Römerzeit bis Jugendstil - Auf dem Michaelerplatz in Wien vereint
Auf diesem Platz treffen verschiedene Stilrichtungen zusammen und dazwischen pulsiert das Leben mit Touristen, die zu Fuß oder in Fiakern unterwegs sind, um Wien zu besichtigen.
Kaum ein Wien-Tourist steht nicht einmal während seines Wien-Aufenthaltes auf diesem interessanten Platz in der Wiener Innenstadt. Hier kommt man in kurzer Zeit von der Römerzeit über den Jugendstil ins hektische Heute. Auf diesem sternförmigen Platz herrscht reges Leben und vermutlich war es schon immer so. In der Römerzeit befand sich hier eine Lagervorstadt von Vindobona, wie Wien damals hieß. Archäologische Funde der Ausgrabungen aus dieser Zeit sind mitten am Michaelerplatz von außen jederzeit zu besichtigen und ein Ziel vieler Touristen.
Vom Michaelerplatz aus kommt man durch das Michaelertor, das zu beiden Seiten von großen Brunnen mit Herkulesgruppen aus Marmor begrenzt ist, in die Hofburg, der ehemaligen Residenz der Habsburger. In der Hofburg gibt es an die 2.600 Räumlichkeiten, von denen ein Teil zur Besichtigung steht, wie etwa die Schatzkammer, die Kaiserappartements, das Sisi-Museum und die Silberkammer. Der Baustil der Wiener Hofburg reicht von Gotik über Renaissance bis zum Barock.
Gegenüber des Michaelertores befindet sich die Michaelerkirche. Sie gehört zu den ältesten Kirchen Wiens und wurde 1276 erstmals erwähnt. Nach mehreren Bränden wurde die Kirche im romanischen Stil wieder errichtet. Zur Kirche gehörten in damaliger Zeit ein Friedhof und Katakomben. Seit 2010 werden die verfallenden Särge, in denen tausende zum Teil mumifizierte Tote liegen, in einem Großprojekt restauriert. Sehens- und hörenswert ist in der Michaelerkirche eine 300 Jahre alte Orgel, die nach ihrem Erbauer benannte Sieberer-Orgel.
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Ein weiteres interessantes und ins Auge stechende Bauwerk am Michaelerplatz ist das sogenannte Looshaus. Dieser Jugendstilbau wurde zwischen 1909 und 1911 nach Plänen von Adolf Loos errichtet. Das Haus entstand nach einem Architekturwettbewerb. Die Fassade zeigt keine Verzierungen, wie es damals noch üblich war und fand weder beim Kaiser noch bei der Bevölkerung Zustimmung. Auf Wunsch des Kaiser mussten sogar Blumentröge an den Fenstern gebaut werden, die ursprünglich nicht geplant waren. Der Teil des Looshauses, in dem sich schon damals Geschäftslokale befanden, ist mit Marmor belegt.
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