Roadtrip von Sofia nach Istanbul
Die Hauptstadt Bulgariens eignet sich als Ausgangspunkt für eine Reise durchs Land bis ans Schwarze Meer und weiter bis in die türkische Metropole Istanbul.
Sofia, die Hauptstadt Bulgariens, ist mit dem Flugzeug gut erreichbar, da sie mittlerweile von vielen Fluglinien regelmäßig und zu günstigen Preisen angeflogen wird. Sofia, am Fuße des Vitosha-Berges gelegen, bietet neben einigen interessanten Museen auch viele Einkaufsmöglichkeiten wie die luxuriöse Vitosha-Straße oder die günstigere Graffa und zahlreiche preiswerte und gute Restaurants wie die Kette Tzar Kartof oder das Ugo. Eine Autovermietung zu finden ist in Sofia nicht ganz so einfach, vor allem wenn man der bulgarischen Sprache nicht mächtig ist. Entweder man mietet bei internationalen Autovermietern wie Europcar und Avis oder bei privaten bulgarischen Anbietern, die bedeutend günstiger sind, bei mangelnden Sprachkenntnissen aber gewissermaßen riskant sein können. Von Sofia aus geht es auf der Schnellstraße in Richtung Botevgrad, nach Christo Botev einem bulgarischen Dichter und Freiheitskämpfer benannt. An der Südseite des Balkangebirges gelegen, kann man hier zu verschiedenen Wanderungen aufbrechen. Weiter geht die Fahrt durch Pravets, südlich vorbei an Lovetch bis Veliko Tarnovo. Die Universitätsstadt mit 70.000 Einwohnern ist kulturelles Zentrum mit Theatern, Museen und Galerien, aber auch für die mittelalterlichen Klöster in unmittelbarer Nähe bekannt. In der auf drei Hügeln erbauten Altstadt befinden sich viele Kirchen und die Wohnhäuser der Oberschicht.
Von Veliko Tarnovo geht es südlich weiter an Gabrovo vorbei, bekannt als Veranstaltungsort für das Festival des Humors und der Satire und als Textilzentrum Bulgariens. Einige Kilometer später führt die Straße auf den 1.200 Meter hohen Shipka-Pass über das Balkangebirge. Er verbindet Nord- und Südbulgarien und war im Russisch-Türkischen Krieg Schauplatz wichtiger Schlachten zur Befreiung Bulgariens. Das Shipkadenkmal auf dem Pass erinnert noch heute an die Toten in diesem Krieg. Nach der Überquerung des Passes gelangt man nach Kazanlak im Rosental, wo es besonders im Mai und Juni herrlich nach Rosen duftet. Hier wird das über die Grenzen hinaus bekannte wertvolle Rosenöl hergestellt und es befindet sich hier das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende thrakische Grabmal von Kazanlak. Von hier aus sind es noch etwa 200 Kilometer auf der Bundesstraße bis ans Schwarze Meer nach Burgas. Burgas ist mit dem größten Hafen Bulgariens und dem hochfrequentiertem Flughafen ein wichtiger Wirtschafts- und Industriestandort. Die vielen Musikfestivals und Kulturveranstaltungen, die oft im vier Kilometer langen Meeresgarten stattfinden, der einen schönen Blick auf die ganze Küste bietet, locken auch viele Touristen in die Stadt.
Von Burgas aus gibt es täglich mehrere Busverbindungen nach Istanbul. Bislang können Tickets nur vor Ort gekauft werden, es gibt aber viele Verkaufsstellen entlang der Bulair Straße. Die Tickets für die etwa 8-stündige Fahrt kosten umgerechnet etwa 20,00 Euro. Zwar ist Istanbul nur 350 Kilometer von Burgas entfernt, durch den langen Aufenthalt an der türkischen Grenze und die teils schlechten Straßen wird die Busfahrt zu einem langen Abenteuer. In Istanbul angekommen, wird man sofort in den Bann der Metropole am Bosporus gezogen. Im Gegensatz zu Bulgarien ist hier alles hektischer, überfüllter und natürlich auch teurer, aber nicht weniger beeindruckend. Hat man auf der langen Fahrt durch Bulgarien die Ruhe und Einsamkeit erlebt, genießt man nun das große Angebot an kulturellen Sehenswürdigkeiten und die vielen Ausflugsmöglichkeiten in der Stadt auf zwei Kontinenten.
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