Santa Barbara - Die Hauptstadt der amerikanischen Riviera

Santa Barbara verzaubert mit seinem maritimen Flair und Häusern im spanischen Missionsstil. Den Besucher erwartet hier neben viel Kultur eine Vielzahl von Shoppingmöglichkeiten, die keine Wünsche offen lassen.

Hinter der Stadt Santa Barbara erheben sich die  Santa Ynez Mountains und die San Rafael Mountains.

Die Stadt Santa Barbara gilt als eine der schönsten Städte der amerikanischen Riviera, die sich von Los Angeles nach Monterey erstreckt. Unendlich lange Sandstrände, malerische Buchten und von Wind und Wetter zerklüftete Steilküsten prägen das Bild in diesem Küstenabschnitt. Die größte Stadt, Santa Barbara mit 93.000 Einwohnern, ist zugleich auch die schönste in diesem Abschnitt, bietet dem Besucher eine Menge an kulturellen Möglichkeiten und ist ein Paradies für Shoppingbegeisterte.

Santa Barbara, die Hauptstadt der amerikanischen Riviera ist von den großen Städten Los Angeles oder San Francisco im Norden gut über den ausgebauten Highway 101, die Verlängerung des berühmten Highway 1, zu erreichen. Schon von der Schnellstraße, bei Erreichen der Vororte kann man erahnen, welches Juwel sich jenseits der Begrenzungsgitter befindet. Weiße Fassaden an schmucken Häusern mit roten Ziegeldächern und gepflegte Gärten empfangen den Besucher am Stadtrand. Sie zeugen von gewissem Reichtum, der hier in dezenter und unaufdringlicher Weise zur Schau gestellt wird. Nicht umsonst haben betuchte Bewohner von Los Angeles und Hollywood hier ein Domizil. All diese Schönheit führt dazu, dass die Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten nirgends so hoch sind wie hier.

Historie

Gegründet wurde Santa Barbara Ende des 16. Jahrhunderts von dem spanischen Kapitän Sebastian Vizcaino, der an der Stelle der heutigen Stadt eine Indianersiedlung vorfand. Er benannte die Siedlung spontan nach der aktuellen Tagesheiligen der katholischen Kirche. Im Jahre 1786 errichtete der Franziskaner Orden die Mission Santa Barbara zur Bekehrung der in der Gegend lebenden Chumash-Indianer. 26 Jahre später zerstörte ein Erdbeben die ursprüngliche Mission, und der wiedererrichtete Gebäudekomplex ist heute noch erhalten. Im Krieg USA gegen Mexico fiel im Jahre 1846 die Stadt kampflos an die Amerikaner. Unter ihrem Einfluss entwickelte sich Santa Barbara sehr schnell zu einer großen und einflussreichen Stadt.

Der Anschluss von Los Angeles an das Eisenbahnnetz im Jahre 1887 brachte Santa Barbara einen neuerlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Diesmal jedoch in einem für die damalige Zeit völlig neuen Bereich, dem Tourismus. Man bewarb die Stadt mit dem angrenzenden Strand und in kurzer Zeit konnten die Früchte der Anstrengungen geerntet werden. Die Bekanntheit von Santa Barbara, der Hauptstadt der amerikanischen Riviera, zog in Folge erste Filmstudios an, die sich hier niederließen. Als dann vor der Küste Öl gefunden wurde, brach ein erneuerter Ansiedlungsboom aus.

Das große Erdbeben im Jahre 1925 zerstörte viele der alten Gebäude im Stadtkern und bremste den Aufschwung der Stadt für einige Zeit ein. Beim anschließenden Wiederaufbau verzichtete man auf die Rekonstruktion der alten Gebäude und gestaltete lieber den ehemaligen Ortskern von Santa Barbara neu. Man entschied sich für den spanischen Kolonialstil, der einige sehenswerte Gebäude hervorbrachte. Sie können heute noch bewundert werden und sorgen für einen mediterranen Stil, der an die Costa del Sol in Spanien erinnert.

