Rundreise Australien - Sydney, Outback und das Riff

Eine einzigartige Rundreise durch Australien führte mich zunächst in die Metropole Sydney, dann ins einsame Outback und schließlich zum tropischen Great Barrier Riff.

Im Sommer 2008 zog es meine Mutter und mich auf eine weite Reise: Australien hieß das Ziel, und so außergewöhnlich wie dieses Land waren auch unsere Eindrücke. Wir erkundeten riesige Metropolen, schliefen unter dem australischen Sternenhimmel in der Wüste und tauchten mit bunten Clownfischen im Great Barrier Riff. Auf diese Weise lernten wir die Sehenswürdigkeiten des Kontinents kennen, aber auch Kultur und Leute - und erlebten das bislang größte Abenteuer unseres Lebens.

Sydney

Bevor wir einen Fuß auf den australischen Kontinent setzen konnten, mussten wir eine lange Reise hinter uns bringen. Zwölf Stunden im Flugzeug bis nach Hongkong, dort aussteigen, zum Schalter hetzen, das Gate suchen. Nach einer weiteren Nacht im Flugzeug war es so weit: Wir betraten australischen Boden. Gut 20.000 Kilometer und acht Zeitstunden waren wir von Zuhause weg – aber trotz Jetlag begaben wir uns gleich auf Entdeckungstour: Wir erkundeten den Darling Harbour mit seiner gemütlichen Promenade und dem Skyrail, der dort über das Hafenbecken führt. Am Nachmittag ging es gleich weiter in die Sydney Wildlife World und das Sydney Aquarium, wo wir uns mit der australischen Tierwelt vertraut machten. Doch die wirklichen Wahrzeichen Sydneys sind natürlich zwei andere Bauwerke: die Harbour Bridge und das Sydney Opera House. Auf Postkarten, Postern und in Filmen sind sie verewigt, doch plötzlich selbst davor zu stehen ist etwas ganz Anderes. Der Anblick hat uns fasziniert – vielleicht sogar ein wenig zu sehr, denn wegen der einladenden Fotokulisse war schon nach den ersten Tagen ein zweiter Film für die Kamera nötig…

Danach folgte eine Hafenrundfahrt, und auch eine Überquerung der Harbour Bridge zu Fuß durfte nicht fehlen – wenn wir uns auch für den unkomplizierten Weg über den Bürgersteig entschieden und nicht für eine Besteigung der Stahlkonstruktion am Sicherheitsseil. Bei einem Spaziergang durch den Stadtpark von Sydney wollten wir den Abend eigentlich gemütlich ausklingen lassen, doch genau dort machten wir dann zum ersten Mal hautnah Bekanntschaft mit der australischen Fauna: In einem harmlosen Hibiskusbusch trafen wir auf mehrere faustgroße Spinnen.

Angebote auf Karte zeigen

Unsere tierischen Begegnungen am nächsten Tag waren dagegen wesentlich angenehmer: Bei einem Trip in die Blue Mountains sahen wir dank des schlechten Wetters zwar weder die berühmte Felsformation Three Sisters noch irgendeine andere Landschaft, dafür aber einen Koala mit einem Baby – was wir natürlich wieder ausgiebig zum Fotografieren nutzen. Dann war unser Aufenthalt in Sydney nach drei Tagen auch schon wieder vorbei. Nach einem würdigen Ausklang mit einem Cocktail im berühmten Skytower hoch über der Stadt hieß es schon wieder Kofferpacken…

Das Outback

Denn nun stand das Outback auf dem Plan, das rote Herz Australiens. Unendliche Weiten, roter Sand, wolkenloser Himmel und bizarre Felsformationen erwarteten uns – und zuerst einmal der Jeep, in dem wir all das erkunden würden. Wir erwischten eine nette, kleine Reisegruppe, die besonders multikulturell ausfiel: Neben unserer australischen Guide – denn ja, es war eine Frau! – gehörten zu der kleinen Expedition noch ein deutsches Ehepaar, Niederländer, zwei Japanerinnen und ein schwedisches Ehepaar mit einem chinesischen Adoptivkind. Genauso viel versprechend und interessant wie sich das anhört, wurde unsere Tour auch. Und anstrengend, wohlgemerkt. Das durften wir gleich am ersten Nachmittag herausfinden.

