische Dubrovnik.

Auch diesen Sommer wollte ich mit meinen Kollegen wieder etwas besonderes erleben. Klar war, dass wir mit einem gemieteten PKW in Richtung Süden losfahren wollten. Nachdem wir etwas enttäuscht über die hohen Preise in Italien und Spanien waren, entschieden wir uns aufgrund von Tipps von Kollegen auf Kroatien als Zielland. Kroatien ist einerseits noch relativ günstig im Vergleich zu seinen westlichen Tourismuskonkurrenten, andererseits verfügt Kroatien für ein Land des ehemaligen Ostblocks über erstaunlich gute Infrastruktur, zumindest der Küste entlang. Wir packten ein Zelt mit in den PKW ein und beschlossen, so häufig wie möglich in Campingplätzen entlang der Adriaküste zu campieren.

Istrien - Halb Kroatien, halb Italien

Am Abend des ersten Reisetags unseres Roadtrips durch Kroatien überquerten wir im Norden Istriens die kroatisch-slowenische Grenze bei Umag. Wir ließen uns dann auch direkt in Umag nieder, im Umag Camping Park, einer großen Campinganlage direkt am Meer. Wir blieben nicht lange in Umag und verließen schon am nächsten Morgen die gut gepflegte Anlage. Unser nächster Stopp war die malerische Stadt Porec. Auch in Porec bezogen wir wieder auf einem Campingplatz direkt an der Adria unser Nachtlager. Der Zeltplatz etwas ausserhalb von Porec nennt sich Camping Meterada und ist schwer in Ordnung. Das einzig Mühsame war, dass wir nur mit dem Auto in die Stadt kamen.

Die Altstadt von Porec ist ein Touristenmagnet schlechthin und die Gebäude aus der Zeit unter venezianischer Herrschaft geben dem Städtchen ein erstaunlich italienisches Flair. Wir blieben drei Tage in Porec und genossen ein erstes Mal die Vorzüge des guten Badewetters sowie der kroatischen Küche. Meist stand die gemischte Fleischplatte auf dem Tisch, serviert mit Fritten und Ajvar, einer schmackhaften Gemüsesauce. Von Porec fuhren wir dann über Pula im Süden Istriens, wo wir kurz stoppten um die römischen Ruinen zu besichtigen, via Fähre auf die Insel Cres.

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Die kroatische Inselwelt

Unser Halt auf Cres war der erste in einer Serie von Stopps auf kroatischen Adriainseln - eine schöner als die andere. Doch alles der Reihe nach. Wir fanden auch auf Cres im gleichnamigen Städtchen mit dem Kovacine Camping einen schmucken Campingplatz. Generell lässt sich sagen, dass wir für eine Gruppe von vier Personen mit einem Zelt immer zwischen 25 und 30 Euro pro Nacht ausgegeben haben. Diese Preise empfand ich persönlich sehr fair, zumal die Infrastruktur des Campingplatzes meist westeuropäischen Standards entsprach. Das Städtchen Cres ist ebenso malerisch wie die Städte Istriens, nur zum Glück viel weniger touristisch geprägt. Man könnte Cres fast als Geheimtipp bezeichnen.

Von Cres ging es mit der Fähre nach zwei Tagen Badeferien weiter nach Krk. Die Überfahrten mit der Fähre sind meist nur kurz und dauern maximal eine Stunde, jedoch muss gerade im Sommer mit langen Wartezeiten gerechnet werden, wie wir bitter erfahren mussten. Auf Krk übernachteten wir aufgrund der späten Ankunftszeit wild auf einer Feldwiese. Dies war aber nur möglich, weil mein slowenischer Kollege mit dem Bauern, dem das Feld gehörte, dies so vereinbaren konnte. Ob wild campieren in Kroatien üblich ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall entsprach dieses kleine Abenteuer meinen Vorstellungen eines richtigen Roadtrips.

Krk hat mir persönlich weniger gefallen, daher ist mir auch der Name des Campings nahe der Stadt Krk entfallen, wo wir eine weitere Nacht anhängten. Nächste Station unseres Roadtrips durch Kroatien war die Nachbarinsel Rab. Wiederum war eine Überfahrt per Fähre angesagt. In Rab angekommen stellten wir unser Zelt auf dem Camping Platz Padova III nahe der Stadt Rab auf. Das Städtchen Rab ist ebenso malerisch wie Cres oder Porec und ein Must-See für jede Tour entlang der kroatischen Adriaküste. So malerisch alle diese Orte auch sind, außer Strandferien tagsüber und kroatischem Abendessen haben viele dieser verschlafenen Städtchen wenig zu bieten. Großes Nachtleben sucht man ebenso vergeben wie ausgeschilderte Wanderwege. Das kroatische Tourismusprogramm scheint sich fast vollständig auf den Badetourismus zu konzentrieren, was man angesichts des türkisblauen Meers auch niemandem verübeln soll.

Trogir, Split und Dubrovnik

Nach Rab setzten wir wieder ans Festland über, wo wir in einem Tag bis nach Trogir fuhren. Unterwegs gönnten wir uns noch ein Essen im alten venezianischen Städtchen Zadar. In Trogir übernachteten wir dann im Vranjica Belvedere Camping nahe der Altstadt, die übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Natürlich besichtigten wir die Altstadt von Trogir auch noch ausgiebig. Besonders ein Besuch des höchsten Kirchenturms ist nur zu empfehlen, da man eine schöne Übersicht über die kleine Stadt hat.

In Trogir merkten wir erstmals, dass wir mit unserem Roadtrip durch Kroatien etwas voran machen müssen, wenn wir noch bis Dubrovnik und zurück kommen wollten. In Split übernachteten wir deshalb nur eine Nacht. Split selbst ist eine wundervolle Stadt, da die Altstadt komplett in den Ruinen des alten Diokletianpalasts erbaut wurde. In den engen Gässchen lässt sich so manch eine gute Bar oder ein nettes Restaurant entdecken. Leider mussten wir Split viel zu früh verlassen, ohne die Gebiete außerhalb der Altstadt zu besichtigen. Der nächste Stopp war dann auch schon Dubrovnik im äußersten Süden Kroatiens.

Dubrovnik sollte die letzte Destination unseres Roadtrips sein, danach würden wir auf schnellstem Weg nach Hause fahren, da einige meiner Kollegen wieder mit der Arbeit beginnen mussten. So blieben uns für Dubrovnik zwei Tage. Dubrovnik wurde im Krieg zwischen Kroatien und Serbien zwar vollständig zerstört, aber inzwischen wieder aufgebaut. Und das Resultat lässt sich durchaus sehen: Eine wunderschöne Altstadt direkt an der Adria, geschützt hinter einer dicken Abwehrmauer. Ein Rundgang auf eben dieser Mauer ist der beste Weg um die Schönheit Dubrovniks zu begreifen. Leider ist Dubrovnik nicht nur das Ziel von Studenten auf ihren Roadtrips sondern auch von diversen Luxusjachten. Entsprechend gesalzen waren sowohl die Preise für Essen als auch für unser Hostel. Ein Besuch in Dubrovnik lässt aber auch schon vorahnen, dass Kroatien in den nächsten Jahren vermehrt Ziel von immer mehr Touristen aus West- und Mitteleuropa sein wird, da es in Punkto Schönheit den italienischen und iberischen Konkurrenten um nichts nachsteht.

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Autor: Atlanticus  23.08.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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