Sehenswertes

Auffällig und von weitem gut erkennbar, ist der am Santa Barbara Beach gelegene Stearns Whraf. Der 800 Meter lange in das Meer reichende, auf Holzpfählen stehende Pier aus dem Jahre 1872 ist ein beliebter Treffpunkt mit Restaurants, Imbiss- und Geschenkläden. Hier angeln mit Muße Einheimische und Touristen, genießen das atemberaubende Panorama der Santa Ynez Mountains und der San Rafael Mountains, die sich majestätisch hinter Santa Barbara erheben. In früheren Jahren diente der Pier als Anlegestelle für Passagierdampfer und Frachtschiffe. Später, in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, fuhren von hier aus Wassertaxis und Fähren zu den vor der Küste schwimmenden Kasinos. Doch dies ist lange her und heute dient der Pier nur noch zum Flanieren und für ein romantisches Abendessen in einem der kleinen Restaurants.

Auf dem Weg vom Strand in das Stadtzentrum fällt bei der Eisenbahnstation der monumentale Feigenbaum mit seiner 50 Meter breiten Krone auf. Der Moreton Bay Fig Tree genannte Baum ist angeblich der weltweit größte seiner Art. Die Legende besagt, dass der Baum von einem Seemann im Jahre 1876 aus Australien eingeführt und hier gepflanzt worden ist. Man hat errechnet, dass in seinem Schatten 1.000 Leute Platz finden könnten. Für ein Foto muss man schon ein Stück weg vom Baum gehen, damit der gesamte Baum auf das Bild passt.

Downtown

Im Stadtzentrum von Santa Barbara, der Hauptstadt der amerikanischen Riviera, ist die Gegend entlang der schnurgeraden State Street, der belebteste Teil. Hier reihen sich nacheinander Geschäfte, Restaurants und Cafés und es herrscht ein buntes Treiben von Touristen und wohlhabenden Einwohnern. Die State Street ist ein Mekka für Shoppingbegeisterte mit dicker Brieftasche! Nicht nur auf den Gehsteigen findet das Prominieren statt, sondern auf der Straße kann man schön restaurierte Oldtimer und exotische Sportwägen bewundern, die es genießen, gesehen und bestaunt zu werden.

Am Beginn des Stadtzentrums befindet sich auf der State Street eines der ältesten Shoppingcenter Kaliforniens, das El Paeso Nuevo. Entstanden in den 1920er Jahren bietet das aus Nachbauten von mexikanischen Gebäuden bestehende Einkaufszentrum, Boutiquen, Kaufhäuser wie Macys oder Nordström, Cafés und Restaurants. Man spaziert hier zwischen Orangenbäumen, Hibiskussträuchern, Palmen und begrünten Fassaden von einem Geschäft zum anderen. Auf künstlich angelegten Piazzas plätschern Brunnen und vermitteln etwas Ruhe in dem hektischen Treiben. Jedoch hat das Einkaufen im El Paeso Nuevo ihren Preis, die exquisiten Geschäfte sind nichts für Schnäppchenjäger.

Folgt man der State Street in nördlicher Richtung, stößt man auf der rechten Seite auf das Museum of Art. In diesem wird Kunst aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt ausgestellt. Die Ausstellung besteht im Wesentlichen aus Kunst der griechischen Antike, Chinas, Tibets, Japans, Indiens und Europas. In unmittelbarer Nähe des Museums ist das County Courthouse (Gerichtsgebäude) angesiedelt. Es gilt als eines der schönsten staatlichen Gebäude in den Vereinigten Staaten. Der sich über einen ganzen Straßenblock spannende Gebäudekomplex wurde nach dem großen Erdbeben im Jahre 1925 errichtet. Umgegeben ist das County Courthouse von einer exotischen Garten-Parkanlage. Von dem 26 Meter hohen Glockenturm El Mirador hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt und die dahinter liegenden Bergketten. Der Eintritt für die Führung durch das Courthouse ist frei.

