Salzburger Adventsingen
Um vom vorweihnachtlichen Stress abzuschalten, sollte man einmal einen Besuch beim Salzburger Adventsingen einplanen.
Eines der schönsten weihnachtlichen Erlebnisse ist die Teilnahme an einer Vorstellung vom Salzburger Adventsingen. Der Gründer des Salzburger Adventsingens, Tobi Reiser, begann 1946 mit Freunden und Familie in einem Gemeinschafterheim mit adventlichem Singen und Musizieren. Später ging man in einen größeren Saal. Immer mehr Zuschauer wollten dabei sein und so übersiedelte das dann schon sehr bekannte Salzburger Adventsingen in das Große Festspielhaus der Stadt Salzburg. 1960 war das der Fall, also feiert man in 2010 das Jubiläum - 50 Jahre Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus.
Alljährlich wird das Aushängeschild Salzburgs, das sicher eine der wichtigsten kulturellen Veranstaltungen von Salzburg ist, von ungefähr 40.000 Menschen besucht. Die Gäste kommen aus der Stadt und aus dem Land Salzburg, reisen mit Autos, Zügen und Bussen aus ganz Österreich und den angrenzenden Nachbarländern an. Die Vorstellungen beginnen Ende November und finden bis Mitte Dezember an den Wochenenden und am 8. Dezember, dem Marienfeiertag, statt. Eintrittskarten für das Salzburger Adventsingen sind sehr begehrt und müssen unbedingt vorbestellt werden. Rund 150 Mitwirkende versetzen mit ihrem Spiel und Gesang die Zuschauer in besinnliche Weihnachtsstimmung. Besonders beliebt ist jedes Jahr der Auftritt der Salzburger Hirtenkinder, die singen und musizieren, und der in jedem Stück seinen Platz finden muss.
Das 2010 aufgeführte Stück trägt den Namen "Wer klopfet an?" und erinnert an die vergebliche Herbergssuche in Bethlehem vor mehr als 2.000 Jahren und bringt sie mit der heutigen Zeit in Verbindung. Alpenländische Musik, stimmige Dekoration und Kostüme machen das Salzburger Adventsingen jedes Jahr zu einen Augen- und Ohrenschmaus. Die Zuschauer sind hier anders als bei jedem anderen Theater-, Konzert- oder Opernbesuch. Es ist eine ganz eigene Stimmung, die hier herrscht. Alle sind festlich gestimmt und gekleidet, sehr viele in Tracht. Obwohl man ja weiß, worum die Handlung dieses Adventsingens geht, liegt eine Spannung im großen Saal, wenn es dunkel wird und die ersten Töne der Musik erklingen. Geige, Harfe, Zither, Hackbrett und Flöte sind nur ein Teil der Instrumente, die im Orchester gespielt werden. Während einer Aufführung vergisst man jeden vorweihnachtlichen Stress und fühlt sich einfach wohl und gelöst, in besinnlicher Erwartung auf das Weihnachtsfest. Man könnte es fast als Advent-Wellness bezeichnen. Wenn am Ende des Stückes alle Zuschauer aufstehen und beim Andachtsjodler fast alle mitsingen, gibt es wohl kaum jemanden, der nicht feuchte Augen bekommt.
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