Sagrada Familia in Barcelona: Wissenswertes zum UNESCO Weltkulturerbe

Gaudís berühmtes, noch immer unvollendetes Meisterwerk ist die Sagrada Familia in Barcelona. Wissenswertes zum UNESCO Weltkulturerbe stellt dieser Artikel zusammen.

Am 7. November 2010 weihte Papst Benedikt XVI. nach bislang 128 Jahren Bauzeit den Hauptaltar der Sagrada Familia, die sich nun offiziell päpstliche Basilica minor nennen darf. 6.500 Besucher, darunter zahlreiche Priester und Bischöfe, wohnten diesem ersten Gottesdienst in der Sagrada Familia in Barcelona bei. Die gigantische Kirche ist noch immer unvollendet und wird voraussichtlich bis etwa 2026 fertiggestellt - wenn genug Geld in die Kassen fließt. Bis heute fehlen noch die zwei Sakristeien, das komplette Glorienportal und der Christus-Turm auf dem Kirchendach, der 170 Meter erreichen soll. Im Wesentlichen finanziert sich der Bau, der heute vom 85jährigen Architekten Jordi Bonet geleitet wird, über die Eintrittsgelder der Touristen, die somit zur Fortführung des Projekts direkt beitragen. Der Eintrittspreis beträgt 12 Euro bzw. reduziert, für Rentner, Studenten und Jugendliche sowie Gruppen, 10 Euro. Geöffnet ist die Sagrada Familia, die sich in Barcelonas Stadtteil Eixample erhebt, von 9.00 - 18.00 Uhr in den Wintermonaten Oktober bis März und von 9.00 - 20.00 Uhr in den Sommermonaten. Für die jährlich mehr als zwei Millionen Besucher stehen geführte Touren und Audioguides bereit.

Seit 2005 genießen Teile der Sagrada Familia in Barcelona den Status eines UNESCO Weltkulturerbes. In Barcelona ist die außergewöhnliche Sagrada Familia eine der größten Touristenattraktionen und auf der ganzen Welt berühmt. Der geniale Schöpfer der Sagrada Familia ist Antoni Gaudí, der von 1852 bis 1926 lebte. Den Auftrag zur Fortführung des vor einem Jahr unter dem Architekten Francisco de Villar im konventionellen Stil begonnen Bauprojekts erhielt der junge, aber bereits berühmte Architekt 1883 vom Josephiner-Orden. Die Idee zum Bau einer Votivkirche war dem frommen Buchhändler José Maria Bocabella y Verdaguer nach einer Italienreise gekommen, unterstützt wurde er von reichen Industriellen, die dem Katholizismus in Barcelona neuen Aufschwung verleihen wollten. Schon damals wurde der Bau über Spenden finanziert.

Gaudí wurde 1926 von einer Straßenbahn überfahren, als lediglich 15 % der Sagrada Familia vollendet waren, darunter das Nordportal, die sogenannte Fassade der Geburt samt dem Barnabas-Turm. Der Bau wurde fortgeführt, nun liegt die Planung in den Händen von Jordi Bonet, dem sechsten Nachfolger Gaudís. Zur Fortführung der Konstruktion beriefen sich die Nachfolger auf die Baupläne Gaudís und ein Gipsmodell, welche jedoch 1936 während des Spanischen Bürgerkrieges den Anarchisten zum Opfer fielen, denen es jedoch glücklicherweise nicht gelang, die Sagrada Familia selbst zu zerstören. Die erhaltenen Bruchstücke des Modells dienen noch heute der Rekonstruktion der Absichten Gaudís, was natürlich auch Kritik an der Authentizität der heutigen Gestalt der Basilika hervorrief.

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Gaudís Bauprojekt war damals wie heute revolutionär und sehr eigenwillig. Seine Ästhetik ist überladen von Symbolen, der nach oben strebende Zug der Sagrada Familia erinnert an die Gotik, die organischen Formen, die er der Natur entlehnte, und sein Verzicht auf den rechten Winkel lassen eher an eine Sandburg denken. Der Baukörper beruht auf einem fünfschiffigen, 90 Meter langen Langhaus und einem dreischiffigen, 60 Meter langen Querhaus. Die Sagrada Familia wird bei der Fertigstellung über 18 Türme verfügen: Zwölf Türme symbolisieren die zwölf Apostel. Vier weitere stehen für die Evangelisten und die übrigen beiden für die Gottesmutter Maria und für Christus, die mit 125 Meter bzw. geplanten 170 Meter Höhe die anderen noch überragen. Die Besucher können die Türme entweder per Aufzug oder über die steil und schneckenförmig sich hochziehenden Wendeltreppen zu Fuß erreichen. Teilweise sind die Türme untereinander über Brücken verbunden. Die drei Fassaden der Sagrada Familia thematisieren die Geburt Christi, mit den Portalen der Hoffnung, der Barmherzigkeit und des Glaubens, außerdem mit drastischen Darstellungen den Leidensweg Christi und die Seligkeit, gegliedert in den Tod, das Jüngste Gericht, die Hölle und die Seligkeit selbst.

Im Inneren erwartet den Besucher ein Wald aus baumartig ausgestalteten, filigran wirkenden, sich hochwindenden Säulen, die sich zum Gewölbe hin in Verästelungen auflösen ein angedeutetes Blätterdach überwölbt den Innenraum, der sein Licht durch farbige Glasfenster empfängt. Die Krypta der Basilika beherbergt das Grab Antoni Gaudís. Außerdem gibt es das Museu Gaudí unter dem Querschiff. Dieses widmet sich dem berühmten Architekten und seinem Hauptwerk, der Sagrada Familia in Barcelona. Wissenswertes zum UNESCO Weltkulturerbe kann man auch in den zahlreichen Büchern und Führern zum Thema erfahren, die im Shop der Sagrada Familia verkauft werden.

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Autor: cate  11.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (4) | Nein

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