Kaum angekommen, ging es zu den Olgas, von den Aborigines Kata Tjuta genannt. Diese riesigen, mehrere dutzend Meter hohen Felsen wurden im Laufe der Zeit vom Sand glatt gerieben und haben nun die Form von Kuppeln. Majestätisch erheben sie sich in einem Felsmassiv aus dem Boden und bilden ein Labyrinth aus Canyons und Tälern, alles in Rot- und Orangetönen und ab und zu mit ein paar Büschen und Gräsern dazwischen. Der Anblick ist faszinierend – jedenfalls so lange keine geländeerprobte Australierin vorneweg läuft und den verwöhnten Touristen kaum zu Atem kommen lässt, weil sie ihn pünktlich zum Sonnenuntergang zum Ayers Rock bringen muss. So ging  dann auch der Abstieg wieder im Eiltempo vor sich - da waren wir froh, dass in Australien gerade Winter herrschte und nicht Sommer: Bei „winterlichen“ Temperaturen von zwanzig Grad ist das schließlich immer noch besser zu schaffen als bei vierzig oder fünfzig. Also folgte nach dem Rückweg nur noch ein kurzer Fotostop auf einem Rastplatz, bevor es mit dem Jeep weiter ging - zu dem Wahrzeichen des Kontinents: Der Ayers Rock im Sonnenuntergang…

Eigentlich kann man die Beschreibungen über dieses Ereignis nur begreifen, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat, denn das Spiel der Farben ist unvergleichlich: Zuerst wirkt der Stein dunkelbraun bis grau, fast unscheinbar, aber wenn sich dann die Sonne unter die Wolkendecke senkt, erstrahlt er plötzlich in einem satten, beinahe übernatürlichen Rot. Es ist ein Schauspiel, das bezaubert und süchtig macht – deshalb hatten wir auch kein Problem damit, am nächsten Morgen um vier Uhr aus unserem Zelt zu kriechen, um das Spektakel noch einmal bei Sonnenaufgang zu erleben und den sieben Kilometer langen Weg um den Fels herum zurückzulegen. Hinter jeder Ecke erwarten uns neue Felsformationen und Eindrücke. Die Risse, Auswaschungen und Felsformationen wirken beinahe künstlich, doch sie alle sind im Laufe der Zeit natürlich entstanden. Wenn man solche Orte betrachtet, verwundert es nicht, dass die Aborigines den Ayers Rock als ihren heiligen Berg betrachten. Jeder Stein dort hat für sie eine Geschichte, in jeder Höhle wohnt einer ihrer Götter. Es war einfach beeindruckend - doch auch dieser Abschnitt der Reise musste zu Ende gehen, und so saßen wir am Mittag bereits im Jeep.

Das Outback ist riesig. Viele Stunden verbrachten wir im Wagen ohne etwas anderes zu sehen als trockene Büsche und roten Sand, und so erscheint es fast bizarr, dass an manchen Stellen dann wieder riesige Felsen auftauchen, wie z.B. der Mount Connor, ein Berg so groß wie der Ayers Rock, aber oben vollkommen glatt. Auch auf ihn haben wir einen Blick geworfen, und am Abend erreichten wir dann schließlich unser Camp, wo wir uns nach einem gemütlichen Essen müde ins unsere Zelte zurückzogen. Am nächsten Tag legten wir dann noch einmal fünfhundert Kilometer zurück, bis nach Alice Springs, einer Stadt mitten im Nirgendwo. Dort hieß es dann wieder Abschied nehmen: Nach einem kurzen, aber teuren Bummel durch die Einkaufszone und ihre Souvenirläden mussten wir weiter: Von dem winzigen Flughafen aus machten wir uns auf den Weg in die Regendwald-Stadt Australiens, nach Cairns.

Der tropische Norden

Australien ist schon ein komisches Land! Je weiter man nach Norden kommt, desto wärmer wird es. So empfingen uns bei unserer Ankunft in Cairns, Queensland, selbst am Abend noch angenehme dreiundzwanzig Grad, und überhaupt verströmte die gesamte Stadt gleich ein richtiges Urlaubsflair: Im Flughafen bunte Mosaike, draußen Gärten voller Palmen – genau so stellt man sich Ferien vor. Und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Noch am Abend erkundeten wir die herrliche Strandpromenade von Cairns, und am nächsten Morgen entdeckten wir das öffentliche Schwimmbad direkt im Hafen. Denn auch wenn Cairns am Meer liegt – mit dem Schwimmen direkt am Strand gestaltet es sich schwierig: Denn dort befindet sich eine Lagune, und in der heißt es: Danger, Crocodiles!

Queensland ist bekannt für Sonne, Strand und Meer, und genau das fanden wir auf Green Island, einer kleinen Trauminsel mitten im großen Great Barrier Riff. An den weißen Sandstrand mit angespülten Muscheln und Korallen schließt sich gleich tropischer Regenwald an. Pflanzen wie Orchideen, hierzulande exotisch, wachsen dort einfach auf den Bäumen, und am Boden wuseln kleine Laufvögel durchs Unterholz. An diesem tropischen Ort fühlten wir uns wahrlich wie in einem Paradies. 

