Schloss Granitz bei Binz auf Rügen
Das Jagdschloss in der Granitz ist eines der bekanntesten Ausflugsziele der Insel Rügen. Der Mittelturm ist von weitem sichtbar und bietet dem Besucher einen atemberaubenden Blick über die gesamte Insel.
Das Jagdschloss Granitz, welches im Waldgebiet "Granitz" bei Binz auf dem Tempelberg steht, war ein Schloss des Fürsten Wilhelm Malte I. von Putbus. Er ließ das Schloss von 1838 - 1846 durch den Architekten Johann Gottfried Steinmeyer errichten und nutzte es nach dem Brand des Putbusser Schlosses als Hauptwohnsitz. Das Schloss welches bis 1944 im Familienbesitz war, wurde bereits um 1900 museal genutzt, wovon viele historische Ansichtskarten zeugen. Nach 1944 wurde das Schloss von der Roten Armee geplündert, weshalb die historische Ausstattung weitgehend verloren ging.
Das Schloss, welches von vielen Orten der Insel wie z.B. Gager aus gesehen werden kann, ist heute mit 200.000 Besuchern im Jahr, das meistbesuchte Schloss in Mecklenburg - Vorpommern. Der Aufgang zum Tempelberg kann auf vielfache Weise geschehen. Zum einen fährt ab Binz der Jagdschloss-Express, eine Elektromobil, direkt zum Schloss hinauf. Bei starkem Schneefall fällt dieser allerdings aus. Wanderer werden mit Freuden die gut befestigten und verschlungenden Wege, durch die Granitz zum Schloss nutzen. Für Fans der historischen Beförderungsarten dienen Pferdekutschen oder die rüganer Kleinbahn , der "Rasende Roland", welcher von Binz Bahnhof abfährt, zum Befördern. Der "Roland" fährt aber nur bis zur Hälfte zum Jagdschloss. Danach muss man per pedes weiterwandern.
Am Schloss angekommen, überwältigt von der Größe und Architektur des Schlosses, gelang man zum Portal, welches von den Molosserhunden bewacht wird. Im Inneren wird einem feinste Ausstattung geboten. Die Räumlichkeiten sind voller Leichtigkeit gestaltet und wirken trotz der nur geringen Ausstattung sehr feierlich und pompös. Im Marmorsaal finden regelmäßig Kammerkonzerte statt. Highlight des Rundgangs ist zweifellos die Turmbesteigung, die für Menschen mit Höhenangst besser nicht zu empfehlen ist. Der Turm, von Friedrich Schinkel entworfen, hat eine wundervolle Treppe aus Gußeisen, deren Zwischenräume in Blumenmustern geformt sind. Vom Turm aus hat man bei gutem Wetter einen wunderbaren Blick über die ganze Insel.
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Dazu gibt es auch eine kleine Anekdote. Rügen, damals noch unter schwedischer Herrschaft, wollte Fürst Malte I. kein Land zusprechen. Doch der Fürst ließ nicht locker, so verkündete der schwedische König, er bekomme alles Land, was er von seinem Schloss aus sehen könne. Daher ließ Malte I. noch den Mittelturm hinzufügen. Bei der Ankunft des Königs, soll dieser ganz erstaunt gewesen sein, die Insel bekam der Fürst Malte, welcher seine Gutshöfe auf der ganzen Insel errichten ließ.
Nach der Turmbesteigung, sollte man seine Restzeit für einen Besuch in der Schlossküche nutzen. Die rustikale Einrichtung lässt einem ein ritterliches Bankett miterleben. Die Speisen sind typisch rustikal und bäuerlich und von sehr guter Qualität. Ebenfalls sollte man noch das Jagdhaus neben dem Schloss besuchen. Das ehemalige Gasthaus beherbergt heute eine Dauerausstellung über das Thema Jagd, passend zum Jagdschloss.
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