Rundreise im Alentejo: Lissabon - Évora - Beja - Serpa - Lissabon

Évora, Beja und Serpa im Alentejo mit ihrer römischen, jüdischen und maurischen Vergangenheit und einer einzigartigen Landschaft sowie der regionalen Küche sind eine Rundreise wert.

Im Alentejo findet man noch die Ursprünglichkeit Portugals, die in vielen Landesteilen an der Küste schon teilweise an die Moderne verloren gegangen ist. Die weitläufige Landschaft mit Olivenbäumen, endlosen Korkeichenwäldern, die in lockeren Reihen auf Wiesen oder Äckern stehen und den kleinen Ortschaften, die häufig noch mit ihren kleinen, weißen Häusern von ihren einstigen maurischen Bewohnern zeugen, scheint noch von einer längst vergangenen Zeit zu erzählen. Die beste Reisezeit für den Alentejo ist der Frühling oder der Herbst, denn im Sommer brennt die Sonne hier erbarmungslos vom Himmel.

Évora, das erste Ziel der Rundreise, birgt zahlreiche Schätze, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Bauwerke aus der Römerzeit wie der römische Tempel, die Kathedrale oder die altehrwürdie Universität Évoras machen die Stadt zu einem Erlebnis. Die zahlreichen Paläste sowie das alte jüdische Viertel und das Äquadukt, das ein wenig außerhalb der Stadt steht, verleihen der Stadt einen eigenen Zauber. Und man sollte nicht darauf verzichten, hier in einem der typischen, kleinen Lokale Essen zu gehen. In Évora kann es schon passieren, dass man durch die Durchreiche in die Küche schauen und der Köchin dabei zusehen kann, wie sie in einer riesigen Pfanne den Bacalhau a Bras zubereitet, einen Stockfisch mit geriebenen Kartoffeln und Ei, der hier so schmeckt, wie er sein muss.

Beja, kleiner als Évora und weiter im Hinterland des Alentejo gelegen, war einst eine wichtige römische Stadt. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert zeugt noch vom Kampf gegen die Mauren, die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und den typischen weißen Häusern erzählen davon, dass die Mauren hier aller Verteidigung zum Trotz lange Zeit gelebt haben. Vom Burgturm, dem höchsten Portugals, kann man über die weite Landschaft des Alentejo blicken. Auf der Fahrt nach Serpa sollte man unbedingt durch die Serra da Serpa fahren, auch wenn die Straße hier eher einem größeren Feldweg gleicht und an einer Stelle im Fluss verschwindet, um auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Doch den Fluss kann man bei normalem Wasserstand auch mit einem gewöhnlichen PKW durchqueren und die hügelige Landschaft der Serra da Serpa hat ein ganz besonderes Flair, das man auf keinen Fall verpassen sollte.

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Serpa selbst hat auch eine Burg zu bieten, die noch von den Mauren erbaut und später vom portugiesischen König Dom Dinis wieder aufgebaut wurde. Die Stadt ist klein, aber dafür um so feiner und, auch wenn sie nicht so viele Attraktionen wie Évora zu bieten hat, doch beinahe noch mehr zu empfehlen für jemanden, der den Alentejo in seinem eigentlichen Zustand erleben möchte. Hier kann man tatsächlich noch in manchem Gasthaus den Nachtisch finden, der seinen Namen von einer Großmutter bekommen hat, sie heißt "doce da avo". Diese Nachspeise besteht aus sich abwechselnden Schichten einer Art Sahnecreme und Keksbröseln, oben auf ist eine Schicht Eiercreme und dann werden geriebene Mandeln darübergestreut. Die Herstellung dieses Nachtisches ist jedoch so aufwändig, dass die meisten Restaurants ihn nur noch als Fertigeis anbieten. Wer aber einmal nach einem typisch portugiesischem Mahl mit den herben Oliven des Alentejo und dem dunklen Landwein diesen hausgemachten Nachtisch gekostet hat, wird ihn nie wieder als Eis verpackt essen wollen.

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Autor: uligroener  07.03.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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