Dabei wartete ein weiteres Highlight unserer Reise am nächsten Tag auf uns: Mit der nostalgischen Kuranda-Bahn ging es durch den Regenwald zu einem Bergdörfchen. Auch hier klappte alles mit fast deutsch anmutender Genauigkeit: Kaum am Bahnhof angekommen, bekamen wir einen Aufkleber, der uns als deutsch auswies – denn hier hat jede Nation seinen eigenen Waggon und Reiseleiter. Dann setzte die Bahn sich in Bewegung und wir erlebten einmal mehr das satte Grün des Urwalds vor dem malerischen Blau des Himmels. Im Bergdorf erkundeten wir einen kleinen Markt und ein Schmetterlingshaus. Viel interessanter war aber der Rückweg – denn für den erwartete uns ein ganz besonders Gefährt: Eine Gondelbahn, hoch über den Wipfeln der Bäume…

Der Kuranda Skyrail ist mehrere Kilometer lang und lässt den Besucher geradewegs über das Dach des Regenwaldes schweben. Siebzig Meter messen die höchsten Baumriesen dort, aber in unserer Gondel waren wir immer noch höher, schauten auf die Blätterkronen hinunter und überquerten einen Fluss, wie es sonst wohl nur ein Vogel kann. An den kleinen Zwischenstationen stiegen wir aus und schauten uns die gigantischen Baumriesen mit ihren Farnen und Lianen von unten an. Die Zeit verging dabei buchstäblich wie im Flug.

Doch damit war dieser Ausflug natürlich noch nicht zu Ende: Nun ging es zu den Boulders, riesigen Felsen in einem Flusslauf im Regenwald. Auf Wunsch hätten wir dort sogar baden dürfen – doch mit knapp über zehn Grad war uns das Wasser doch etwas zu kalt. Zumal wir wenig später feststellen durften, dass es darin ziemlich viele Bewohner gab: In einem See entdeckten wir neben Fischen mehrere Schnappschildkröten und sogar eine Seeschlange. Nicht unbedingt ein perfekter Ort zum Baden, aber zum Anschauen äußerst beeindruckend. Zum krönenden Abschluss der Fahrt ging es dann noch in eine Didgeridoo-Werkstatt, in der wir uns als Musiker versuchen durften – allerdings mit eher magerem Erfolg, denn einen Ton herauszubekommen, ist gar nicht so einfach!

Wir konnten es kaum glauben, doch so langsam neigte unsere Zeit in Australien sich dem Ende zu. Wir hatten in den Wochen viel erlebt, viel gesehen – doch nichts von diesen Erfahrungen konnte wohl mit dem mithalten, was wir bei unserem letzten Ausflug erlebten. Vor der Küste Queenslands erstreckt sich schließlich das Great Barrier Riff, und dort gewesen zu sein ohne zu tauchen, würde einer Sünde gleichkommen. Also fuhren wir mit einem Schiff raus aufs Meer, mitten in die bunten Korallenbänke hinein – und ich machte einen Schnupper-Tauchgang! Was man dort unter Wasser erlebt, ist unbeschreiblich, denn das Great Barrier Riff hält tatsächlich alles bereit, was man sonst nur im Fernsehen sieht: bunte Korallen, riesige Muscheln, Fischschwärme, quirlige Clownfische, majestätische Schildkröten. All das ist plötzlich zum Greifen nah, wie in einem Traum – und eine halbe Stunde viel zu kurz, um alles zu erfassen. Dennoch werden die Erinnerungen immer da sein. Australien ist einzigartig, und so war auch unsere Reise.

Reisebericht als PDF
Autor: juliaj  04.08.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

Dein Kommentar zu Rundreise Australien - Sydney, Outback und das Riff

Weiterführende Inhalte zu Rundreise Australien - Sydney, Outback und das Riff

Angebote auf Karte zeigen
Alice Springs – die Stadt im Nirgendwo | Artikel Nein, eine Metropole wie Sydney ist das kleine Alice Springs mit...
Cairns - Tauchen und Schnorcheln.. | ArtikelIm Nordosten Australiens, im Sonnenbundesstaat Queensland, liegt die...
Rundreise Australien | Artikel Es ist gar nicht so einfach so ein großes Land wie Australien, das ja...
Australien Outback | ArtikelEin Urlaub im Outback von Australien ist ein fantastisches Erlebnis....


Weitere Inhalte zeigen
Travel writers wanted!