Sacrower See - Baden, Wandern, Radfahren in der Natur
Im Westen Berlins, zwischen dem Spandauer Bezirksteil Kladow und Potsdam liegt unweit der Berliner Grenze ein Paradies für Radfahrer, Wanderer und Schwimmer: Der Sacrower See.
Im Gegensatz zu seinem Bruder, dem Glienicker See, welcher nur etwa 15 Fußminuten entfernt nördlich direkt bei Groß Glienicke liegt, ist der Sacrower See selbst den meisten Berlinern nicht bekannt. Ebenso haben viele Spandauer zwar von ihm gehört, ihn allerdings nie besucht, da der Glienicker See mit dem Auto und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einfacher zu erreichen ist. Der dritte, ebenfalls recht unbekannte See im Bunde, ist der Heilige See – alle drei Gewässer bilden eine Seenkette, welche in einer eiszeitlichen Rinne liegt. Doch gerade wegen der eher durchschnittlichen Besucherzahl ist der Sacrower See und das umliegende Brandenburger Naturschutzgebiet Königswald eine ideale Destination, wenn es das Ziel ist, die Seele baumeln zu lassen beim Am-Strand-Liegen, Schwimmen, Fahrradfahren, Wandern oder im Winter beim Schlittschuhfahren.
Zu erreichen ist der Sacrower See am besten vom Süden Groß Glienickes aus. Zwar ist es möglich, mit dem Auto über die Seepromenade fast bis an den See heranzufahren, doch empfohlen sei, das Auto in Groß Glienicke stehen zu lassen, da kaum Parkmöglichkeiten entlang der Seepromenade angeboten werden. In der Schwimm-Hochsaison im Wasser parken viele Besucher ohne Erlaubnis an der Seite der Straße im Wald, doch dies ist weder erlaubt, noch wird es vom Ordnungsamt toleriert – hier mussten schon viele Autobesitzer den Weg nach Haus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Taxi antreten.
Wenn das Auto im Süden Groß Glienickes abgestellt wurde, so ist es entweder über die Seepromenade oder über Waldwege im nördlichsten Teil des Königswaldes möglich, zum Sacrower See zu gelangen. Am Ende der Seepromenade, unmittelbar am Ufer liegt das Hotel Waldfrieden. Hier kann sowohl gespeist als auch genächtigt werden. Empfehlenswert ist der Kaffee und Kuchen, der am besten nach einer langen Wander- oder Fahrradtour schmeckt.
Obwohl die Besucherzahlen des Sacrower Sees in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind, ist es bisher ausgeblieben, dass aus den Badestellen Massenliegewiesen geworden sind. Die meisten Schwimmer, Sonnentanker und Wanderer, die den Sacrower See besuchen, sind Naturliebhaber und verhalten sich dementsprechend. Nur durch diese Menschen sind die Ufer des Binnengewässers hauptsächlich grün geblieben und laden Besucher zum Verweilen und Entspannen ein.
Fällt der erste Blick auf den Sacrower See, so wird sofort klar, weshalb das Gewässer und der Königswald unter Naturschutz stehen: Im klaren Wasser ziehen Schwärme von Rotfedern ihre Kreise, im dichten Schilf des Ufers brüten Haubentaucher und Blesshuhn, aus den Wipfeln der Bäume, die alle Seiten des Sacrower Sees säumen, ruft der Kuckuck. Im Sommer wird diese Idylle nur durch einige wenige Badestellen nur unwesentlich gestört, da diese meist klein und versteckt liegen.
Der Sacrower See erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über 2,8 Kilometer und misst an der breitesten Stelle 460 Meter. Eine Rundwanderung auf Wegen, die sowohl für Wanderer als auch für Fahrradfahrer geeignet sind, hat eine Länge von etwa 7,5 Kilometern und führt durch alte Wälder mit verwachsenen Bäumen und immer wieder an schilfbewachsenem Ufer entlang. Wanderer und Fahrradfahrer, denen diese Strecke zu kurz ist, können sie durch einen Abstecher in den Königswald erweitern, welcher das älteste Potsdamer Naturschutzgebiet ist, das 1941 eingerichtet wurde und eine Fläche von 800 Hektar besitzt.
Auf der Reise durch den Königswald und um den Sacrower See sollten Kulturinteressierte einen kleinen Abstecher zum Schloss Sacrow machen, welches im gleichnamigen Ort am südlichen Ende des Sacrower Sees zu finden ist. Das von König Friedrich Wilhelm IV. erbaute Schloss bietet neben seiner Architektur und seinem schönen Garten in den Sommermonaten wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Nach dem kurzen Kultur-Abstecher kann die Wanderung gen Norden in Richtung Hotel Waldfrieden fortgesetzt werden. Wieder begegnet dem Wanderer Natur, die in solcher Nähe zu einer Großstadt nicht erwartet wird. Oftmals huschen Schlangen wie die Ringelnatter über den Weg und morgens und abends kommt es immer wieder zu friedlichen Begegnungen mit Rehen oder Wildschweinen.
Da das gesamte Gebiet des Sacrower Sees unter Naturschutz steht, werden Angler enttäuscht – hier sind der Fischfang sowie das Befahren mit Booten nur mit einer Sondergenehmigung möglich. 1984 wurden Marmorkarpfen ausgesetzt, die heute eine stattliche Größe von 20 bis 30 Kilo erreichen. Doch diese großen Fische, das klare Wasser, die alten Bäume, die Vogelvielfalt und alle weiteren Naturschauspiele in und um den Sacrower See können nur dann weiterhin beobachtet werden, wenn Wanderer, Radfahrer und Schwimmer wie in den letzten Jahrzehnten darauf achten, dass sie dem Gebiet nicht zu viel abverlangen.
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