Gleich gegenüber dem County Courthouse befindet sich an jener Stelle das El Presidio de Santa Barbara, wo die Spanier im Jahre 1782 mit einem Fort den Grundstein für die Stadt legten. Das Fort diente sowohl zum Schutz der weißen Siedler vor Übergriffen der Indianer, als auch dazu, um den Anspruch der spanischen Krone auf das Territorium abzusichern. Heute kann man das ehemalige Fort als State Park besichtigen, der Eintritt beträgt 5 US-Dollar.

Mission Santa Barbara

Etwas abseits der Downtown auf einem Hügel über der Stadt sitzend, findet man in der Laguna Street die Mission Santa Barbara. Als architektonisch am schönsten gestaltete Mission ist sie von den ehemals 21 Missions-Stationen entlang der Pazifkküste jene, die am besten erhalten ist. Seit ihrer Errichtung im Jahre 1786 ist sie bis heute durchgehend im Besitz des Franziskaner-Ordens geblieben. Mit ihrer Mischung aus klassischer spanischer und maurischer Architektur gilt sie als die aufwändigste gestaltete Mission der Westküste. Aufgrund ihres guten Zustandes wird sie auch als Königin der Missions-Stationen bezeichnet. Im Gegensatz zu den anderen Stationen erhielt die Mission Santa Barbara als einzige im Jahre 1820 zwei Türme.

Bei einem Besuch sollte man unbedingt die im Innenhof angelegte, wunderschöne Gartenanlage besichtigen. Nach dem Erdbeben im Jahre 1925, wo die Kirche starke Beschädigungen erfuhr, wurde sie nach Originalplänen rekonstruiert, sodass man diese heute in ihrer vollen Pracht bewundern kann. Der Eintritt beträgt 5 US-Dollar und geöffnet ist die Mission täglich von 9.00 bis 16.30 Uhr am Nachmittag. Der dreieinhalb Kilometer lange Weg vom Stadtzentrum zur Mission Santa Barbara ist gut gekennzeichnet.

Praktische Tipps

Wer vor hat Santa Barbara, die Hauptstadt der amerikanischen Riviera, zu besuchen und mehrere Tage zu bleiben, der sollte rechtzeitig seine Zimmerreservierung vornehmen. Denn speziell in der Ferienzeit und an Wochenende können die freien Zimmer recht knapp werden. Die Zimmerpreise in den Hotels in Santa Barbara sind auch recht hoch, unter 150 Dollar pro Zimmer wird man hier kaum etwas finden. Preisgünstiger geht es, wenn man in einem der Nachbarorte, wie z.B. Ventura wohnt und nur zur Besichtigung nach Santa Barbara kommt.

Parkplätze sind im Stadtzentrum recht rar und oft teuer. Manche Parkplatzvermieter bieten Pauschalpreise für einen Tag um 6 bis 9 US-Dollar an. Alternativ kann man direkt an der Uferpromenade parken, hier befinden sich relativ kostengünstige Parkuhren der Stadtverwaltung. Jedoch muss man dann bis in die Down Town einen 30-minütigen Fußmarsch einplanen. Dies ist besonders in den Sommermonaten nicht sehr angenehm, denn die Temperaturen können dann zu dieser Jahreszeit schon recht hoch sein.

Wer an Graffiti Kunst der Indianer interessiert ist, der wird im Chumash Painted Cave State Park westlich von Santa Barbara fündig. Über den Highway 154 gelangt man 2,2 Meilen vor der Passhöhe des San Marcos Passes, über die schmale und kurvige Painted Cave Road zu einer Sandsteinhöhle. In der Höhle kann man Felsmalereien aus dem 17. Jahrhundert bewundern. Sie wurden von Priestern der damaligen Chumash Indianer mit mineralischen Farben auf die Wände der Höhle gemalt.

Reisebericht als PDF
Autor: miguel060804  31.01.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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